Nachgedacht

Eine Geschichte aus dem Orient

Jenseits des tiefverschneiten Waldes trafen sich am Beginn der Adventzeit die Liebe, die Zufriedenheit, der Traum und die Weisheit. Die Weisheit hatte diese wichtigeVersammlung einberufen. Die Liebe war in ihrem besten roten Kleid erschienen und neben dem weiten Sternenmantel des Traumes wirkte das bescheidene Kleid der Zufriedenheit ganz glanz- und wertlos.

`Es freut mich, dass ihr alle so pünktlich erschienen seid´, sprach die Weisheit, die diese seltsame Versammlung einberufen hatte. Im tiefverschneiten Wald herrschtefriedliche Stille und nur hin und wieder war der Schrei eines Nachtkauzes zu hören.

`Ich habe euch zu mir gebeten, um mir zu helfen, wieder wahre Gefühle zu der gefühlsverwahrlosten Menschheit zu bringen. Seht euch um, wo ist die Liebe geblieben - kurzfristig vielleicht wird sie angenommen, gehegt und gepflegt, aber nach einiger Zeit wird sie abgelegt wie ein Kleidungsstück, das zu kurz oder zu eng geworden ist. Und wer ist heute noch zufrieden? Jeder will mehr, vor allem mehr als der andere besitzen, mehr Macht und mehr Geld haben. Ja, und auch die Träume werden ausnahmslos analysiert und auf der Couch eines Psychoanalytikers breitgetreten´. An dieser Stelle seufzte der Traum tief in seinen Sternenmantel und nickte zustimmend.

`Die Menschen haben das Lachen verlernt, und dabei führt das Lachen allein zur Liebe´, ergänzte die Liebe leise und man merkte, dass sie leicht zu frieren begann. DieZufriedenheit wischte sich ihre Nase am Zipfel ihrer Kleiderschürze ab und steckte die Hände noch tiefer in die Jackentaschen, denn ihr war mittlerweile auch kalt geworden.

`Wir sollten die Adventzeit nutzen´, erhob die Weisheit wieder ihr Wort, `und versuchen, die Herzen der Menschen ein klein wenig zu öffnen. Wenn uns das gelingt, so ist schon ein entscheidender Schritt getan, unsere Welt ein wenig zu verbessern´.

`Ich habe eine Idee´, sagte die Weisheit. `Ihr macht euch jetzt auf den Weg, und bringt mir bis zum Heiligen Abend ein Geschenk mit, das den drei Grundsätzen Liebe,Zufriedenheit und Träumen entspricht. Und diese Geschenke werden wir an diesem Abend auf der Welt verteilen. Je nachdem, welche Geschenke ihr bringt, wird es mit der Verbesserung der Welt rascher oder langsamer voran gehen.´

`Welch kluge Ideen du doch immer hast´, sagte die Liebe. `Lasst uns doch gleich beginnen, denn bis zum Heilig' Abend sind nur noch 24 Tage Zeit.´ `Wir treffen uns also am Heilig' Abend hier an dieser Stelle bei Einbruch der Dunkelheit´, rief ihnen die Weisheit nach. Die Zeit verging sehr schnell und der Tag des ausgemachten Treffens rückte immer näher. Die Weisheit hoffte sehr, dass die Drei solche Geschenke bringen werden, die auch wirklich mithelfen würden, die Welt ein kleinwenig zu verbessern. Endlich war es soweit - es war Heilig' Abend, und die Weisheit machte sich auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt. Wie erstaunt war sie, als die Liebe, der Traum und die Zufriedenheit schon da waren. `Nun, meine Lieben, was habt ihr mir mitgebracht´, fragte die Weisheit. Der Traum trat vor und sprach: `Wir sind lange umhergeirrt und haben versucht, passende Geschenke zu finden. Es war nicht leicht. Doch wir hoffen, wir haben deine Aufgabe gut gelöst. Hier ist mein Geschenk.´ Der Traum hob seinen sternenbesetzten Mantel hoch, und hervor trat die Hoffnung.

