Nachruf

Bischof emeritus Manfred Müller, ehemaliger Weihbischof und Domdekan sowie Ehrendomherr in Augsburg, verstorben

20.05.2015 16:22

Das Bistum Augsburg trauert um seinen ehemaligen Weihbischof und Domdekan (1972-1982) sowie Ehrendomherren, den Regensburger Bischof emeritus Manfred Müller. Er ist heute früh im Alter von 88 Jahren im Kloster Mallersdorf verstorben.

Ehrendomherr der Kathedrale von Augsburg: Bischof em. Manfred Müller (Foto: Pressestelle Bistum Regensburg).

Der am 15. November 1926 in Augsburg geborene Müller besuchte in seiner Heimatstadt die Volksschule und das Gymnasium. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft studierte er ab 1946 am Herzoglichen Georgianum Theologie an der Universität München. Das Wirken von Bischof Manfred Müller war seit seiner Priesterweihe am 24. Juni 1952 eng mit Fragen der Schule und des Religionsunterrichtes verknüpft. Auf die dreijährige Kaplanszeit in Starnberg folgten sieben Jahre als Lehrer an der Berufsschule in Augsburg, drei in der Oberrealschule in Lindenberg und sechs am Hans-Holbein-Gymnasium in Augsburg. Zuletzt war er Fachberater für Katholische Religionslehre in Südbayern.

Am 10. Januar 1972 wurde Manfred Müller zum Weihbischof in Augsburg und Titularbischof von Jubaltiana ernannt. Auch als Weihbischof in Augsburg und später ab 1982 als Bischof von Regensburg blieb Manfred Müller Fragen der Schule und der Erziehung besonders verbunden. Auf Bayernebene war er in der Freisinger Bischofskonferenz Referent für Schulfragen und zuständig für die Genehmigung der im bayerischen Religionsunterricht verwendeten Bücher. Seit 1983 war er Vorsitzender des Verwaltungsrates des Katholischen Schulwerkes für Bayern.

Am 15. Januar 2002 hat Papst Johannes Paul II. das Rücktrittsgesuch von Bischof Manfred Müller anlässlich seines 75. Geburtstags angenommen.

In der Deutschen Bischofskonferenz war Manfred Müller seit 1972 Mitglied und seit 1991 Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule. In der Kommission für Fragen der Wissenschaft und Kultur, der er ebenfalls seit 1972 als Mitglied angehörte, wirkte er von 1982 bis 1991 als Vorsitzender. Von 1981 bis 1986 gehörte er zu den Mitgliedern der Publizistischen Kommission und von 1978 bis 1987 leitete er die Jury zur Verleihung des katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises der Deutschen Bischofskonferenz. International in Schulfragen engagiert war Bischof Manfred Müller von 1982 bis 1986 als Präsident des Rates der OIEC, eines Weltverbandes katholischer Schulen.

Insbesondere seit dem Fall des "Eisernen Vorhanges" engagiert sich Bischof Manfred Müller für die Unterstützung der Nachbarbistümer Prag - und seit dessen Neugründung für das direkte Nachbarbistum Pilsen. So wurde in Pilsen das neu errichtete Katholische Gymnasium unterstützt und unmittelbar nach der Grenzöffnung im Prager Stadtteil Strasnice der Bau der ersten Kirche in der tschechischen Republik nach über 50 Jahren gefördert.

Heute Abend um 19 Uhr ist in Mallersdorf - St. Maria (im klösterlichen Alten- und Pflegeheim) die Aussegnung für den Verstorbenen mit Bischof Rudolf Voderholzer. Am Mittwoch, 27. Mai, wird der Sarg mit dem Leichnam des Verstorbenen um 15 Uhr im Hof des Bischöflichen Ordinariats von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und dem Domkapitel in Empfang genommen und von dort in einem Trauerzug zum Hohen Dom St. Peter geleitet, wo die Totenvesper gebetet wird. Alle Gläubigen sind herzlich eingeladen, sich dort von ihm zu verbschieden und sich in ein Kondolenzbuch einzutragen (bis 20 Uhr). Das Requiem findet am Donnerstag, dem 28. Mai um 13 Uhr statt. Hauptzelebrant ist Kardinal emeritus Friedrich Wetter. Anschließend ist die Beisetzung in der Bischofsgruft. Das Bistum Regensburg hat für den Verstorbenen ein digitales Kondolenzbuch eingerichtet.

Wir bitten alle Gläubigen um ihr Gebet für den Verstorbenen.

Text (Lebenslauf): vgl. Internetseite Bistum Regensburg