Ulrichswoche

„Tag des Gottgeweihten Lebens“: 150 Ordensleute zusammen mit Kardinal João Braz de Aviz

03.07.2019 17:02

Rund 150 Ordensleute aus dem Bistum und Vertreter geistlicher Gemeinschaften aus dem Ausland haben sich heute zum Auftakt der Ulrichswoche in Augsburg getroffen. Zum „Tag des Gottgeweihten Lebens“ begrüßten sie im Kolpingsaal Kardinal João Braz de Aviz, Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens aus Rom. Der Kardinal befindet sich derzeit auf einem ökumenischen Treffen in Ottmaring und sprach über das Thema „Ordensleute und Ortskirche“. 

Wie kann es gelingen, miteinander Kirche zu sein? Auf diese Frage formulierte Kardinal João Braz de Aviz vor 150 Ordensleuten im Kolpingsaal Impulse. (Fotos: Nicolas Schnall / pba)

Nach der Begrüßung durch Generalvikar Harald Heinrich, der Ordensleute als „eine Bereicherung für jede Diözese und ganz besonders für unsere“ bezeichnete, ermutigte der brasilianische Kurienkardinal die Ordensgemeinschaften, sich mit ihren Charismen in die Ortskirchen einzubringen und ihren Teil dazu beizutragen, miteinander Kirche zu sein. Denn sie seien „gehalten und gerufen einzutreten in die Wirklichkeit der Ortskirche“. Denn beide seien aufeinander angewiesen. Der Kardinal betonte, dass die Ortskirche verarme, wenn sie sich der Charismen verweigere. Gleichzeitig bliebe aber auch das Charisma der Ordensleute farblos, wenn es sich dem Einsatz in der Ortskirche entziehe. „Keine der beiden Dimensionen ist wichtiger als die andere.“ Der Ortsbischof sei zwar Garant der Einheit der Kirche, aber erst im Dialog miteinander könnten die Ordensleute mit ihren eigenen Charismen am richtigen Platz tätig sein und sich gemeinsam um den Geist der Gemeinschaft bemühen. Dies erfordert von beiden Seiten die „Fähigkeit zuzuhören und vom anderen her zu denken“, so der Kurienkardinal.

Die Ordensleute rief Kardinal João Braz de Aviz zur ständigen Erneuerung des Lebens als Gemeinschaft auf. Das bedeutet für ihn, in authentischer Weise Jüngerinnen und Jünger Jesu zu sein, zurückzukehren zum Charisma der Gemeinschaft und des Gründers, gleichzeitig aber auch den Blick nicht nur rückwärts zu wenden, sondern auch die Gegenwart zu befragen, was in die Zukunft weist.

In dieser Woche findet in Ottmaring ein ökumenisches Treffen mit rund 100 Mitgliedern von Orden und geistlichen Gemeinschaften statt. Die Konferenz steht unter dem Titel „Begegnung von Charismen. Miteinander heute Kirche sein“. Veranstalter ist die Arbeitsgruppe „Miteinander der Orden“ der Fokolar-Bewegung. Die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) und die Vereinigung „Ordensgemeinschaften Österreich“ unterstützen das Treffen. Die Vertreter der Orden und geistlichen Gemeinschaften kommen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Belgien und Schweden.