`Ich habe dir die Demut mitgebracht´, rief die Liebe und sie erstrahlte bei diesem Satz in einem ganz zarten Rosa. `Und ich habe das Glück gefunden´, sprach die Zufriedenheit, `es hat mir fest versprochen, uns zu helfen.´

Die Weisheit schmunzelte: `Ihr habt die einzig richtigen Geschenke gefunden. In unseren Träumen spiegelt sich die Hoffnung wieder, die Demut ist Bestandteil der Liebe und das Glück ist unzertrennbar mit der Zufriedenheit verbunden. Ihr habt ausgezeichnet gewählt. Ich bin sehr stolz auf euch. Denn mit der Hoffnung, dem Glück und der Demut werden wir die Menschen heiterer, fröhlicher und ein klein wenig weiser machen können.´

Die Liebe, die Demut, der Traum und die Hoffnung, die Zufriedenheit und das Glück nahmen sich bei den Händen und die Weisheit in die Mitte, und man hörte sie noch bis tief in die Nacht hinein lachen, singen und tanzen.

Die Leisen und Lautlosen

Es gibt Menschen, die leben leise und lautlos.

Sie fallen nie auf. Sie machen keine Schlagzeilen. Sie haben keine öffentlichen Ämter. Sie erhalten keine Auszeichnungen. Sie bekommen keine staatlichen Orden.

Was sie tun, tun sie im Stillen, als Pflichterfüllung. Und wenn sie gehen, tun sie es leise, lautlos, als gingen sie für ein Stündchen in den benachbarten Park, als wollten sie nur mal Luft holen.

Sie gehen und schließen die Tür hinter sich – und sie kommen nie wieder zurück. Jetzt erst merken wir, wie sehr wir sie bräuchten, wie teuer sie uns waren – und wie wenig Liebe und Aufmerksamkeit wir ihnen geschenkt haben.

Zu spät? In diesem Leben – ja. Aber wer an sie denkt, sich ihrer erinnert, für sie betet – wird sie weiterhin spüren; ihre leise Anwesenheit, ihre lautlose Liebe, ihre Güte, ihre Treue.......

(Adalbert Ludwig Balling)

Mal angenommen...

Wenn wir die Erdbevölkerung auf ein Dorf von präzise hundert Menschen schrumpfen lassen würden, und alle existierenden Menschlichkeiten im Verhältnis gleich blieben, dann würde das wie folgt aussehen:

Es gäbe:

57 Asiaten

21 Europäer

14 Amerikaner (Nord-, Zentral- und Südamerikaner)

8 Afrikaner

Es gäbe :

52 Frauen und 48 Männer

30 Weiße und 70 nicht Weiße

30 Christen und 70 Nichtchristen

6 Personen besäßen 59% des gesamten Reichtums und

alle 6 kämen aus den USA,

80 lebten in maroden Häusern

70 wären Analphabeten

50 würden an Unterernährung leiden

1 wäre dabei zu sterben

1 wäre dabei geboren zu werden

1 besäße einen Computer1 (ja, nur einer) hätte einen Universitätsabschluss

Wenn man die Welt auf diese Weise betrachtet, wird das Bedürfnis nach Akzeptanz und Verständnis offensichtlich.

Du solltest auch folgendes bedenken :

Wenn Du heute morgen aufgestanden bist und eher gesund als krank warst, hast Du ein besseres Los gezogen als die Millionen Menschen, die die nächste Woche nicht mehr erleben werden.

Wenn Du noch nie in der Gefahr einer Schlacht, in der Einsamkeit der Gefangenschaft, im Todeskampf der Folterung oder im Schraubstock des Hungers warst, geht es Dir besser als 500 Millionen Menschen.

Wenn Du zur Kirche gehen kannst ohne Angst haben zu müssen bedroht, gefoltert oder getötet zu werden, hast Du mehr Glück als 3 Milliarden Menschen.

Wenn Du Essen im Kühlschrank, Kleider am Leib, ein Dach über dem Kopf und einen Platz zum Schlafen hast, bist du reicher als 75% der Menschen dieser Erde.

Wenn Du Geld auf der Bank, in Deinem Portemonnaie und im Sparschwein hast, gehörst Du zu den privilegiertesten 8% dieser Welt.

Wenn Deine Eltern noch leben und immer noch verheiratet sind, bist Du schon wahrlich eine Rarität.

Arbeite, als bräuchtest Du kein Geld.

Liebe, als habe Dir nie jemand etwas zu leide getan.

Tanze, als ob niemand Dich beobachte.

Singe, als ob niemand Dir zuhöre.

Lebe, als sei es Dein letzter Tag auf Erden...!!!

Hilfeschrei

"Bitte höre, was ich nicht sage!

Laß Dich nicht von mir narren.

Laß Dich nicht durch das Gesicht täuschen, das ich mache.

Denn ich trage tausend Masken - Masken, die

Laß Dich nicht von mir narren.

