Berufe der Kirche

Intensivierung der Werbung für pastorale Berufe: Werkstattnachmittag in Leitershofen

26.07.2018 15:15

Augsburg (pba). Gestern Nachmittag sind rund 40 Vertreter pastoraler Berufsgruppen aus dem Bistum Augsburg im Exerzitienhaus St. Paulus in Leitershofen zusammengekommen. Bei einem Werkstattnachmittag erarbeiteten sie gemeinsam Strategien, wie die pastoralen Berufsfelder für junge Menschen und Berufseinsteiger attraktiv gestaltet und stärker beworben werden können.

In Kleingruppen erarbeiteten die Teilnehmer des Werkstattnachmittags Werbestrategien für pastorale Berufe. (Fotos: Simone Zwikirsch/pba)

Ebenso wie in der freien Wirtschaft herrscht auch in der Kirche ein Mangel an Nachwuchskräften. Die Altersstruktur der pastoralen Mitarbeiter in der Diözese Augsburg zeige: Ein Drittel der Gemeindereferenten und sogar zwei Drittel der Pastoralreferenten sind über 56 Jahre alt, legte Karl Wolf, Leiter der Personalabteilung für Diakone und pastorale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die aktuellen Zahlen dar. Aus diesem Grund hat sich im Bistum bereits vor vier Jahren eine Projektgruppe gebildet, die sich mit der Personalgewinnung für pastorale Berufe auseinandersetzt. Damals seien Ideen entstanden, wie durch gezielte Werbung verstärkt junge Menschen für Berufe der Kirche begeistert werden können, blickte Heidelinde Kotzian, Mitglied der Projektgruppe, auf die Anfänge des Projekts zurück. Beim gestrigen Werkstattnachmittag wurde nun über die Umsetzung der Ideen von damals diskutiert Außerdem nahmen die Teilnehmer neue Ansätze für Werbemaßnahmen in den Blick. „Sie alle sind hier, weil sie die Botschaft des Glaubens weitergeben wollen“, begrüßte Generalvikar Harald Heinrich die rund 40 Teilnehmer des Werkstattnachmittags. Gleichzeitig ermutigte er sie, den bereits begonnenen Weg mit guten Ideen weiterzugehen.

„Wir freuen uns, dass wir einen Großteil der Ideen vom letzten Werkstattnachmittag verwirklichen konnten“, richtete sich Projektleiterin Anna Lottes an die Runde. Diese bestand aus Pastoralreferenten/-innen, Gemeindereferenten/-innen, Pfarrhelfer/-innen, Religionslehrer/-innen, Priestern und Professoren der Hochschulen Augsburg, Benediktbeuern und Eichstätt, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Personalabteilung, der Abteilung Schule und Religionsunterricht, der Diözesanstelle „Berufe der Kirche“, dem Priesterseminar, dem Bischöflichen Jugendamt und der Pressestelle.

 

Der erste Schritt der Umsetzung seien regionale Veranstaltungen für pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewesen, bei denen zunächst über das Projekt informiert wurde. Bei insgesamt sieben „werben.wirkt.wunder“-Veranstaltungen konnten 120 Vertreterinnen und Vertreter der Berufsgruppen für die Notwendigkeit sensibilisiert werden, Menschen auf pastorale Berufe anzusprechen. Auch an Schulen sei in den vergangenen Jahren verstärkt für pastorale Berufe geworben worden. Derzeit sind im Bistum 20 Multiplikatoren im Einsatz, die regelmäßig an verschiedenen Schulen zu Gast sind. Dort machen sie mit ausgewählten Materialien auf die verschiedenen Berufsmöglichkeiten in der Kirche aufmerksam. Von der Pressestelle wurden dafür beispielsweise acht Filme mit Berufsporträts einzelner pastoraler Mitarbeiter produziert. Mit der flächendeckenden Präsenz bei rund 16 Veranstaltungen zur Berufsorientierung jährlich sei eine weitere wichtige Werbeplattform abgedeckt, stellte Anna Lottes fest. Hier gehe ein besonderer Dank an die Personen, die die Berufsgruppen bei Job-Börsen und Berufsmessen bistumsweit vertreten und dort auf junge Menschen zugehen. Neben der Präsenz auf Berufsmessen werden junge Leute nun auch über Internetseiten zur Berufsfindung an die pastoralen Berufe herangeführt. Außerdem werde verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit in digitalen Medien gesetzt: Zentrale Werbeplätze seien bisher die Bistumshomepage, der Internetauftritt der Abteilung „Berufe der Kirche“ und der YouTube-Kanal des Bistums.

Im Anschluss an die Präsentation der bereits umgesetzten Maßnahmen waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihren Erfahrungen aus der pastoralen Arbeit gefragt. Mit der „World-Cafe“-Methode wurde das Projekt Werbung unter verschiedenen Fragestellungen und mit unterschiedlicher Ausrichtung bearbeitet. Wie wirksam sind die bisherigen Maßnahmen? Was bräuchte es für neue Maßnahmen? Wie können pastorale Berufe für junge Menschen attraktiver werden? In mehreren Kleingruppen diskutierten die Teilnehmer diese Fragen und fixierten ihre Ergebnisse auf Plakaten.

 

Wie die gut gefüllten großen Papierblätter am Ende des „World-Cafés“ zeigten, wurden dabei verschiedenste Vorschläge zusammengetragen, um das Anliegen, junge Menschen für pastorale Berufe zu gewinnen, weiterzuverfolgen. Sie reichten von der mehrmals vorgetragen Überzeugung, dass wir selbst die besten Werbeträger seien, über den Vorschlag für Werbespots in der Kinowerbung bis hin zu Aspekten wie der Frage, ob wir die veränderten Werte und Ansprüche der heutigen Jugend wirklich wahrnähmen. 

Bei seinen Dankesworten am Ende der Veranstaltung unterstrich Karl Wolf als Leiter der Personalabteilung für Diakone und pastorale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, von dem Werkstatt-Nachmittag viel Motivation mitzunehmen. Dies mache es wert, für pastorale Berufe zu werben. Zudem freue er sich über die Erweiterung des Projekts, das jetzt auch Priesterberufungen mit in den Blick nimmt.