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Ökumenische Telefonseelsorge veröffentlicht Jahresbericht: 12.300 Anrufe im vergangenen Jahr

16.01.2017 15:21

Augsburg (pba). Die ökumenische Telefonseelsorge Augsburg hat im vergangenen Jahr rund 12.300 Anrufe entgegengenommen. Pro Tag ergibt das rund 25 Gespräche mit einer täglichen Gesamtgesprächszeit von 9,7 Stunden. Diese Zahlen sind dem Jahresbericht zu entnehmen, den die Telefonseelsorge soeben veröffentlicht hat. Eine Statistik im Jahresbericht gibt einen Überblick darüber, mit welchen Themen die Mitarbeiter der Telefonseelsorge konfrontiert waren.

Fast die Hälfte aller Anrufer (46%) suchte das Gespräch aufgrund psychischer Probleme wie depressive Verstimmungen, Ängste und weitere seelische Nöte. Beziehungsfragen sind mit rund 44% das zweithäufigste Thema. Mindestens ein Telefonat pro Tag befasste sich mit dem Thema Suizidalität. Rund zwei Drittel der Anrufenden waren Frauen.

Die 76 Ehrenamtlichen waren Tag und Nacht im Einsatz, um die insgesamt 1.828 Schichten zu übernehmen. Zusätzlich waren sie auch in der Chat- und Mailberatung aktiv. Diakon Franz Schütz, Leiter der Telefonseelsorge Augsburg, ist begeistert vom Engagement der Ehrenamtlichen: „Durch ihre vielfältigen Vorerfahrungen bringen sie alle unterschiedliche Fähigkeiten in die Arbeit ein.“ Diakon Schütz leitet die Telefonseelsorge Augsburg nunmehr seit 20 Jahren. Neu dazugekommen sind im vergangenen Jahr 14 neue Ehrenamtliche. Ab 22. September beginnt wieder eine neue Ausbildungsphase für ehrenamtliche Telefonseelsorger. Interessierte können an den Informationsabenden am 18. Mai und am 18. Juli mehr darüber erfahren.

Finanziert werden die Personal- und Betriebskosten der ökumenischen Telefonseelsorge zu 75 Prozent durch die Diözese Augsburg und zu 25 Prozent durch das diakonische Werk Augsburg. Die Aus- und Weiterbildungen der Mitarbeiter können durch Zuschüsse der Stadt Augsburg, des Bezirks Schwaben und der Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg sowie durch Spenden abgedeckt werden. Dank einer höheren Einzelspende im vergangenen Jahr kann die ökumenische Telefonseelsorge außerplanmäßige Projekte wie eine regionale Mailberatung mit Vernetzung regionaler Beratungsstellen umsetzen. Ein Projekt, das sich bereits in Vorbereitung befindet, ist ein Krisentelefon für Großereignisse, damit Menschen in Panik und Krisensituationen direkt durchwählen können. Mit einem derartigen Krisentelefon konnte die katholische Telefonseelsorge München beim Amoklauf im Juli 2016 vielen Anrufenden beistehen.

Die ökumenische Telefonseelsorge Augsburg ist erreichbar über die Telefonnummern 0800 - 111 0 111 und 0800 - 111 0 222 sowie 116123 (ohne Vorwahl wählen). Zur Mail- und Chatberatung gelangt man über www.telefonseelsorge-augsburg.de