Orden

„Nicht nur Rechtgläubigkeit, sondern Glaubwürdigkeit“: Bischof Bertram weiht Redemptoristen zum Diakon

10.04.2021 20:23

Bischof Dr. Bertram Meier hat am Vorabend des Weißen Sonntags den Redemptoristen-Bruder Anton Wölfl in seiner Praktikumspfarrei in Dinkelscherben zum Diakon geweiht. Bischof Bertram stellte während der Weiheliturgie den heiligen Redemptoristenpater Klemens Maria Hofbauer (1751-1820) als „Pionier organisierter Sozialpastoral“ und Beispiel für den künftigen Dienst als Diakon vor.

Beim Weihegebet: Bischof Bertram spendet Br. Anton Wölfl aus der Gemeinschaft der Redemptoristen die Diakonenweihe. (Fotos: Nicolas Schnall / pba)

In seiner Predigt in der Pfarrkirche St. Simpert skizzierte der Bischof Verbindendes aus den Biografien des Heiligen und des Weihekandidaten. Dabei ging er über die gemeinsamen Wurzeln in der Landwirtschaft und den zunächst erlernten Beruf hinaus. „Der Weg zum Diakonat und wohl in absehbarer Zeit zum Priester hat bei Bruder Anton Zeit gebraucht.“ Auch Klemens Maria Hofbauer sei das Priestertum nicht in den Schoß gefallen, sondern er habe sich das Studium hart erarbeiten müssen, wie Aufzeichnungen über nächtliche Lerneinheiten belegen. „Auch Sie sind drangeblieben“, würdigte er sein Durchhaltevermögen.

Zudem betonte Bischof Bertram das sozial-caritative Engagement des heiligen Ordensbruders in seiner Zeit als Seelsorger in Warschau: Er errichtete ein Waisenhaus und eine Armenschule. Auch für die Förderung von Mädchen und jungen Frauen setzte er sich sein und organisierte Armenspeisungen. „Sie werden heute geweiht zum Dienst für die Menschen. Nehmen Sie sich an Klemens Maria ein Beispiel“, forderte der Bischof Bruder Anton auf. Denn es gäbe eine Art ‚Sakrament der Armen‛, das von Jesus selbst eingesetzt worden sei. „Was ihr einem meiner geringsten Brüder (und Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan.“

Neben diesem „Sakrament“ stehe für den Bischof das Sakrament des Altares. „Schon mit 13 Jahren waren Sie, in Ihrer Heimatgemeinde als Mesner aktiv. Sie haben dem Allerheiligsten in der Kirche gedient.“ Auch Klemens Maria Hofbauer seien die festliche Feier der Liturgie, das Hochamt selbst an Werktagen mit Predigt und vielfältige Andachtsformen sehr wichtig gewesen. Und das in einer Zeit, in der die Situation der Kirche in Europa ihm große Sorgen bereitete.

Dies habe sich auch in seiner Verkündigung niedergeschlagen. Er besaß zwar keine ausgefeilte Predigttechnik und sprach immer mit Akzent, aber das Volk bezeugte, dass aus ihm der Heilige Geist spreche. Der Bischof an den künftigen Diakon gewandt: „Ihr Vortrag muss nicht perfekt sein, aber authentisch. Auch bei Ihnen wird man weiter merken, dass Sie aus Oberbayern stammen“. Gott sei an keinen Dialekt gebunden, im Gegenteil: „In jedem Dialekt kann man das Evangelium künden. Es muss nur stimmig sein. Denn gerade heute erwarten die Menschen von uns nicht nur Rechtgläubigkeit, sondern Glaubwürdigkeit“, so Bischof Bertram.

Durch Handauflegung und Gebet spendete Bischof Bertram dem jungen Redemptoristen in Anwesenheit von Provinzial Pater Edmund Hipp CSsR und Ordensmitbrüdern, Praktikums-Pfarrer Martin Gall und zahlreichen Festgästen die Diakonenweihe. In den sich anschließenden ausdeutenden Riten legte Bruder Anton Stola und Dalmatik an und empfing das Evangeliar aus den Händen und mit den Worten des Bischofs als Zeichen für den Auftrag, den Glauben weiterzutragen: „Was du liest, ergreife im Glauben; was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“

Anton Wölfl, der am heutigen Weihetag seinen 30. Geburtstag feierte, stammt aus dem oberbayerischen Obertaufkirchen (Erzbistum München und Freising) und hat durch das in der Nähe liegende Kloster in Gars am Inn die Ordensgemeinschaft der Redemptoristen kennengelernt. Nach seiner Berufsausbildung zum Industriekaufmann erwarb er im Spätberufenenseminar St. Matthias in Waldram das Abitur und studierte in Würzburg Theologie. Während des Studiums sammelte er schon erste pastorale Erfahrungen in der Krankenhausseelsorge. Am 6. September vergangenen Jahres hat er sich mit der ewigen Profess an die Gemeinschaft gebunden. Seit November absolviert Bruder Anton sein Pastoralpraktikum in der Pfarreiengemeinschaft Dinkelscherben und besucht die berufsbegleitenden Ausbildungskurse am Pastoraltheologischen Institut der Pallottiner in Friedberg.