Fortbildung

„Gezielt Hin-Führen“

14.02.2020 11:43

Das Bistum Augsburg hat in einem Pilotprojekt erstmalig eine Fortbildung zum Thema Führen im Bischöflichen Ordinariat ausgeschrieben. Unter dem Titel „Gezielt Hin-Führen“ konnten aktuelle oder potentielle Führungskräfte lernen, auf was es in gehobenen Positionen ankommt.

„Das Thema ‚Führen‘ ist eines der wichtigsten Themen, die wir haben“, erklärte Dr. Robert Ochs von der Abteilung für Personalentwicklung. Auslöser für das Pilotprojekt sei die hohe Anzahl an Bewerberinnen für das Programm „Mentoring für Frauen“ der Deutschen Bischofskonferenz gewesen, das allerdings nur für zwei Teilnehmerinnen Plätze bot. Die Diözese habe diese Nachfrage aufgegriffen und gemeinsam mit der Beraterfirma Hauser Consulting die neue Fortbildung konzipiert.

Der neu angebotene Weiterbildungskurs erstreckte sich in vier ein- bis zweitägigen Modulen über etwa ein Dreivierteljahr. In den einzelnen Programmpunkten konnten die insgesamt sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich in Themen einarbeiten wie „Führung verstehen“, „Entscheidungen treffen“ oder den richtigen Umgang mit Konflikten. Dazu kamen ein Potential- und ein Supervisionsgespräch sowie eine ein- bis zweiwöchige Hospitation, entweder in einer anderen Abteilung der Bistumsverwaltung oder auch extern.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich zuvor mit einem Motivationsschreiben sowie der Einwilligung des Dienstvorgesetzten um einen Platz im Kurs bewerben müssen. Vor allem, dass die Weiterbildung auf einen längeren Zeitraum angelegt war, kam bei den Teilnehmern gut an. „Es braucht auch Zeit“, sagte Manfred Künzl von der Abteilung Haushalts- und Rechnungswesen. Er habe in den Modulen eine theoretische Begleitung für das Hereinwachsen in seine neue Führungsposition bekommen und konnte sich so Schritt für Schritt selber entwickeln.

Susanne Kaßner von Hauser Consulting mit den Absolventinnen und Absolventen des Kurses "Gezielt Hin-Führen" (v.l.n.r.): Manfred Künzl, Verena Erhart, Johannes Steber, Daniela Winkler, Stefan Lottes, Elisabeth Rothermel, Armin Schmeikal und Susanne Kaßner (Foto: Julian Schmidt / pba)

Auch Susanne Kaßner von Hauser Consulting war von dem neuen Konzept angetan. „Ich finde, das Bistum hat echt ein tolles Programm aufgesetzt. Es ist eine runde Sache und sehr vielfältig“, lobte die Moderatorin die Kursstruktur und war auch von der Teilnehmerrunde begeistert, die sich immer engagiert und offen gezeigt habe. Das sahen auch die Kursteilnehmer selbst so. „Was mir sehr gut gefallen hat war das Kollegiale, die Möglichkeit sich auszutauschen und dass man neue Denkanstöße bekommen hat. Für mich selber persönlich hat der Kurs sehr, sehr viel gebracht“, meinte auch Elisabeth Rothermel von der Abteilung Beschaffungswesen und Versicherungen.

Ob das Angebot in dieser Form ein zweites Mal stattfinden wird, ist derzeit noch offen, erklärt Dr. Ochs. Er wolle nun erst einmal prüfen, wie sich das Pilotprojekt in dieser ersten Form bewährt hat. Doch die Zielrichtung stimme: In den letzten Jahren habe sich das Bistum ein diözesanweites Aus- und Fortbildungskonzept entwickelt, und auch die Führungskurse in der Verwaltung seien in Zukunft ein fester Bestandteil davon.