Würdigung

Bundesminister Dr. Gerd Müller mit Europäischem St.-Ulrichs-Preis ausgezeichnet

24.06.2021 09:34

Berlin (PM/pba). Die Europäische St.-Ulrichs-Stiftung hat Bundesminister Dr. Gerd Müller an diesem Mittwoch, 23. Juni, in Berlin mit dem Europäischen St.-Ulrichs-Preis 2020 (Aufzeichnung) ausgezeichnet. Die Verleihung des Preises musste im vergangenen Jahr coronabedingt entfallen. Nach der Begrüßung durch Bischof Dr. Bertram Meier und den Dillinger Landrat Leo Schrell hielt Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble die Laudatio auf den Preisträger.

Gruppenbild mit Preisträger und Laudator (von links): Bischof Dr. Bertram Meier, Pfarrer Wolfgang Schneck, Bundesminister Dr. Gerd Müller, Oberbürgermeister Frank Kunz, Gertie Müller-Hoorens, Landrat Leo Schrell und Bundestagespräsident Dr. Wolfgang Schäuble MdB. (Foto: Marcus Merk)

Bischof Bertram hob als Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung in seiner Begrüßungsansprache hervor, dass Bundesminister Dr. Gerd Müller ein würdiger Preisträger sei. "Sie strahlen eine große Liebe für die Schöpfung aus und leben aus einem intensiven Glauben an den Menschen und an seine Möglichkeiten, der Welt ein humanes Gesicht zu geben", sagte der Bischof. Bundesminister Müller reiht sich damit als 13. Preisträger seit Gründung der Stiftung im Jahr 1993 in die Liste prominenter Preisträger ein. So wurden unter anderem Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl (1997), Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog (1999), die Gemeinschaft Sant’Egidio (2003), der Erzbischof von Prag Miloslav Kardinal Vlk (2007), das aus 300 christlichen Bewegungen bestehende Netzwerk „Miteinander für Europa“ (2014) und zuletzt im Jahr 2018 die Nothilfeorganisation "Ärzte ohne Grenzen" ausgezeichnet.

Bei der Preisverleihung betonte der Vorsitzende der Stiftung, Landrat Leo Schrell, dass die Flüchtlingssituation, der Klimawandel und die Corona-Pandemie drei drängende Gegenwartsfragen seien, bei denen sich Europa schwertue, mit einer Zunge zu sprechen und die Probleme gemeinsam anzupacken und zu lösen. "Wenn wir uns den gegenwärtigen Zustand Europas betrachten, ist das Stiftungsziel Förderung der Einheit Europas in christlich-abendländischer Tradition aktueller denn je", betonte Schrell. Deshalb habe die Stiftung mit Dr. Gerd Müller einen herausragenden Preisträger.

Mit dem Europäischen St.-Ulrichs-Preis würdigt die Stiftung Müllers Verdienste um die Einheit Europas und die Völkerverständigung, die er sich als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erworben hat. "Mit Ihrer klaren und unmissverständlichen Haltung zu gegenwärtigen Fragen der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Migranten in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben Sie Ihre proeuropäische Grundhaltung nachdrücklich unter Beweis gestellt. Damit sind Sie sehr entschieden und offen den nationalistischen Bestrebungen in mittlerweile zahlreichen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union entgegengetreten", sagte Schrell. So setzt sich Bundesminister Dr. Gerd Müller seit vielen Jahren als überzeugter Europäer für den Chancenkontinent Afrika ein, um für die Menschen bessere Lebensverhältnisse zu schaffen. Dabei habe die Stiftung überzeugt, dass Müllers Handeln stets vom christlichen Menschenbild, einem Wertekonzept, getragen von Grundwerten wie Gleichberechtigung und Toleranz sowie dem Recht eines jeden Menschen auf Leben und Würde geprägt gewesen sei, so Schrell. Eben mit dieser Zielsetzung hat Bundesminister Dr. Gerd Müller die Stiftung gebeten, das Preisgeld der Reiner Meutsch Stiftung FLY & HELP zur Verfügung zu stellen.

