Nachruf

Pastoralreferent Michael Widmann verstorben

17.12.2021 14:25

Pastoralreferent Michael Widmann ist am Donnerstag, 16. Dezember, nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 57 Jahren verstorben. Aufgewachsen in Starnberg arbeitete der studierte Theologe für den Sankt Ulrich Verlag und zuletzt in der Pfarreiseelsorge und als Referent für den Diözesanrat. Für Bischof Bertram war der Verstorbene ein „geistig-geistlicher Christ“, der seine Stimme stets mit Klarheit in Wort und Schrift erhob.

+ Pastoralreferent Michael Widmann (1964-2021). (Foto privat)

Der Bischof reagierte schockiert über die Nachricht von Michael Widmanns Tod: „Seit vielen Jahren kenne und schätze ich ihn als kompetenten Mitarbeiter, der zunächst als Lektor im Sankt Ulrich Verlag und später als Pastoralreferent in der Pfarrseelsorge sowie im Diöezesanrat mit großem Fleiß und Einsatz gewirkt hat. Gemeinsam mit meinem Generalvikar Msgr. Wolfgang Hacker, mit dem er in den vergangenen Jahren vor allem im Umfeld des Laienapostolats eng zusammenarbeitete, drücke ich seiner Frau Judith und seinem Sohn Benedikt mein tief empfundenes Mitgefühl aus.“

Klar in der Sache, für die Michael Widmann seine Stimme in Wort und Schrift erhoben hat, sei er stets ein sensibler Mensch gewesen, der Herz und Gemüt zeigen konnte. Dabei habe er weit über den katholischen Tellerrand hinausgeblickt: „Europa und der Dialog mit dem Islam lagen ihm sehr am Herzen. Während der Ferien zog es ihn in viele Gegenden Deutschlands und in andere Länder, die er neugierig erkundete. In seiner Nähe, die ihn schon von seiner Erscheinung her zu einer echten Vaterfigur werden ließ, fühlten sich die Menschen wohl: beruflich ebenso wie privat. Mir wird besonders in Erinnerung bleiben, wie akribisch genau und manchmal fast poetisch er mit Sprache umgehen konnte. Als ich noch Leiter des Seelsorgeamtes war, besuchte er als Mitglied der Hausgemeinschaft jeden Freitag die Heilige Messe zu früher Stunde. Michael Widmann lebte aus der Eucharistie, die er innig verehrte und regelmäßig empfing. Er war ein geistig-geistlicher Christ, der fest in der katholischen Kirche verankert war“, würdigte der Bischof den Verstorbenen.

Nach seinem Redaktionsvolontariat bei der Katholischen SonntagsZeitung war der gebürtige Münchner als Lektor im Sankt Ulrich Verlag tätig. Den Weg zum Pastoralreferenten hatte er bereits Jahre zuvor eingeschlagen: 1994 hat er als Pastoralassistent in der Augsburger Pfarrei Herz Jesu begonnen, 2012 seine Ausbildung in der Pfarrei St. Ulrich und Afra in Augsburg fortgesetzt, wo er bis zuletzt in der Pfarreiengemeinschaft wirkte. Zudem war er als Referent des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Augsburg tätig.

Die Vorsitzende des Diözesanrats Hildegard Schütz zeigte sich ebenfalls erschüttert von der Todesnachricht: „Mit Michael Widmann verliert der Diözesanrat seinen Referenten, der einen klaren theologischen Standpunkt hatte, und gerade deshalb eine große Weite im Denken zuließ. Aufgrund seines gewaltigen Wissens, seiner breitgefächerten Interessen und seiner schriftstellerischen Begabung war er der 'Vater' des Newsletters und des Jahresrückblicks. Mit großer Kunst verfasste er sämtliche Berichte über Veranstaltungen des Diözesanrats, moderierte mit unnachahmlichem Geschick zahlreiche Podiumsdiskussionen und bereitete sorgfältigst die Veranstaltungen sowohl der Sachausschüsse als auch der Vollversammlung inhaltlich vor. Ich persönlich schätzte Widmann als äußerst kompetenten und ehrlichen Ratgeber, dem ich in jeder Situation voll Vertrauen konnte.“

Als Pastoralreferent wollte Widmann vor allem „Außenstehenden“ die Kirche näher bringen: Die Frage „Wie können sich Fremde in der Kirche zuhause fühlen, was kann ihnen von den Schätzen des Glaubens nähergebracht werden?“ war für ihn leitend als Seelsorger und gläubiger Mensch. Inspiration war für ihn dabei auch Papst Franziskus: Dessen Pontifikat bezeichnete Widmann vor seiner Aussendung zum Pastoralreferenten im Jahr 2014 als eine Aufforderung, aufzubrechen und auf die Menschen zuzugehen, um ihnen Jesus Christus näher zu bringen.

Auch in seinem ehrenamtlichen Engagement hinterließ Michael Widmann Spuren. Im Jahr 2006 trat er dem Familienbund der Katholiken im Bistum Augsburg bei, 2013 wurde er Vorstandsmitglied und Bundesdelegierter. Zudem engagierte er sich als Mitglied der Kirchenverwaltung für die Wallfahrtskirche Heilig Kreuz, der er seit langer Zeit eng verbunden war, und nahm in dieser Funktion auch maßgeblich Einfluss auf die Innenrenovierung der Kirche.

Das Requiem für den Verstorbenen wird am Dienstag, 21. Dezember, um 9.15 Uhr in der Ulrichsbasilika gefeiert. Der Termin für die Beisetzung in Starnberg steht noch nicht fest.

Der Herr vergelte ihm seine treuen Dienste. Wir bitten um das Gebet für den Verstorbenen.

- Nachruf des Familienbunds der Katholiken im Bistum Augsburg