Laß Dich nicht durch das Gesicht täuschen, das ich mache.

Denn ich trage tausend Masken - Masken, die

ich fürchte abzulegen.

Und keine davon bin ich.

So tun als ob ist eine Kunst, die mir zur

zweiten Natur wurde.

Aber laß Dich dadurch nicht täuschen,

um Gottes willen, laß Dich nicht von mir narren.

Ich mache den Eindruck, als sei ich umgänglich, als sei alles sonnig und heiter in mir, innen wie außen, als sei mein Name Vertrauen und mein Spiel Kühle, als sei ich ein stilles Wasser und als könne ich über alles bestimmen, so als brauchte ich niemanden. Aber glaube mir nicht, bitte, glaube mir nicht! Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist meine Maske. Darunter ist nichts Entsprechendes. Darunter bin ich wie ich wirklich bin: verwirrt, in Furcht und alleine. Aber ich verberge das. Ich möchte nicht, dass es irgend jemand merkt. Beim bloßen Gedanken an meine Schwäche bekomme ich Panik und fürchte mich davor, mich anderen überhaupt auszusetzen. Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich verbergen kann: eine lässige, kluge Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen würde. Dabei wäre dieser Blick gerade meine Rettung. Und ich weiß es. Wenn er verbunden wäre mit Angenommenwerden, mit Liebe. Das ist das einzige, das mir die Sicherheit geben würde, die ich mir selbst nicht geben kann: daß ich wirklich etwas wert bin.

Aber das sage ich Dir nicht. Ich wage es nicht. Ich habe Angst davor, dass Dein Blick nicht von Annahme und Liebe begleitet wird. Ich fürchte, Du wirst gering von mir denken und über mich lachen - und Dein Lachen würde mich umbringen. Ich habe Angst, dass ich tief drinnen in mir selbst nichts bin, nichts wert, und dass Du das siehst und mich abweisen wirst.

So spiele ich mein Spiel, mein verzweifeltes Spiel: eine sichere Fassade aussen und ein zitterndes Kind innen. Ich rede daher im gängigen Ton oberflächlichen Geschwätzes. Ich erzähle Dir alles, was wirklich nichts ist, und nichts von alle dem, was wirklich ist, was in mir schreit; deshalb lass Dich nicht täuschen von dem, was ich aus Gewohnheit rede.

Bitte höre sorgfältig hin und versuche zu hören, was ich nicht sage, was ich gerne sagen möchte, was ich um des Überlebens willen rede und was ich nicht sagen kann.

Ich verabscheue Versteckspiel. Ehrlich! Ich verabscheue dieses oberflächliche Spiel, das ich da aufführe. Es ist ein unechtes Spiel. Ich möchte wirklich echt und spontan sein können, einfach ich selbst, aber Du musst mir helfen. Du musst Deine Hand ausstrecken, selbst wenn es gerade das letzte zu sein scheint, was ich mir wünsche. Nur Du kannst mich zum Leben rufen. Jedesmal, wenn Du freundlich und sanft bist und mir Mut machst, jedesmal, wenn Du zu verstehen suchst, weil Du Dich wirklich um mich sorgst bekommt mein Herz Flügel!

Dein Gespür, Dein Mitgefühl und die Kraft Deines Verstehens hauchen mir Leben ein. Ich möchte, dass Du das weißt. Ich möchte, dass Du weißt, wie wichtig Du für mich bist, wie sehr Du aus mir den Menschen machen kannst, der ich wirklich bin - wenn Du willst. Bitte, ich wünschte, Du wolltest es. Du allein kannst die Wand niederreißen, hinter der ich zittere. Du allein kannst mir die Maske abnehmen. Du alllein kannst mich aus meiner Schattenwelt, aus Angst und Unsicherheit befreien - aus meiner Einsamkeit.

Übersieh mich nicht. Bitte - bitte, übergeh mich nicht! Es wird nicht leicht für Dich sein. Die langandauernde Überzeugung, wertlos zu sein, schafft dicke Mauern. Je näher Du mir kommst, desto blinder schlage ich zurück. Ich wehre mich gegen das, wonach ich schreie. Aber man hat mir gesagt, dass Liebe stärker sei als jeder Schutzwall, und darin liegt meine Hoffnung. Bitte, versuche diese Mauern einzureißen, mit sicheren Händen, aber mit zarten Händen; ein Kind ist sehr empfindsam.

Wer ich bin, magst Du fragen?

