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Interreligiöser Dialog

Schöpfung und Verantwortung

Unter dem Leitwort „Religionen – Schöpfung und Verantwortung“ fand an diesem Mittwoch im Kloster St. Ottilien die diesjährige Begegnung der Religionen des Bistums Augsburg statt. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften kamen in diesem Jahr zusammen, um über die gemeinsame Verantwortung für die Schöpfung ins Gespräch zu kommen und ein sichtbares Zeichen für Dialog, Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen. Dekan Helmut Haug, Bischöflicher Beauftragter für Ökumene und Interreligiösen Dialog, würdigte zu Beginn die Bedeutung des Austausches zwischen den Religionsgemeinschaften.

Die diesjährige Begegnung der Religionen in St. Ottilien setzte eine inzwischen mehr als 10-jährige Tradition fort. (Foto: Referat Ökumene und interreligiöser Dialog)

Im Grußwort von Bischof Dr. Bertram Meier, das verlesen wurde, erinnerte er an die Anfänge der Begegnung der Religionen, die ins Jahr 2014 zurückreichen - damals von Seiten des Bistums ins Leben gerufen - und sich inzwischen zu einer wertvollen Tradition entwickelt habe. Jahr für Jahr setze sie „ein starkes Zeichen für Dialog, gegenseitigen Respekt und gemeinsame Verantwortung“. Bischof Bertram hob hervor, dass die Religionen zwar Ursprung und Sinn der Welt unterschiedlich deuteten, sich jedoch „in der gemeinsamen Verantwortung für die Integrität der Schöpfung“ träfen. Zugleich betonte er, dass „die Welt unser gemeinsames Haus“ sei und dass die Sorge um die Umwelt untrennbar mit dem Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit verbunden bleibe. Die ökologische Krise sei zugleich eine soziale und ethische Herausforderung, die gemeinsames Handeln erfordere.

Im Mittelpunkt des Abends standen sechs Kurzimpulse aus dem Bahaitum, dem Buddhismus, dem Christentum, dem Judentum sowie dem sunnitischen und dem alevitischen Islam. Die Referentinnen und Referenten stellten das jeweilige Verständnis von Schöpfung und die Verantwortung des Menschen für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen vor. Trotz unterschiedlicher theologischer Zugänge wurde deutlich, dass der achtsame Umgang mit der Schöpfung alle Religionen verbindet und eine tragfähige Grundlage für gemeinsames Handeln bildet.

In den anschließenden Gesprächsgruppen tauschten sich die Teilnehmenden über die Bedeutung der Schöpfungserzählungen ihrer Religionen sowie über konkrete Möglichkeiten aus, Verantwortung für die Schöpfung im persönlichen und gesellschaftlichen Leben zu übernehmen. Zudem stellte Bruder Josef Götz OSB das Kloster St. Ottilien als Ort der Gastfreundschaft und des interreligiösen Dialogs vor.

Den Abschluss der Begegnung bildete ein multireligiöses Friedensgebet. Vertreterinnen und Vertreter aller beteiligten Religionsgemeinschaften beteten für den Frieden, die Bewahrung der Schöpfung und ein respektvolles Miteinander der Menschen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf den Seiten des Referats Ökumene und interreligiöser Dialog.