Die Laudatio auf Müller hielt Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble. Ihn hatte die Stiftung im Jahr 2016 mit dem Europäischen St.-Ulrichs-Preis ausgezeichnet. Umso mehr war die Freude bei der Stiftung über die erneute Begegnung mit Schäuble groß. Schäuble unterstrich in seiner Laudatio: "Gerd Müller hat die Entwicklungspolitik verändert und vorangebracht. Seine zahlreichen Initiativen haben Maßstäbe für die künftige Ausrichtung deutscher und europäischer Entwicklungszusammenarbeit etabliert." Vor allem sein "Marshallplan mit Afrika" sei ein Paradigmenwechsel – für eine wirtschaftliche Kooperation, die auf Partnerschaft und Eigeninitiative setzt, die dauerhafte Lebensperspektiven für Menschen in den ärmeren Ländern eröffnet und damit nachhaltig wirkt, so Schäuble.

Übergabe der Urkunde durch den Stiftungsvorsitzenden Landrat Leo Schrell (rechts) an Bundesminister Dr. Gerd Müller MdB

Bundesminister Dr. Gerd Müller sagte in seiner Dankesrede: "Diesen Preis nehme ich mit großer Freude stellvertretend für viele tausend großartige ehrenamtliche Entwicklungshelfer und -helferinnen entgegen, deren weltweiter Einsatz einer friedlichen und gerechteren Globalisierung gilt. Der St. Ulrichs-Preis steht für Europa, christliche Werte, für Gerechtigkeit und Frieden. Er ist Anerkennung und Auftrag für die deutsche Entwicklungspolitik, entschlossen den Weg für eine Welt ohne Hunger und eine gerechtere Globalisierung weiter zu gehen. Der Starke hilft dem Schwachen bei uns und in der Staatenwelt. Das muss unser Leitprinzip für die Zusammenarbeit von Industrie-, Entwicklungs- und Schwellenländern sein." Das Lieferkettengesetz sei dazu ein wegweisender Schritt. Keine Kinderarbeit und keine Ausbeutung von Mensch und Natur in globalen Lieferketten. Gerade jetzt in der Corona-Krise bräuchten wir wieder diesen Mut und Aufbruch, die Besinnung auf christliche Werte und ein starkes Europa in der Welt.

"Ich sehe aber die Gefahr, dass Europa zu sehr nur nach innen, auf sich selbst schaut. Europa muss viel stärker international vorangehen und über seine eigenen Grenzen hinaus denken und handeln: beim weltweiten Kampf gegen die Pandemie, beim Klimaschutz und bei der Verringerung der Ursachen von Flucht und Vertreibung. Ich hoffe, dass der Preis noch mehr Menschen ermutigt, nicht wegzuschauen, und sich für Gerechtigkeit weltweit einzusetzen." Der Preis stehe so auch für die vielen ehrenamtlich Tätigen und ihre herausragende Arbeit in den Kirchen, EineWelt-Läden oder den vielen Partnerschaften mit Entwicklungsländern. Das Preisgeld gebe er direkt an die Reiner Meutsch Stiftung FLY & HELP. Sie baut Schulen in Entwicklungsländern und gibt damit tausenden Jungen und Mädchen eine bessere Zukunft. Ganz herzlich dankte er Landrat Leo Schrell und der Stadt Dillingen für ihr großartiges Engagement danken. "Dass ich übrigens der erste Preisträger sein werde, der in Bayerisch-Schwaben daheim ist, freut mich besonders."

Die von Landkreis und Stadt Dillingen a.d.Donau im Jahr 1993 gegründete Stiftung, die die Förderung der Einheit Europas in christlich-abendländischer Tradition und im Geiste des heiligen Ulrich zum Zweck hat, verleiht den mit 10.000 Euro dotierten Preis in der Regel alle zwei Jahre. Der Preisträger des Jahres 2020 spendet das Preisgeld an die Reiner Meutsch Stiftung FLY & HELP, deren Hauptziel die Förderung von Bildung und Erziehung und der Bau von Schulen in Schwellenländern ist (https://www.fly-and-help.de/).

Am kommenden Sonntag, 27. Juni, wird in der Magazin-Sendung von katholisch1.tv um 18.30 Uhr ein Beitrag zur Preisverleihung zu sehen sein.