Spirituelles

30.07.2015 17:47

Augsburg (pba). Das von dem Augsburger Architekten Thomas Wechs in den Jahren 1961 bis 1963 erbaute und zuletzt um die Jahrtausendwende erweiterte „Exerzitienhaus St. Paulus“ in Leitershofen wird in den kommenden Jahren modernisiert. Die ersten Arbeiten sind mit dem Einbau eines Blockheizkraftwerks (BHKW) bereits ausgeführt und werden im Paulus-Saal inzwischen fortgeführt. Die zweigeteilte Baumaßnahme wird voraussichtlich bis Mitte 2017 dauern. Im Vordergrund der Sanierung steht die Verbesserung von Energetik und Klimaschutz, außerdem Sicherheitstechnik und Barrierefreiheit, erläuterte Finanzdirektor Dr. Klaus Donaubauer heute in einem Pressegespräch die Säulen des Sanierungskonzepts. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich laut Finanzdirektor auf 11,0 Mio. Euro. Diese Summe sei durch den Diözesansteuerausschuss genehmigt worden.

(v.l.) Pfarrer Dr. Ulrich Lindl, Werner Kapfer (St. Ulrichswerk), Dr. Klaus Donaubauer, P. Thomas Schuster OP. (Foto: Pressestelle Bistum Augsburg/Nicolas Schnall)

Das Exerzitienhaus in Leitershofen, das seit mehr als fünfzig Jahren besteht, sei von Anfang an eine diözesane Einrichtung gewesen und zeichne sich durch einen besonderen Geist aus, der sich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verdankt, die für das Wohl von Geist, Seele und Leib wirken, betonte Hauptabteilungsleiter Pfarrer Dr. Ulrich Lindl. Es freue ihn, dass sich die Diözese zum Standort ihres Exerzitienhauses bekennt und dies mit der Sanierung unterstreicht, so Pfarrer Lindl. Im Herbst werde zudem die Abteilung „Spirituelle Dienste“ des Bischöflichen Ordinariats in das Exerzitienhaus verlegt. Dominikanerpater Thomas Schuster sei von da an in seiner Doppel-Funktion als geistlicher Direktor und Leiter der Abteilung „Spirituelle Dienste“ in Leitershofen tätig.

Bestehen bleiben wird in Zukunft die eigentliche Aufgabe des Hauses: „Menschen Raum für Begegnung zu bieten, Raum für Fragen und Anfragen sowie zur Vertiefung ihres Glaubens und Lebens schaffen“, beschrieb Pater Thomas den Kern dieser diözesanen Einrichtung. Er bedankte sich auch im Namen aller Gläubigen bei der Diözese, dass Bestehendes auch in Zukunft weitergeführt werde. „Hier sind zahlreiche Glaubenserfahrungen gemacht worden – neben zahlreichen Gläubigen aus den Pfarreien auch von Fernstehenden und Firmenangestellten, die regelmäßig hierher kommen.“

Die Wärmeversorgung des Gebäudekomplexes erfolgt künftig durch eine Heizzentrale. Diese zentrale Betriebstechnik wird durch den bereits erfolgten Einbau des Blockheizkraftwerks, unterstützt durch einen gasbetriebenen Niedrigtemperaturkessel, konzeptionell und technisch auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Der mit dem Blockheizkraftwerk produzierte Strom wird direkt im Gebäude verbraucht und die Abwärme zur Warmwasser-Bereitung genutzt. So könnten rund 53.000 Liter Heizöl pro Jahr eingespart werden, betonte Finanzdirektor Donaubauer.

Wärmetechnische Optimierungen der Gebäudehülle seien aufgrund der Klassifikation des Gebäudekomplexes als Einzeldenkmal in den Bereichen Dach und Außenputzflächen nicht möglich, jedoch würden Fenster- und Glasfassaden durch neue wärmedämmende Konstruktionen ersetzt, erläuterte Werner Kapfer vom St. Ulrichswerk, der für die Projektsteuerung zuständig ist. Dies sei mit dem Landesamt für Denkmalpflege in München abgestimmt und auch genehmigt.

Eine wichtige Rolle spielt künftig die Barrierefreiheit. „Durch den Einbau von elektromechanisch selbsttätig öffnenden Türen im Gebäude und die Errichtung einer barrierefreien Rampe parallel zur Haupttreppe wird die Zugänglichkeit des Gebäudes verbessert“, so Kapfer. Der zentrale Personenaufzug ermögliche bereits die Erreichbarkeit sämtlicher Geschoße. Verbessert wird der Zugang für den Paulus-Saal durch den Einbau eines behindertengerechten Personenaufzugs. Die Anbringung einer induktiven Höranlage in der Kapelle entspreche zudem den Anforderungen von hörgeschädigten Menschen. Eine weitere Säule im Sanierungskonzept bildet die Sicherheit: „Die gesamte Anlage wird in Bezug auf die Sicherheitstechnik ertüchtigt. Eine flächendeckende Brandmeldeanlage inklusive einer 24 Stunden-Aufschaltung zur Feuerwehr gewährleistet eine schnellstmögliche Branderkennung und –meldung“, so Kapfer. Dies schaffe Sicherheit für alle Personen im Haus.

Die funktionalen Verbesserungen in den Bereichen Foyer, Multifunktionssaal St. Paulus, Speisesäle und Bistrobereich umfassen das gesamte bauliche Spektrum: Elektrotechnik ebenso wie Raumakustik, Lüftungs- und Heizungstechnik. Das Zentrum der Einrichtung, der Paulus-Saal, bekomme ein neues multifunktionales Foyer in Verbindung mit einer direkten Zugänglichkeit zum neu gestalteten Innenhof, so Kapfer. „Das bauliche Resultat wird ein vielfach nutzbares Ensemble sein, dessen Hauptfunktionen den heutigen und zukünftigen Anforderungen der Nutzer entsprechen.“