Geschichte der Pfarrkirche St. Peter und Paul, Großkötz

Die heutige Pfarrkirche St. Peter und Paul zu Großkötz ist im Kern eine spätgotische Anlage, die zwischen 1480 und 1520 errichtet wurde. Im Chorraum sind noch die gotischen Strebepfeiler erkennbar. Während Großkötz an Wettenhausen verpfändet war (1746 – 1768), ließ Propst Augustin Bauhof die Pfarrkirche durch seinen Stiftsbaumeister Joseph Dossenberger in den Jahren 1764/65 vergrößern und im Stil des Rokoko ausgestalten.

Der ebenfalls um 1765 geschaffene Rokokostuck wird Johann Michael Hoiß zugeschrieben. Die Ausmalung nahm Johann Anwander im Jahr 1765 vor. Dieser auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft stehende Künstler zeigte auch hier seine Vorliebe für theologische Themen. Die ursprünglich barocke Ausstattung wurde im 19. Jahrhundert mit Ausnahme des Gestühls entfernt. Die Barockaltäre wurden 1867 durch drei neuromanische Altäre ersetzt. In den Jahren 1965 - 1968 wurden die neuromanischen Altäre wieder entfernt.

Im Zuge der Liturgiereform, die seit dem II. Vatikanischen Konzil einsetzte, wurde in den Mittelpunkt des Chorraums ein Altartisch aus rotbraunem, italienischem Marmor gestellt. Mit diesem Hochaltar ist ein Kreuz verbunden, das einen spätgotischen Kruzifixus der Ulmer Schule (Umkreis von Gregor Erhart) trägt, welcher zur spätmittelalterlichen Kirchenausstattung gehörte. Eine sitzende Muttergottes (geschaffen um 1470) steht an der Stelle des früheren nördlichen Seitenaltars. In der Kirche finden sich auch mehrere Epitaphien in rotem Marmor der Familie Ehinger.

Die Gruft der Ehinger liegt unter dem Chorraum. An der Nordseite des Langhauses steht der 38 m hohe Turm, dessen Unterbau spätgotisch ist. Um 1600 wurde er erhöht und mit einer Zwiebelhaube versehen.

(aus: Chronik der Gemeinde Kötz)