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Ulrichswoche

„Gottesdienst der Nationen“: Domkapitular Perego würdigt Beitrag zum „vertrauensvollen Miteinander“

Etliche Gottesdienstbesucher waren in den Trachten ihrer Heimat gekommen. (Foto: Annette Zoepf/pba)
Etliche Gottesdienstbesucher waren in den Trachten ihrer Heimat gekommen. (Foto: Annette Zoepf/pba)
09.07.2018

Augsburg (pba). Gestern gab es im Rahmen der Ulrichswoche wieder den „Gottesdienst der Nationen“. Gläubige aus vielen Ländern, Nationen und Kontinenten kamen dabei in der Ulrichsbasilika zusammen, um gemeinsam die Eucharistie zu feiern. Sie alle eint ihr gemeinsamer katholischer Glaube und auch ihr Lebensweg, der sie aus verschiedensten Gründen in unser Bistum geführt hat. Oder wie es Domkapitular Dr. Alessandro Perego zu Beginn des Gottesdienstes als Dank formulierte: „Die katholischen Missionen und die Gemeinden in anderen Muttersprachen im Bistum Augsburg stellen sich heute der vordringlichen Aufgabe der Verkündigung des Evangeliums. Sie tragen damit entscheidend zum vertrauensvollen Miteinander von Einheimischen und Zugewanderten bei. Dafür sei Ihnen ein aufrichtiger Dank ausgesprochen.“

19 solcher Gemeinden anderer Muttersprachen gibt es mittlerweile in unserer Diözese. Einige haben, wie etwa die der Italiener, Kroaten, Portugiesen und Spanier schon eine jahrzehntelange Geschichte. Andere wie die Katholische Afrikanische Gemeinde wurden erst vor wenigen Jahren gegründet. Und gerade neu im Entstehen sind Gemeinden der syro-katholischen und der griechisch-melkitschen Kirche sowie auch der slowakischen Katholiken des griechisch-byzantinischen Ritus. Alle diese Gemeinden können durchaus als „jung“ bezeichnet werden, und zwar in einem doppelten Sinn: Sie haben hier bei uns nicht nur eine recht kurze Geschichte; sie sind auch jung, was viele ihrer Mitglieder betrifft.

Während seiner Predigt richtete sich Domkapitular Dr. Perego, selbst aus Norditalien stammend und Bischöflicher Beauftragter für die Gemeinden anderer Muttersprachen, in besonderer Weise an die Gläubigen aus dem Irak, aus Syrien und auch aus Nigeria: „Sie sollen einen besonderen Platz in unseren Herzen, in unserer Aufmerksamkeit haben“, so der Domkapitular. „Denn Sie wissen ganz genau, wenn Sie Ihre Geschichte betrachten, Ihre persönliche und familiäre Geschichte, was es bedeutet, heute wegen dem Glauben an Jesus Christus Unterdrückung, Verfolgung und Not zu erleiden. Sie wissen, was das kostet: nämlich das Leben.“ In arabischer Sprache wurde anschließend auch eine Fürbitte „für unsere Glaubensbrüder und Glaubensschwestern in Bedrängnis und Verfolgung“ vorgetragen. Auf Aramäisch, das insbesondere in Syrien und im Irak gesprochen wird, wurde „für die Männer, Frauen und Kinder in den Kriegs- und Krisengebieten unserer Erde und für alle, die auf der Flucht sind“, gebetet.

Einen ganz besonderen Akzent erfuhr der Gottesdienst durch seine musikalische Gestaltung. Das Eingangslied „Lobe den Herren“ wurde in vierzehn verschiedenen Sprachen gleichzeitig gesungen. Neu hinzugekommen sind heuer dabei Arabisch, Aramäisch und Slowakisch. Auch das „Großer Gott, wir loben dich“ ertönte zum Schluss in den verschiedenen Sprachen der Gottesdienstbesucher. Dazwischen sorgten Chöre muttersprachlicher Gemeinden für die musikalische Gestaltung. Als „gelungenes Experiment“ bezeichnete Monsignore Perego dabei, dass die Chöre erstmals als Zeichen der Einheit auch Lieder gemeinsam gesungen haben. Das werde auch nächstes Jahr wieder so sein, kündigte er am Ende des Gottesdienstes an. Er bedankte sich dabei zudem, dass sein Wunsch aus dem vergangenen Jahr wahr geworden sei: „Dass die Kirche voll wird. Heute hat sich das bewahrheitet. Ich danke Ihnen.“ Aber wenn im nächsten Jahr jeder einzelne noch einen weiteren mitbringe, „dann wird unsere Kirche zum Bersten voll. Das ist mein Traum. Ich danke Ihnen.“