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Institut für Neuevangelisierung

Father James Mallon beim Seminartag zur Neuevangelisierung: "Die Kirche braucht mehr Jünger!"

Father James Mallon spricht vor über 500 Seminarteilnehmern in der Augsburger Stadtpfarrkirche St. Georg (Foto: Nicolas Schnall / pba)
Father James Mallon spricht vor über 500 Seminarteilnehmern in der Augsburger Stadtpfarrkirche St. Georg (Foto: Nicolas Schnall / pba)
09.01.2018

Augsburg (pba). Wie gelingt es der Kirche, wieder mehr Menschen von Jesus zu begeistern? Mit dieser Frage sind gestern mehr als 500 Priester, Diakone und pastorale Mitarbeiter aus dem Bistum Augsburg und ganz Süddeutschland in die Augsburger Stadtpfarrkirche St. Georg gekommen. Das Institut für Neuevangelisierung veranstaltete in Zusammenarbeit mit der Unternehmens –und Medienberatung der Katholischen Kirche (MDG) einen Seminartag mit dem Thema „Aus Konsumenten Jünger machen“. Dazu sprach Gastredner Father James Mallon, Bischöflicher Vikar für Gemeindeerneuerung und Leiterschaft in der Erzdiözese Halifax-Yarmouth (Kanada), über seinen Weg der Erneuerung, den er in seiner Pfarrei gegangen ist. Gemeinsam mit einem Team von Laien habe es Mallon geschafft, die Zahl der Gottesdienstbesucher zu verdoppeln und eine lebendige Gemeinde zu schaffen, stellte Bernhard Meiner von der MDG den Gastredner vor.

Zu Beginn des Seminartages feierte Weihbischof Florian Wörner in der voll besetzten Pfarrkirche die Heilige Messe. In seinem anschließenden Grußwort betonte er, wie wichtig es sei, einen Weg der Neuevangelisierung zu wagen. „Ich hoffe, dass heute möglichst viele von Ihnen den Geist eines Jüngers aufnehmen. Denn andere zu Jüngern machen, ist das Ziel von Neuevangelisierung.“  

Wie aus Gemeindemitgliedern brennende Jünger Jesu werden, führte Father James Mallon in seinem Vortrag aus. „Jünger sind Menschen, die Jesus kennenlernen, sich in ihn verlieben und mehr von ihm wissen wollen. Durch die Evangelisierung bekommen wir solche Jünger und je mehr wir davon haben, desto mehr erneuert sich die Pfarrei“, erklärte der ehemalige Gemeindepfarrer. Gleichzeitig machte er aber deutlich, wie lang und beschwerlich der Weg der Erneuerung in den Pfarreien sein kann. Er sei sich aber sicher, dass dies die einzige Möglichkeit ist, um den Niedergang der Kirche zu verhindern. „In der Vergangenheit haben wir uns auf die katholische Kultur verlassen, aber unsere Kultur ist jetzt eine komplett andere. Das funktioniert nicht mehr!“ Darum könne man den Weg der Erneuerung nur dann gehen, wenn man bereit ist, Gewohnheiten und Strukturen in der Gemeinde zu verändern.

Es gehe zunächst darum, den missionarischen Charakter der Kirche in den Vordergrund zu stellen. „Wir dürfen uns nicht nur um diejenigen kümmern, die sowieso schon in die Kirche kommen. Viel wichtiger ist es, auf die Menschen zugehen, die noch nicht zur Pfarrei gehören. Wenn wir uns nur auf diejenigen fokussieren, die wir schon haben, werden keine neuen Leute kommen und die Kirche wird sterben“, wiederholte Father James mehrmals. Der zweite Schritt von einer bewahrenden zu einer missionarischen Gemeinde sei eine strukturelle Veränderung. Denn meist seien festgefahrene Strukturen das größte Hindernis für eine lebendige Gemeinde.

Der Game Plan für die Neuevangelisierung einer Pfarrei (Foto: Nicolas Schnall /pba)
Der Game Plan für die Neuevangelisierung einer Pfarrei (Foto: Nicolas Schnall /pba)

 

Eine Methode, die Father James in seiner Gemeinde etabliert hat und die mittlerweile auch in zahlreichen Pfarreien in Deutschland angeboten wird, sind die Alpha-Kurse. Die Teilnehmer treffen sich einmal wöchentlich zu einem gemeinsamen Essen. Hinterher gibt es einen geistlichen Impuls. In Kleingruppen können die Teilnehmer dann ihre Gedanken und Fragen zum Impulsthema diskutieren und sich darüber austauschen. Father James erlebte mit den Kursen in seiner Pfarrei große Erfolge. Auch viele Nicht-Kirchgänger nahmen das Angebot wahr und sind in der Gemeinde geblieben.  

Mit seinem mitreißenden und unterhaltsamen Vortrag hat es Father James gestern geschafft, die mehr als 500 Seminarteilnehmer zu begeistern. Immer wieder ertönte Zustimmungsapplaus oder ein lautes „Amen“ aus den Kirchenbänken. Zwischen den Vortragsblöcken und in den Pausen gestaltete die Band „Everlasting Joy“ Lobpreis und Anbetung. Schwester Dr. Theresia Mende und ihr Team vom Institut für Neuevangelisierung mussten aufgrund der unerwartet hohen Teilnehmerzahl ihr Improvisationstalent beweisen. „Wir haben die Anmeldung aber bewusst nicht geschlossen. Jeder der hungrig ist nach Erneuerung, sollte kommen“, so die Dominikanerin.

Wie man aus Gemeindemitgliedern Jünger Jesu macht, beschreibt Father James Mallon auch in seinem Buch „Wenn Gott sein Haus saniert“, erschienen bei D&D Medien.