Patrozinium

"Die heilige Afra: eine große Frauengestalt“

04.08.2019 12:00

(Augsburg) Anlässlich des Hochfestes der heiligen Afra hat Diözesanadministrator Dr. Bertram Meier die frühchristliche Märtyrerin heute in der Basilika St. Ulrich und Afra als große Frauengestalt gewürdigt. „Die heilige Afra hat sich zum Namen Jesu Christi bekannt“, sie habe dieses Bekenntnis durch ihr Martyrium in letzter Konsequenz eingelöst. 

Die heilige Afra, Darstellung aus der Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg. (Grafik: Sonja Haller, pba)

„Ihr treues Stehen zum Herrn war mehr als ein Lippenbekenntnis“, so Prälat Meier. „Sie hat sich damit nicht nur den Mund verbrannt, ihr ganzer Leib wurde eine Beute der Flammen.“ Wie der Diözesanadministrator ausführte, sei die Bistumspatronin für ihn in erster Linie eine Mutter des Glaubens. „Haben wir eigentlich schon einmal darüber nachgedacht, wie der christliche Glaube zu uns gelangte?“, fragte er. Wer dem nachgehe, stoße bald auf die heilige Afra. Die Christen der ersten Jahrhunderte seien wie Säulen der Glaubensgeschichte unserer Region. Durch die Begegnung mit dem Glauben sei die Heilige zu einem Samenkorn des Evangeliums, zu einer Mutter des Glaubens in unseren Breitengraden geworden. Deshalb sei der Glaube bis heute nicht unser persönlicher Einzelfall, er fange nicht beim Nullpunkt an und sie nicht aus der Luft gegriffen. Prälat Meier: „Gott schenke auch unserer Zeit Männer und Frauen, die helfen, dass Gottes Wort auf die Welt kommen kann!“ Solche Geburtshelfer des Glaubens brauche unsere junge Generation heute mehr denn je.

Die heilige Afra sei ihm zudem eine Schwester im Glauben, so der Diözesanadministrator weiter. Sie habe am eigenen Leib erfahren, wie die Botschaft von der Liebe Gottes aus ihr einen ganz neuen Menschen machte. Diese Erfahrung habe in ihr tiefe Spuren hinterlassen und das habe sie auch mitgeteilt. Prälat Meier: „Das strahlt aus. Wie damals, so heute: Glaubwürdige Christen fallen auf und regen die Leute zum Nachfragen an.“ Weil wir in ihr auch uns selbst entdecken könnten, sei die heilige Afra noch heute aktuell. Sie sei ein Mensch gewesen, der sich selbst erst in den Glauben hineintasten musste.

Und noch einen dritten Aspekt griff der Diözesanadministrator auf: Afra sei als Märtyrerin auch eine Zeugin des Glaubens. Sie sei eine Fackel gewesen, vom Heiligen Geist entfacht. „Ihr Licht war kein Strohfreuer, das schnell aufflackert und ebenso rasch erlischt wie eine Wunderkerze am Christbaum“. Die heilige Afra sei Feuer und Flamme für Christus gewesen – auch dann noch, als das Bekenntnis ihr das Leben gekostet habe. Afra sei niemals umgefallen, selbst im Sterben sei sie aufrecht gewesen. Sie lade uns deshalb zu einer ehrlichen Gewissenserforschung ein, wie es mit unserem eigenen Glaubensbekenntnis stehe. „Möge es dem Bistum und der Stadt auch im 21. Jahrhundert nicht an Frauen und Männern fehlen, die wie die heilige Afra Feuer und Flamme für Jesus Christus sind“.

Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst zum Afra-Fest vom Basilikachor unter der Leitung von Peter Bader. Er brachte die „Missa brevis in B“ von Christopher Tambling (1964-2015) zu Gehör.

Mehr zu lesen gibt es über die Patronin unseres Bistums und der Stadt Augsburg bei den Heiligen des Tages.