Ich bin, jemand, den Du sehr gut kennst.

Denn ich bin jedermann den Du triffst,

jeder Mann und jede Frau, die Dir begegnen."

Tobias Brocher: Auszug aus "Von der Schwierigkeit zu lieben, Maßstäbe des Menschlichen", Kreuzverlag

WENN ICH WÜSSTE...

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,

dass ich Dich einschlafen sehe, würde ich Dich besser zudecken.

und zu Gott beten, er möge Deine Seele schützen.

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,

dass ich Dich zur Türe rausgehen sehe,

würde ich Dich umarmen und küssen

und Dich für einen weiteren Kuss zurückrufen.

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,

dass ich Deine Stimme höre,

ich würde jede Geste und jedes Wort auf Video aufzeichnen.

Damit ich sie Tag für Tag wiedersehen könnte.

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,

dass ich einen Moment innehalten kann,

um zu sagen "Ich liebe Dich",

anstatt davon auszugehen, dass Du weißt,

dass ich Dich liebe.

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,

dass ich da sein kann, um den Tag mit Dir zu teilen,

weil ich sicher bin, dass es noch manchen Tag geben wird,

sodass ich diesen einen verstreichen lassen kann.

Es gibt sicherlich immer ein "morgen"

um ein "Versehen/Irrtum" zu begehen,

und wir erhalten immer eine 2. Chance,

um einfach alles in Ordnung zu bringen.

Es wird immer einen anderen Tag geben,

um zu sagen "ich liebe Dich",

und es gibt sicher eine weitere Chance.

Um zu sagen: "Kann ich etwas für Dich tun?"

Aber nur für den Fall, dass ich falsch liegen sollte,

und es bleibt nur der heutige Tag

möchte ich Dir sagen, wie sehr ich Dich liebe.

Und ich hoffe, dass wir nie vergessen

das "Morgen" ist niemandem versprochen

weder jung noch alt

und heute könnte die letzte Chance sein

die Du hast, um Deine Lieben fest zu halten.

Also, wenn Du auf Morgen wartest,

wieso tust Du's nicht heute?

Falls das "Morgen" niemals kommt

wirst Du bestimmt bereuen,

dass Du Dir keine Zeit genommen hast,

für ein Lächeln, eine Umarmung oder einen Kuss

und Du zu beschäftigt warst, um jemanden etwas zuzugestehen,

was sich im Nachhinein als sein letzter Wunsch herausstellt.

Halte Deine Lieben heute ganz fest

und flüstere ihnen ins Ohr

sag' ihnen, wie sehr Du sie liebst,

und dass Du Sie immer lieben wirst.

Nimm Dir die Zeit zu sagen "Es tut mir leid",

"Bitte verzeih' mir", "Danke", oder "Ist in Ordnung",

und wenn es kein "Morgen" gibt,

musst Du den heutigen Tag nicht bereuen.

In Anlehnung an den Abschiedsbrief eines Opfers des 11. September

Die Insel der Gefühle

Vor langer Zeit existierte einmal eine wunderschöne, kleine Insel. Auf dieser Insel waren alle Gefühle der Menschen zu Hause: Der Humor und die gute Laune, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und das Wissen und all die vielen anderen Gefühle. Natürlich lebte auch die Liebe dort.

Eines Tages wurde den Gefühlen jedoch überraschend mitgeteilt, dass die Insel sinken würde. Also machten alle ihre Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten, denn sie hing sehr an ihrer Insel.

Bevor die Insel sank, bat die Liebe die anderen um Hilfe.

Als der Reichtum auf einem sehr luxuriösen Schiff die Insel verließ, fragte ihn die Liebe: "Reichtum, kannst du mich mitnehmen?"

"Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viel Gold, Silber und Edelsteine. Da ist kein Platz mehr für dich."

Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem wunderbaren Schiff vorbeikam. "Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?""Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen", antwortete der Stolz, "hier ist alles perfekt und du könntest mein schönes Schiff beschädigen."Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit: "Traurigkeit, bitte nimm du mich mit."

"Oh Liebe", sagte die Traurigkeit, "ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss."

Als die gute Laune losfuhr, war sie so zufrieden und ausgelassen, dass sie nicht einmal hörte, dass die Liebe sie rief.

Plötzlich aber rief eine Stimme: "Komm Liebe, ich nehme dich mit."

Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie ganz und gar vergaß, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen.

Später fragte die Liebe das Wissen: "Wissen, kannst du mir vielleicht sagen, wer es war, der mir geholfen hat?"

