Neue Druckmaschine im Augsburger Medienzentrum gesegnet
Es ist ein faszinierendes Schauspiel, wenn tonnenschwere Rollen und Walzen aus Edelstahl endlos wirkende Papierbahnen durch Tore und Halterungen aus dunkelblau lackiertem Stahl hindurchjagen: Nicht nur die „Augsburger Allgemeine“ mit ihre Lokalausgaben, sondern auch die „Katholische SonntagsZeitung“ entsteht seit kurzem - im handlicheren Berliner Format - auf einer neuen Druckmaschine im Augsburger Medienzentrum. Daher war es für Bischof Dr. Bertram Meier an diesem Montag eine Selbstverständlichkeit, die imposante Maschine im Rahmen einer ökumenischen Segensfeier gemeinsam mit dem evangelischen Dekan Frank Kreiselmeier zu segnen.
Zu Beginn der Feier in der weitläufigen, mehrgeschossigen Druckereihalle sagte Bischof Bertram vor den anwesenden Mitgliedern von Herausgeberfamilie und Geschäftsleitung, zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Dienstleistern und Kunden der Mediengruppe, darunter auch der Sankt Ulrich Verlag mit seiner Geschäftsführerin Ruth Klaus: „Zusammen mit Ihnen dürfen wir diese neue Druckmaschine unter Gottes Segen stellen. Sie ist ein beeindruckendes Werk menschlicher Planung, Technik und Handwerkskunst. Wir bitten um Gottes Segen für diese neue Anlage, für Ihr Unternehmen und für alle Menschen, die hier täglich ihren Beitrag leisten.“
Allen Medienschaffenden schrieb er zudem ins Stammbuch, dass es „der Dienst an der Wahrheit sei, die es ans Licht zu heben gilt“. Eine Druckmaschine hätte für sich betrachtet nur wenig Wert, wenn es keine Inhalte gäbe, im konkreten Fall das gedruckte Wort. Der Bischof gab deshalb kritisch zu bedenken: Worte könnten Brücken bauen und Vertrauen schaffen, sie wären aber auch dazu in der Lage Beziehungen zum Bröckeln zu bringen. Ein Bogen, der sich von der Druckmaschine hin zu unserem ganz persönlichen Leben spannen lasse.
Im Segensgebet, das Bischof Bertram und Dekan Kreiselmeier abwechselnd sprachen, dankten sie allen, die an der Konstruktion, Fertigung und Aufbau der neuen Druckmaschine beteiligt waren, und allen Redakteurinnen und Redakteure für ihren wichtigen Dienst der Informationsvermittlung und Meinungsbildung. „Wir bitten dich: Segne diese Druckmaschine und alle Arbeit, die an ihr und durch sie geschieht. Segne alle, die an dieser Maschine arbeiten. Bewahre sie vor Unfall und Schaden. Schenke ihnen Verlässlichkeit, Geduld und Freude an ihrer Arbeit“, so der Bischof.
Aber auch den Journalistinnen und Journalisten, die für die Inhalte der Zeitung verantwortlich sind, sprach Dekan Kreiselmeier den Segen Gottes zu: „Gib ihnen Mut zur Wahrheit, Sorgfalt im Urteil, Respekt vor der Würde jedes Menschen und ein waches Gewissen.“ Bevor Bischof Bertram die Druckmaschine mit Weihwasser besprengte und den Schlusssegen erteilte, legte er das Augenmerk auf das schützenswerte Gut der Pressefreiheit, das die Medien vor Einschüchterung, Zensur und Gewalt bewahren möge und schloss mit den Worten „Lass die Medien dem Frieden, der Gerechtigkeit und dem Gemeinwohl dienen.“
Nach der Segnungsfeier ging es für die rund 100 Festgäste aus Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Kirche zu einem Stehempfang wieder zurück an den Ort, wo sie bereits anfangs durch Grußworte, etwa von Andreas Schmutterer, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Mediengruppe Pressedruck, und dem bayerischen Medienminister Dr. Florian Herrmann empfangen wurden.
Für die Mediengruppe sei die neue Druckmaschine eine der größten Investitionen der vergangenen Jahre – für ein Mehr an Qualität und Effizienz und die Zukunft unseres Verlages, betonte jüngst Dr. Bernhard Hock, ebenfalls Vorsitzender der Geschäftsleitung. „Wir schaffen die Voraussetzung, um unsere Leserinnen und Leser auch künftig mit hochwertigen Zeitungen und Informationen zu versorgen.“
Nach 20 Jahren Betriebsdauer hatte die alte Druckmaschine im Medienzentrum das Ende ihres Lebenszyklus erreicht. Rund 30 Millionen Euro habe das Unternehmen investiert. Jeweils rund ein Drittel der Summe seien in die neue Maschine selbst geflossen, in den Umbau des Gebäudes inklusive Schallschutz und Drucknebenaggregaten sowie in die neuen Weiterverarbeitungsanlagen.