Gottesdienste

Heilige Woche zu Hause feiern: Kar- und Ostergottesdienste mit dem ernannten Bischof Dr. Bertram Meier

02.04.2020 11:21

Augsburg (pba). Die Gottesdienste der Kar- und Ostertage im Bistum Augsburg können zu unserem großen Bedauern aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie heuer nur ohne die Teilnahme der Gläubigen in den Kirchen gefeiert werden. Damit folgt das Bistum einer Vorgabe der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung in Rom. Der ernannte Bischof und Apostolische Administrator von Augsburg, Dr. Bertram Meier, wird somit in der Kapelle des Bischofshauses die Feier der Heiligen Woche begehen und lädt alle Gläubigen herzlich dazu ein, sich im Gebet vereint vor den Bildschirmen zu versammeln und auf diese Weise an der Feier des österlichen Geheimnisses teilzuhaben.

Zusätzlich bieten die Fachbereiche Liturgie und Liturgische Bildung des Bistums auch für die Heilige Woche Vorlagen zum Feiern von Hausgottesdiensten an. Sie können auf www.bistum-augsburg.de/hausgottesdienste kostenfrei heruntergeladen werden. Die Hausgottesdienste laden dazu ein, gemäß dem Wort Jesu „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20) im Kleinen Kirche zu sein. In diesen Feiern können dann auch liebgewonnene Bräuche und Zeichen wie zum Beispiel die Segnung von Palmbuschen, Osterkerzen und Osterspeisen selbst durchgeführt werden. Auch die Geistlichen werden in der Feier der Osternacht das Segensgebet über die Osterspeisen für alle Gläubigen sprechen.

Die Gottesdienste aus der Bischofshauskapelle sind auf der Seite von katholisch1.tv, der Bistumshomepage sowie auf dem Facebook-Auftritt des Bistums zu den angegebenen Uhrzeiten live zu sehen. Bis auf die Messe am Gründonnerstag werden sie zudem alle auf den regionalen Fernsehsendern a.tv und Allgäu-TV live übertragen sowie der Internetseite der Augsburger Allgemeinen. Musikalisch gestaltet werden die Gottesdienste an den Kar- und Ostertagen von jeweils einem Organisten und einem Kantor – mit Ausnahme der Karfreitagsliturgie, bei der die Orgel stumm bleibt. Es werden neben Gemeindeliedern aus dem Gotteslob ebenso gregorianische Choräle gesungen.

 

Zusammenfassung:

Die Gottesdienste des ernannten Bischofs von Augsburg Dr. Bertram Meier während der Kar- und Ostertage finden zu folgenden Zeiten statt:

Palmsonntag, 5. April, 10.00 Uhr

Gründonnerstag, 9. April, 19.00 Uhr

Karfreitag, 10. April, 15.00 Uhr

Osternacht, 11. April, 21.00 Uhr

Ostersonntag, 12. April, 10.00 Uhr

Ostermontag, 13. April, 10.00 Uhr

An den anderen, hier nicht genannten Wochentagen gibt es die Gottesdienste aus dem Bischofshaus jeweils abends um 19.00 Uhr. Sie werden weiterhin bei katholisch1.tv, auf der Bistumshomepage sowie bei Facebook live übertragen.

 

Christus auf dem Palmesel in Bad Oberdorf (Foto: Karl-Georg Michel / pba)

Palmsonntag, 5. April

Mit dem Palmsonntag beginnt die Heilige Woche, an deren Ende das große Osterfest steht. In dieser Woche sind wir eingeladen, Jesu Weg mitzugehen: seinen Einzug in Jerusalem, die Feier des Abendmahls, seine Gefangennahme und Verurteilung, seinen Kreuzestod und die Grabesruhe bis hin zur Feier der Auferstehung. Die Liturgie des Palmsonntags hat zwei Seiten: Wir ehren Jesus als den Sieger über Sünde und Tod und wir schauen auf ihn als den leidenden Gottesknecht, der sein Leben für uns Menschen hingibt. Im Wortgottesdienst der Messfeier wird daher den Gläubigen die Leidensgeschichte Jesu (Passion) verkündet. Auch wenn die traditionelle Segnung der Palmzweige in den Kirchen des Bistums nicht stattfinden kann, so muss sie dennoch nicht entfallen: Die Gläubigen sind eingeladen, im Hausgottesdienst ihre Palmbuschen zu segnen.

