Augsburg (pba). Nach römischer Tradition darf der Priester an Weihnachten drei Messen feiern: die Christmette, die Hirtenmesse und das Hochamt. In dieser Dreizahl sahen die großen Mystiker des Mittelalters einen Hinweis auf die „dreifache Geburt“ unseres Herrn: Die erste Geburt ist die ewige Geburt Christi, des wesensgleichen Sohnes, aus dem Vater. Die zweite Geburt, deren wir heute gedenken, ist die aus Maria, der Jungfrau. Die dritte Geburt ist die Geburt Jesu im Herzen der Gläubigen.
Die alttestamentliche Lesung der Christmette (Jes 9,1-6) kündet uns von der messianischen Hoffnung, die an diesem Festtag ihre Erfüllung gefunden hat. Die zweite Lesung (Tit 2,11-14) richtet den Blick schon auf das endzeitliche „Erscheinen der Herrlichkeit“ Christi. Das Evangelium (Lk 2,1-14) verkündet die Geburt Jesu in Betlehem.
Die Lichtsymbolik findet Ausdruck im Tagesgebet: „in dieser hochheiligen Nacht ist uns das wahre Licht aufgestrahlt“. Das Gabengebet handelt vom „wunderbaren Tausch“: „gib, daß wir durch den wunderbaren Tausch deinem Sohn gleichgestaltet werden, in dem unsere menschliche Natur mit deinem göttlichen Wesen vereint ist.“