Weltkirche

Außerordentlicher Monat der Weltmission: Innovative Ökospiritualität in Indien

14.10.2019 14:57

Augsburg (pba). Der Nordosten Indiens gehört zu den ärmsten Teilen des Landes. Dennoch ist die abgelegene Region Schauplatz eines innovativen Konzeptes, das den menschlichen Auftrag zu Nachhaltigkeit und Schöpfungsbewahrung mit dem Bedürfnis der Bevölkerung nach wirtschaftlicher Entwicklung und Fortschritt vereinen soll.

V.l.n.r.: Maria John (missio), Anton Stegmair (Leiter Abteilung Weltkirche), Br. Collinsius Wanniang CMSF, Diözesanadministrator Dr. Bertram Meier, Dr. Peter Frasch (Referent Abteilung Weltkirche) (Foto: Julian Schmidt / pba)

Heute wurde es in Augsburg im Rahmen des außerordentlichen Monats der Weltmission vorgestellt. Auf Einladung von missio München hat der Missionsfranziskaner Br. Collinsius Wanniang CMSF vor Vertretern der Presse über das „Ökospiritualitätszentrum“ seines Ordens gesprochen. Das Zentrum wurde 2014 durch die Brüder in Orlong Hada im Bundesstaat Meghalaya gegründet. Das erklärte Ziel der Franziskaner dort ist es, die reiche Biodiversität der Region zu schützen und gleichzeitig den zahlreichen Kleinbauern aus der Armut zu helfen. „Umweltschutz und Entwicklung müssen Hand in Hand gehen“, erklärte Br. Collinsius.

Ein wichtiger Aspekt der Arbeit seines Ordens sei zum Beispiel die Förderung des Anbaus sogenannter „cash crops“. Dabei handelt es sich um Nutzpflanzen, die die Familien der Bauern ernähren und auf dem Markt mit Gewinn verkauft werden können und zugleich die Böden schonen. Der kontrollierte Anbau von Kautschuk, Bananen oder Betelnüssen sei um ein Vielfaches umweltfreundlicher und nachhaltiger als die traditionelle Brandrodung, die große Teile des Regenwaldes in Meghalaya zu vernichten droht. Neben ihrem Engagement für die Umwelt sind die Geistlichen auch im Bildungsbereich aktiv. Seit Kurzem werden in dem Ökospiritualitätszentrum auch Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren unterrichtet. Dort sollen die Kleinen schon von früh an mit dem hohen Wert von Umweltschutz und Nachhaltigkeit vertraut gemacht werden.

Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier zeigte sich beeindruckt von der Arbeit der Missionsfranziskaner. Die Verbindungen zwischen dem Orden und der deutschen Kirche seien traditionell eng. „Ordensgemeinschaften sind ein Barometer für die Kirche“ erklärte Meier, der als Leiter der Hauptabteilung II: Seelsorge auch für weltkirchliche Belange zuständig ist. Indien sei für ihn ein „schillerndes Land“, ohne das im Bistum Augsburg die Seelsorge weit ärmer wäre. Das Konzept der „Ökospiritualität“ entspreche nicht nur genau den Vorstellungen von Papst Franziskus, sondern könne auch für die Augsburger Kirche eine Bereicherung darstellen. Darüber hinaus würdigte er das Engagement der indischen Ordensschwestern, die rund 90 Prozent der Ordensleute dort ausmachten. „Gottes Powerfrauen sind Motor für eine erneuerte Kirche!“, sagte Meier und wünschte sich, dass indische Frauen in Zukunft noch deutlich präsenter sein können: „Indien braucht starke Frauen!“

Der außerordentliche Monat der Weltmission wurde heuer von Papst Franziskus zum 100. Jahrestag des apostolischen Schreibens „Maximum illud“ ausgerufen. Die Kollekte des Weltmissionssonntages am 27. Oktober dient den 1.100 ärmsten Diözesen der Welt und hat Nordostindien zum Schwerpunkt. Eine heilige Messe zum außerordentlichen Monat der Weltmission wird am Sonntag, den 20. Oktober, um 11.30 Uhr mit Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier im Hohen Dom zu Augsburg gefeiert.