"Ja sicher", antwortete das Wissen, "das war die Zeit."

"Die Zeit?" fragte die Liebe erstaunt, "Warum hat mir die Zeit denn geholfen?"

Und das Wissen antwortete: "Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist."

Die drei Siebe

Eines Tages kam ein Bekannter zum griechischen Philosophen Sokrates gelaufen.

"Höre, Sokrates, ich muss dir berichten, wie dein Freund...."

"Halt ein" unterbrach ihn der Philosoph.

"Hast du das, was du mir sagen willst, durch drei Siebe gesiebt?"

"Drei Siebe? Welche?" fragte der andere verwundert.

"Ja! Drei Siebe! Das erste ist das Sieb der Wahrheit. Hast du das, was du mir berichten willst, geprüft ob es auch wahr ist?"

"Nein, ich hörte es erzählen, und..."

"Nun, so hast du sicher mit dem zweiten Sieb, dem Sieb der Güte, geprüft. Ist das, was du mir erzählen willst - wenn es schon nicht wahr ist - wenigstens gut?" Der andere zögerte. "Nein, das ist es eigentlich nicht. Im Gegenteil....."

"Nun", unterbrach ihn Sokrates. "so wollen wir noch das dritte Sieb nehmen und uns fragen ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so zu erregen scheint."

"Notwendig gerade nicht...."

"Also", lächelte der Weise, "wenn das, was du mir eben sagen wolltest, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste weder dich noch mich damit."

Hier eine sehr schöne Präsentation zum Innehalten und Nachdenken ...

Ein Lächeln ...

Es kostet nichts und bringt viel ein. Es bereichert den Empfänger, aber die Erinnerung daran ist oft unvergänglich.

Keiner ist so reich, dass er darauf verzichten könnte, und keiner ist so arm, dass er es sich nicht leisten könnte.

Es bringt Glück ins Heim, schafft guten Willen im Geschäft und istdas Kennzeichen der Freundschaft.

Es bedeutet für den Müden Erholung, für den Mutlosen Ermunterung,

für den Traurigen Aufheiterung und ist das beste Mittel gegen Ärger.

Man kann es weder kaufen noch erbitten, noch leihen oder stehlen,

denn es hat erst dann einen Wert, wenn es verschenkt wird.

Denn niemand braucht so bitternötig ein Lächeln wie derjenige,

der für andere keines mehr übrig hat.

Die Feuerwehr

Zwei Freunde gehen im Moor spazieren.

Plötzlich sinkt einer von ihnen bis zur Brust in den Morast. Schnell rennt der andere los, um die Feuerwehr zu holen. Die trifft auch prompt ein und fährt die Leiter aus, um den Versinkenden zu retten.

Der winkt aber ab: "Ich bin nun 50 Jahre Christ und immer treu und brav in die Kirche gegangen. Der Herr wird mich schon retten!"

Also fährt die Feuerwehr kopfschüttelnd wieder ab.

Nach einigen Stunden entscheidet der Feuerwehrchef, doch noch mal ins Moor fahren: "Der Mann stirbt ja sonst, dem müssen wir einfach helfen!"

Als sie ankommen, sehen sie, dass nur noch der Kopf des Mannes aus dem Moor herausguckt. Also wird die Leiter wieder ausgefahren.

"Nix da", ruft da der Versinkende energisch, "Ich bin 50 Jahre Christ, habe auch immer meine Kirchensteuer bezahlt. Gott wird mich schon retten!"

Die Feuerwehr kann es nicht fassen, aber die Männer fahren wieder fort.

Am kommenden Morgen muss der Feuerwehrchef aber doch wieder an den Mann im Moor denken und er lässt noch einmal ausrücken.

Im Moor angekommen sehen die Männer aber nur noch, wie die letzten Haare versinken! Für sie ist nichts mehr zu machen!

Der Verstorbene kommt nun im Himmel an und ist sehr wütend: "Sofort her mit dem Chef", brüllt er Petrus an, der diesen auch sofort holt.

Er schnauzt los: "50 Jahre bin ich nun Christ, immer habe ich brav meine Kirchensteuer gezahlt, keinen Gottesdienst habe ich versäumt - und nun sowas! Hättest du mir nicht ein wenig unter die Arme greifen können?"

"Ich verstehe deinen Ärger nicht, mein Sohn." sagt da Gott und fragt. "Habe ich dir nicht dreimal die Feuerwehr geschickt?"