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Pfarrkirche St. Stephan in Behlingen

Informationen zu unserer Pfarrkirche St. Stephan und der reichen Geschichte finden Sie in diesem Artikel.

Kirchenbau

Der einschiffige Saalbau besitzt einen auffallend großen Chor - mit sieben hohen Spitzbogenfenstern -, welcher dreiseitig geschlossen ist und in das Jahr 1500 fällt. Im 18. Jahrhundert folgten bekannte Umbauten - gegen Ende des Jahrhunderts wurde ein beachtenswerter Hochaltar im s.g. "Zopfstil" angeschafft -, welche 1880 mit dem Einzug der neoromanischen Ausstattung abermals revidiert wurden. 1955 wurde die gegenwärtige Holzdecke eingezogen und 1955 die bisherige Altarausstattung entfernt.
Nach Öffnung der drei Chorfenster im Osten entstand ein heller Chorraum. In den folgenden Jahrzehnten entstanden durch den örtlichen Pfarrer mehrere Fassung, mit dem Ziel die neue Liturgie feiern zu können.
Bei der vollständigen Neugestaltung unter Federführung der Stabsstelle für Kirchliches Bauswesen und Kunst ab dem Jahr 2000 wurden die vorhandenen Bilder und Skulpturen bewertet und angeordnet.
Neu hergestellt wurden der Volksalter als Mensa mit Schatulle für bisherige Altarplatten, der Tabernakel, der Ambo und die Fassung der Seitenaltarbilder. Die Gegenlichtsituation wurde durch Leinentücher abgeschwächt, das Kreuz durch farbige Tücher dem Kirchenjahr entsprechend hervorgehoben. Mit der Altarweihe durch Bischof Mixa im Januar 2006 fand dies einen Abschluss.
 
Am südlichen Chorwinkel der quadratisch beginnene Turm, welcher um 1500 errichtet wurde. Darüber zwei Geschosse um 1600, wobei das untere oktogonförmig, das obere zylinderförmig ist. Wiederum darüber kommt das achtseitige Kuppeldach, welches den Turm einmalig in der Region erscheinen lässt.

Fragmente einer Tonpietà um 1500 (italienischen Usrprungs), Skulpturen des hl. Rochus und des hl. Sebastian um 1510, eine Johannesschüssel um 1650, weniger aber eine Unbefleckte Empfängnis (südliche Kircheninnenwand; 1725), zeugen wie ein Messkelch von 1653 von der guten Ausstattung jener Zeit. Erwähnenswert bleibt eine Hostienmonstranz um 1719 und aufwändigere, leider nur teilweise erhaltene Messgewänder um 1910. 

Eine volkstümliche Statue des hl. Leonhard, sowie eine dazugehörige Votivtafel zum Viehpatron gehören ebenso zum Inventar der Kirche, wobei die genannten Gegenstände ehemals in der Kapelle Maria Trost gestanden sein könnten.

Die jährlich aufgestellte Krippe stammt ist aus den Händen von Albert Rudolph (Behlingen), welcher 1978 Landschaft und Schäfchen schnitzte. Sämtliche andere Figuren sind Schöpfungen von Professor Karl Kuolt. Nur die Verkündigungsgruppe ist älter und aus Gips gearbeitet.

Sebastiansbruderschaft

Neben dem hl. Stephanus verehrt Behlingen seit vielen Jahrhunderten den hl. Sebastian als besonderen Patron. Einst bestand noch eine Sebastiansbruderschaft - 1683 gegründet -, von der der rechte Seitenaltar, sowie einige lose Bruderschaftsstangen zeugen.

Wertvollstes Teil ist die von Ludwig Schneider um 1685 angefertigte Reliquienmonstranz mit einer Reliquie des Bruderschaftspatrons. Jährlich zum 20.Januar wird der hl. Sebastian gebührlich verehrt.

Als Mitglied der Sebastiansbruderschaft hatte man besondere Privilegien und Verpflichtungen. Am Tag der Aufnahme in die Bruderschaft bzw. in das Bruderschaftsregister wurden dem einzelnen Mitglied eine Zusammenfassung davon mitgegeben:

Ulrich Goßner

An der nördlichen Chorwand hängt eine Kopie des Gemäldes von Konrad Huber, welches den "Frühmeß Benefiziums Vikar" Ulrich Goßner darstellt. Auf der unteren Bildhälfte der Sinnspruch: "Rede oft und fleißig mit dem Heiland, dann wird er gewiß auch recht freundlich mit dir reden. Ulrich Goßner + 1834".

Ulrich Goßner, ein gebürtiger Seifertshofer, der in den letzten Jahren seines Lebens starke Lungenprobleme hatte, wurde nach seiner Vikarszeit in Pfaffenhofen a.d. Roth am 26.10.1831 Vikar des Frühmessbenefiziums zu Behlingen, wo er im Alter von nur 28 Jahren am 10.5.1834 starb.

Das wichtigste Werk zu und über H.H. Ulrich Goßner ist "Erinnerungen an Ulrich Goßner". Das Buch finden Sie auf diesem externen link. Vielfach wird attestiert, dass er ein katholischer, aufrichtiger und herzensguter Priester war. Somit ist es eine überaus große Ehre sein Grab in Behlingen zu haben!
Sein Grabstein steht nun an der südlichen Kirchenwand.

Hier sind Auszüge aus der o.g. Schrift, die die Verbindung von Vikar Ulrich Goßner mit Behlingen aufzeigen:

Neuinstallationen

Bei der Neugestaltung des Innenraumes nach 2000 wurde wegen aufwendigen Neuanschaffung der anderen Einrichtung die Gestaltung des Taufbeckens und dessen Platz zurückgestellt. Dieses konnte nach einem Spendenaufruf, in Form und Material an der aktuellen Kirchenausstattung orientiert, im Frühjahr 2025 beauftragt und neu hergestellt werden.
Das Taufbecken fand seinen Platz neben der Osterkerze am Übergang zum Chorraum. 
Daneben wurde zeitgleich ein  Beichtraum links des Chorraumes eingerichtet.

Öffnungszeiten

Die Kirche ist zu den Gottesdienstzeiten, sowie dienstags, samstags und sonntags geöffnet. Auf Anfrage im Pfarrbüro kann Ihnen außerhalb dieser Zeiten gerne die Kirche zugänglich gemacht werden.