Personalia

Bistum Augsburg setzt mit Klimaschutzmanager auf die Bewahrung der Schöpfung

01.10.2020 10:55

Augsburg (pba). Das Bistum Augsburg hat ab sofort einen Klimaschutzmanager. Der 28-jährige Experte für energieeffizientes Planen und Bauen Max Markmiller hat die Stelle seit Anfang September inne. Er wird in den nächsten Jahren ein Klimaschutzkonzept für die Diözese entwickeln. Dazu gehört vor allem die Erfassung und Einsparung von Treibhausgasemissionen.

Gemeinsam für das Bewahren der Schöpfung: Bischof Bertram zusammen mit Klimaschutzmanager Max Markmiller (Foto: Nicolas Schnall / pba)

Bischof Dr. Bertram Meier betont anlässlich des Antrittsbesuchs von Markmiller die Bedeutung des neu geschaffenen Postens: „Die Kirche redet nicht nur, sie handelt! Wenn wir engagiert für die Bewahrung der Schöpfung eintreten, dann müssen wir auch selber unseren Teil dazu beitragen und konkret in Aktion treten.“ Fünf Jahre nach dem Erscheinen der Enzyklika „Laudato si‘“ von Papst Franziskus sei die Schaffung der neuen Stelle auch als Zeichen zu verstehen. „Mit Herrn Markmiller ist es uns gelungen, einen jungen Katholiken aus unserem Bistum für dieses Projekt zu gewinnen, der gleichzeitig auch eine große Expertise in seinen zukünftigen Fachbereichen mitbringt“, so Bischof Bertram. Er kündigte zudem an, in seinem Hirtenwort zum Erntedanksonntag am 4. Oktober seine Gedanken zum Thema „Kirche und Bewahrung der Schöpfung“ noch weiter ausführen zu wollen.

Auch der neue Klimaschutzmanager sieht die Kirche in der Pflicht: „Das Klima braucht die Kirche!“ Schon allein aufgrund ihrer zahlreichen Einrichtungen und Gebäude könne die Kirche einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung und dem Schutz des Klimas leisten. Auch jeder Mitarbeiter und die Gläubigen seien dazu eingeladen. Bereits jetzt liefen zahlreiche Klimaschutzprojekte im Bistum Augsburg: So werde zum Beispiel schon seit 2014 der Strombedarf der Diözese und der rund tausend Kirchenstiftungen durch heimische Wasserkraft gedeckt. In den vergangenen Jahren seien zudem rund vier Millionen Euro für die energetische Sanierung von Kirchengebäuden zur Verfügung gestellt worden. Ein aktuelles Beispiel energetisch verantwortungsvollen und nachhaltigen Bauens liege außerdem in der kurz vor dem Abschluss stehenden Generalsanierung eines großen kirchlichen Bürogebäudes am Augsburger Hafnerberg vor.

Diese vielfältigen Projekte zu bündeln, mit Blick auf die Zukunft weiter auszubauen und die Kooperation mit den Kirchenstiftungen und kirchlichen Verbänden zu suchen werde eine seiner Hauptaufgaben als Klimaschutzmanagers sein. „An dieser Herausforderung mitwirken zu dürfen, ehrt mich sehr“, erklärt er und freut sich auf die damit verknüpften neuen Aufgaben. Zunächst werde er in den Jahren 2020 bis 2022 auf allen Ebenen und Wirkungsbereichen ein systematisches Klimaschutzkonzept erstellen. In dessen Rahmen sollen eine Treibhausgasbilanz erstellt und tragfähige Zukunftsszenarien für ein umweltfreundlicheres, nachhaltigeres und emissionsärmeres Arbeiten im Bistum entworfen werden.

Das Konzept sowie die Einrichtung der Managerstelle werden durch Mittel des Bundesumweltministeriums gefördert. Grundlage dafür ist die Kommunalrichtlinie in der Nationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung. Max Markmiller wird dabei in seiner Arbeit von der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. in Heidelberg fachlich begleitet. Organisatorisch ist der Klimaschutzmanager als Stabsstelle an das Generalvikariat angegliedert.

Max Markmiller ist 28 Jahre alt und lebt in Königsbrunn. Der Katholik engagiert sich schon seit langem in der Kirche und auch dem kirchlichen Umweltmanagement. Sein Interesse für Architektur und Schöpfungsbewahrung spiegelten sich auch in seiner Studienwahl „Energieeffizientes Planen und Bauen“ an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg wider, in dessen Verlauf er von 2013 bis 2018 Stipendiat der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk war.

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.