Ehrenpromotion

20.11.2014 17:00

Der Frankfurter Religionsphilosoph und Rahner-Schüler Jörg Splett erhielt am 19. November die Würde eines Ehrendoktors der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg verliehen. In ihren Grußworten betonten der Vizepräsident der Universität, Prof. Dr. Henning Rosenau, und Bischof Dr. Konrad Zdarsa die außerordentliche Bedeutung einer solchen Würdigung für Universität und Bistum. Der Laudator des Festaktes, der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, widmete seinem philosophischen Lehrer eine eindringliche biografische und systematische Einführung in das umfangreiche, ein halbes Jahrhundert umfassende Lebenswerk.

Prof. Dr. Jörg Splett (Fotos: Universität Augsburg/Satzinger-Viel)

Im Ausgang von Hegels trinitarischer Ontologie und Rudolf Ottos Phänomenologie des Heiligen hat Splett alle zentralen Themen seines Faches vielfach neu erschlossen und als charismatischer Lehrer mehrere Generationen akademischer Schüler geprägt. Seine „Reflexion auf Grunderfahrung“ gipfelt in einem christlich geprägten, aber strikt philosophischen Personalismus, dem er in den jeweiligen aktuellen Diskursen öffentlich und nachdrücklich seine Stimme leiht.

Der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Stefan Schreiber, überreichte dem Geehrten unter reichem Beifall seiner Familie, der Freunde, Kollegen und Studierenden die Urkunde seiner neue Würde und betonte, diese Ehrenpromotion sei ein Glück auch für die Fakultät.

Jörg Splett, der theologisch promovierte Philosoph, thematisierte seinerseits in einer fulminanten Dankesrede die Theologie als eine Partnerin und „Ancilla philosophiae“, als „Magd der Philosophie“ also, der sie insbesondere dadurch diene, dass sie neue und grundsätzliche Fragen stelle und vor allem Antworten auf offene philosophische Fragen gebe. So zeige sie ihre Stärke nicht etwa darin, „korrelativ“ Fragen zu beantworten und die Fragenden zu beruhigen, sondern Fragen zu stellen, „von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie haben“. Woher die Welt ist, wozu wir leben, wie sich der Widerspruch des Bösen in der Welt aushalten (und nicht etwa erklären und beseitigen) lasse: Diese Fragen gehören für Splett zum beunruhigenden Dienst der Theologie an der Philosophie und den Menschen, die in Gott dann zwar auch einen Trost, aber vor allem den Schrecken der Wahrheit erfahren. Dieser Wahrheit wiederum weiß sich Splett als christlicher Philosoph verpflichtet, der den Dienst der Theologie gerne annimmt und sich ihren Fragen stellt.

Mehr Informationen zum Studienangebot und Forschungsthemen finden Sie auf den Seiten der Katholisch-Theologischen Fakultät.