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Nachruf

Ruhestandspfarrer Karl Mayr verstorben

05.06.2026 11:57

Der Ruhestandsgeistliche und langjährige Pfarrer von Reichertshofen Karl Mayr ist am heutigen Freitag, 5. Juni im Alter von 74 Jahren verstorben. Er wurde am 3. Februar 1952 in Oberndorf geboren und am 27. Juni 1982 zum Priester geweiht. Bischof Bertram würdigt den Verstorbenen als engagierten Seelsorger, dessen offenes Ohr und tiefe Zugewandtheit von den ihm anvertrauten Menschen sehr geschätzt worden sei.

+ Pfarrer i.R. Karl Mayr (1952-2026) (Foto: katholisch1.tv)

„Der Tod von Pfarrer Karl Mayr stimmt mich traurig. Mit ihm verliert die Diözese Augsburg einen einfühlsamen Priester, der ‚mit dem Ohr des Herzens‘ gehört hat“, erinnert der Bischof sich an den Verstorbenen. „Als Seelsorger hat er in den 44 Jahren seines Wirkens auf das Wort Gottes aufmerksam gehört und die Nöte und Sorgen der ihm anvertrauten Menschen erlauscht. Seine Zugewandtheit, die sich aus einer tiefen Beziehung zu Gott nährte, wurde allseits geschätzt. Gerade die letzten Wochen und Monate hat Pfarrer Mayr in bewundernswerter Weise dazu genützt, sich auf das Sterben vorzubereiten. Möge er nun dem Herrn, dem er sein Leben geweiht hat, endgültig begegnen.“

Karl Mayr, der in Oberndorf am Lech aufwuchs, erkannte seine Berufung zum Priester erst spät. Nach dem Abschluss der Realschule in Wertingen absolvierte er eine Ausbildung zum Französischdolmetscher in Augsburg und ließ sich später bei einem großen Augsburger Technologieunternehmen zum Industriekaufmann ausbilden. In beiden Berufen fand er jedoch nicht die Erfüllung und innere Ruhe, die er für sich erhofft hatte. Es waren letztendlich viele Gespräche mit für ihn prägenden Priesterpersönlichkeiten wie seinen Heimatpfarrer Pfarrer Josef Waldmann oder die Religionslehrer Josef Kosp und P. Anton Karg MSC, die ihn in seinem langsam heranreifenden Beschluss zur priesterlichen Laufbahn bestärkten. Ende der Siebzigerjahre holte Karl Mayr auf dieser Grundlage am Augsburger Bayernkolleg das Abitur nach und trat anschließend in das Priesterseminar ein.

Nach dem mehrjährigen Theologiestudium in Augsburg und München wurde Josef Mayr im Juni 1982 als „Spätberufener“ zum Priester geweiht. Seine Primiz konnte er am darauffolgenden Ulrichstag trotz strömenden Regens mit tausenden Menschen in seiner Heimatgemeinde Oberndorf feiern. Nach zwei Kaplansjahren in Illertissen und Schrobenhausen begab er sich für fünf Monate in ein Karthäuserkloster im oberschwäbischen Marienau, um dort eine Berufung als in strenger Klausur lebender Mönch für sich zu prüfen. Auch wenn er sich letztendlich doch für ein Leben als Weltpriester entschied, bezeichnete er die dort verbrachte Zeit auch später immer als besondere und prägende Erfahrung.

Nach seiner Rückkehr aus dem Kloster trat er 1985 seine erste Pfarrstelle in Unterknöringen bei Günzburg an. In den zehn Jahren seines Wirkens dort sollte sich bereits Vieles zeigen, das er dann bei seiner zweiten und letzten Pfarrei in Reichertshofen wiederum zu verwirklichen versuchte – etwa der Krankenbesuchsdienst, der er initiierte oder sein Engagement für eine breit aufgestellte und vielfältige Kirchenmusik. Seine Nähe zur französischen Kultur blieb ihm auch als Pfarrer erhalten und äußerte sich in einem steten Eintreten für die deutsch-französische Freundschaft wie der diözesanen Lourdeswallfahrt, die er gerne begleitete. In Reichertshofen, wo er von 1995 ab wirkte, hinterließ er auch bauliche Spuren. Besonders wichtig war ihm dabei die Marienkapelle mit Lourdesgrotte beim Ortsteil Starkertshofen, die auf seine Initiative hin 2000 gebaut und eingeweiht wurde und sich zu einem gern besuchten Gebetsort für Menschen aus der Region und darüber hinaus entwickelt hat.

Nach 22 Jahren als Pfarrer von Reichertshofen war es für Pfarrer Karl Mayr an der Zeit, in den altersbedingten Ruhestand zu gehen, den er in Aichach verbrachte. Auch dort unterstützte er die örtliche Seelsorge gerne weiter und war für die Pfarreiengemeinschaft in vielerlei Weise tätig. Für den Spätberufenen war das Priestersein bis zuletzt ein einer der schönsten Berufe, die er kannte, „wel man sogar dann noch helfen kann, wenn alle anderen Mittel versagten“, wie er anlässlich seines 40. Priesterjubiläums betonte. Anfang Juni ist Pfarrer Karl Mayr nach längerer Krankheit in Aichach verstorben.

Zu Requiem und Beisetzung von Pfarrer Karl Mayr liegen uns noch keine Informationen vor; sie werden an dieser Stelle baldmöglichst nachgetragen.

Der Herr vergelte ihm seine treuen Dienste. Wir bitten um das Gebet für den Verstorbenen.