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Aus den Pfarreien

Orte der Gottesbegegnung

Ein neuer Ambo und Altar für die Pfarrkirche St. Michael in Hofstetten bei Landsberg: In einem feierlichen Pontifikalgottesdienst am vergangenen Sonntag hat Bischof Bertram dort den „Tisch des Wortes“ gesegnet und den „Tisch des Brotes“ geweiht. In seiner Predigt betonte er, dass die beiden „Tische“ Orte seien, an denen man Gott ganz konkret und fassbar im Wort und in der Eucharistie begegnen könne.

St. Michael in Hofstetten (Foto: Wikimedia Commons)

Der Ambo sehe zwar eher wie ein Rednerpult aus, sei aber in Analogie zum Altar als Tisch des Wortes zu begreifen, von dem aus das Wort Gottes verkündet werde und zu den Menschen in ihrer individuellen Lebenssituation spreche. „Es ist nichts, was sich jemand hier von Ihnen ausgedacht hat, sondern wir glauben: all das ist Wort Gottes. Er spricht zu uns - durch die unterschiedlichsten Texte der Bibel“, so der Bischof in seiner Predigt.

Der Altar wiederum sei der Ort, an dem Gott in der Eucharistie ganz konkret fassbar werde: Eine Gottesbegegnung anderer Art, in der Gott selber sich „mit Leib und Seele, mit Haut und Haar für uns hingegeben“ habe und nach dem kein größeres Opfer mehr kommen könne. „Wenn wir Eucharistie feiern, dann ist das nicht einfach eine Erinnerung an Jesu Leiden, Tod und Auferstehung. Es ist viel mehr: wenn wir uns um den Altar versammeln, dann wird das, was Jesus getan hat, für unser Leben Wirklichkeit. Wir sind live mit dabei – die Eucharistiefeier ist wie eine Live-Schalte nach Jerusalem vor 2000 Jahren. Durch das Erlösungswerk Jesu Christi haben wir Zugang zum Vater im Heiligen Geist.“

Zudem spiegele sich in Ambo und Altar noch eine weitere Facette des katholischen Glaubens, erläuterte Bischof Bertram abschließend in seiner Predigt. Die Reliquien der Heiligen, die in den Altar beigesetzt würden, erdeten das himmlische Geschehen am Altar: Auch wenn die in Hofstetten so besonders verehrten hl. Agatha und hl. Severin „lange vor uns gelebt haben, ihre Knochen sind noch da, Beweis ihrer Existenz und der jahrhundertelangen Verehrung. Auf ihre Fürsprache dürfen wir bauen.“ Als Christen glaubten wir nicht an bloße Märchen, sondern an einen Gott, der es liebe, dort zu sein, wo wir Menschen seien: „Durch die Altarweihe und die Segnung des Ambos rückt es neu in unser Bewusstsein.“

Ambo und Altar wurden vom Bildhauer Thomas Link aus Waal geschaffen, der auch schon an anderen kirchlichen Orten im Bistum wie etwa dem Marienmünster in Dießen tätig war. Der Künstler wählte für die beiden Werke italienischen Botticino-Marmor aus, der an die Säulenstruktur des neuromantischen Hochaltars in St. Michael anknüpft. Die in Dreiecken angelegte künstlerische Gestaltung orientiert sich wiederum am Tabernakel in Hofstetten.

Die Pfarrkirche St. Michael in Hofstetten wurde 1857 geweiht und ersetzte den baufälligen und zu klein gewordenen Vorgängerbau aus dem Mittelalter, von dem der gotische Turm noch erhalten blieb. Nach einer aufwändigen Innenrenovierung Anfang der Zweitausenderjahre wurde die Kirche 2003 durch den damaligen Domkapitular Dr. Bertram Meier feierlich wiedereröffnet.