Karwoche

Palmsonntag – Einzug Jesu in Jerusalem

14.04.2019 08:00

Mit dem heutigen Palmsonntag bricht die „heilige Woche“ an. Im Volksmund ist die Bezeichnung „Karwoche“ weit geläufiger. Die Feier des Einzugs Jesu in Jerusalem steht dabei zunächst im Mittelpunkt.

Foto: Gerda Riedl

Alle Anhänger Jesu lobten damals Gott – wie wir im heutigen Evangelium hören – und riefen mit Blick auf Jesus: „Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!“ (Lk 19,38). Und entsprechend wird er von den Menschen begrüßt und bejubelt, hoffen sie doch auf den Anbruch besserer Zeiten. Auch wir verbinden mit Christus die Hoffnung auf eine neue Zeit und so ziehen auch heute die Gläubigen zusammen mit ihrem Priester oder Bischof in feierlicher Prozession in die Kirche ein.

Beim Evangelisten Johannes ist außerdem nachzulesen, dass die Einwohner Jerusalems Jesus mit Palmzweigen in den Händen zujubeln – daher der Name des heutigen Sonntags (vgl. Joh 12,13) – und so ihren Glauben zum Ausdruck bringen: Jesus ist der von Gott gesandte Retter für sein Volk. Und gerade der Ritt auf einem Esel ist für den Kenner des Alten Testaments ein unübersehbarer Hinweis auf dieses Königtum Jesu, stellt doch der Esel nichts anders dar als das traditionelle Reittier der davidischen Königsfamilie (vgl. 2 Sam 16,2). Und deshalb heißt es auch bei dem im heutigen Evangelium zitierten Propheten Sacharja: „Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin“ (Sach 9,9).

Doch damit jene Gottesherrschaft anbrechen kann, die beim Einzug Jesu in Jerusalem erwartet und gefeiert wird, müssen sich Menschen – durch das Leiden, Sterben und Auferstehen des Herrn – erst mit Gott versöhnen lassen. Daher ist schon heute (zum ersten Mal in der Karwoche) das Passions-Thema berührt: Anstelle des Evangeliums wird den Gläubigen während der hl. Messe die Leidensgeschichte Jesu, heuer nach dem Evangelisten Lukas, vorgetragen. Beginnend beim letzten Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern über seine Hinrichtung bis hin zu seinem Begräbnis.

So ist heute die Heilige Woche eröffnet und der Bedeutungshorizont dessen vorgezeichnet, was wir in ihr feiern.