Gründonnerstag, 9. April

Am Gründonnerstag begeht die Kirche den innersten Beweggrund, der Jesus den Weg der kommenden Tage gehen lässt: seine dienende Liebe, die sich im Tod vollendet. Sie kommt zum Ausdruck in der Einsetzung der Eucharistie, dem „Gastmahl der Liebe“ und im Zeichen der Fußwaschung. Die Gläubigen dürfen sich im Gebet an diesem Tag hineinnehmen lassen in die liebende Hingabe Jesu Christi. Die traditionelle Fußwaschung sowie die Sakramentsprozession mit Übertragung des Allerheiligsten müssen in diesem Jahr entfallen. Ebenso können die beliebten Ölbergandachten (GL 897 oder 675,3.6.8) in diesem Jahr nur privat gebetet werden.

Karfreitag, 10. April

Der Karfreitag steht ganz im Zeichen des Kreuzes. Christen gedenken des Leidens und Sterbens Jesu. Sie danken ihm für seine Liebe, mit der er die Menschen bis zur Hingabe seines Lebens am Kreuz beschenkt hat. Ein besonderer Teil der

Kreuz mit Engeln im Hohen Dom (Foto: Nicolas Schnall / pba)

Liturgie ist die Kreuzverehrung, die heuer vom Zelebranten alleine vorgenommen werden muss. Ein weiterer wichtiger Teil der Liturgie am Karfreitag sind die „Großen Fürbitten“, in denen die Kirche für die Anliegen der Kirche und der Welt betet. Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie möchte die Kirche in Deutschland mit einer eigenen Fürbitte die Verbundenheit mit Corona-Patienten und anderen Erkrankten besonders zum Ausdruck bringen. Die Deutsche Bischofskonferenz hat dazu in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Liturgischen Institut eine Fassung vorgelegt, die für den Gottesdienst am Karfreitag vorgegeben wird.

Karsamstag, 11. April

Der Karsamstag ist für die Kirche eine Zeit des Innehaltens und des stillen Gebets (z.B. GL 310). An diesem Tag verweilt die ganze Kirche gedanklich am Grab des Herrn, betrachtet sein Leiden, seinen Tod und seinen Abstieg in das Reich des Todes und erwartet mit Fasten und Gebet seine Auferstehung.

Osternacht, 11. April

Nach Sonnenuntergang beginnt die Osternacht, in der die Christenheit die Auferstehung ihres Erlösers feiert. Die liturgischen Elemente des Osterfeuers und der Lichterprozession entfallen. In diesem Jahr kann nur die Osterkerze entzündet werden, worauf das Exsultet, das große Osterlob und die Lesungen folgen. Auch auf die Segnung des Taufwassers muss aus hygienischen Gründen in diesem Jahr verzichtet werden. Was bleibt, ist die Erneuerung des Taufversprechens. Die in der Osternacht und am Ostersonntag übliche Speisen- und Kerzensegnung durch die Geistlichen kann nicht stattfinden; stattdessen werden die Gläubigen ermutigt, diese Segnung im Rahmen eines Hausgottesdienstes selbst vorzunehmen.

Osterlamm in der Krypta des Freisinger Doms (Katharina Wagner in Pfarrbriefservice.de)

Ostersonntag, 12. April

Leider können die Pfarrgemeinden auch den Ostertag nicht in gemeinsamer Freude über die Auferstehung Jesu Christi begehen. Gerade die Kirchenchöre werden es bedauern, an diesem Tag im Gottesdienst nicht mitwirken zu können. Doch die Freude über das Geschenk der Erlösung kann das Corona-Virus den Gläubigen nicht nehmen. Sie wissen: das letzte Wort hat nicht die Krankheit, nicht die Not noch der Tod, sondern der Auferstandene. Er sagt: Ich lebe und ich will, dass du lebst.

Ostermontag, 13. April

Christen feiern die Osterbotschaft nicht nur einen Tag, sondern fünfzig Tage hindurch bis zum Pfingstfest. Die ersten acht Tage zählen zur Osteroktav, sie hebt die Kirche in der Feier der Liturgie nochmals besonders hervor. In die Osteroktav fällt auch der Ostermontag, an dem in vielen Gemeinden ein Emmausgang üblich war. Wenn dieser auch in diesem Jahr entfallen muss, so wird doch der eine oder andere Gläubige unter Berücksichtigung der staatlichen Vorgaben einen kleinen Osterspaziergang unternehmen und die Osterfreude still im Herzen genießen.

In vielen Pfarreien und geistlichen Gemeinschaften des Bistums sind ebenfalls Livestream-Gottesdienste für die Heilige Woche geplant. Allen Gläubigen wird empfohlen, sich im Internet oder telefonisch bei ihrem Pfarrbüro über die angebotenen Gottesdienste zu informieren und die Möglichkeit zu suchen, auf andere Art und Weise als gewohnt mit und in der Gemeinde die Kar- und Ostertage gemeinsam zu feiern.