Berufe der Kirche

Aussendung von drei neuen pastoralen Mitarbeiterinnen

Glückliche Gesichter nach der Aussendungsfeier (v.l.n.r.): Diözesanadministrator Dr. Bertram Meier, Christa Döllner, Verena Wörle und Marie Zengerle (Fotos: Annette Zoepf / pba)
21.09.2019 13:00

Augsburg (pba). Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier hat im Hohen Dom Verena Wörle (Obergriesbach) und Marie Zengerle (Mörslingen) als Gemeindereferentinnen und Christa Döllner (Euernbach) als Pfarrhelferin in den pastoralen Dienst der Diözese Augsburg ausgesandt. Als äußeres Zeichen ihrer Beauftragung überreichte er ihnen jeweils ein Exemplar der Heiligen Schrift.

Unter dem Leitwort „Gerufen zum Zeugnis seiner Liebe“ zitierte Prälat Meier bei der Aussendungsfeier zunächst aus dem Philipperbrief des Apostels Paulus: „Ich danke meinem Gott jedes Mal, sooft ich eurer gedenke“ (Phil 1,3). Angesichts des ungeheuren Engagements der pastoralen Berufsgruppen im Bistum Augsburg gehe es ihm genauso – die Erfahrung lehre ihn, dass man die deutsche Kirche im Ausland darum regelrecht beneide. Die drei neuen Mitarbeiterinnen seien aufgerufen, von nun an zusammen mit den Priestern, Diakonen und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitzuhelfen, das Reich Gottes aufzubauen. „Verkündet und lebt Gottes Wort, damit seine Kraft im Leben der Menschen wirksam wird.“ Daran, dass dies nur durch ein Miteinander in unserer Kirche funktioniere, ließ er keinen Zweifel. „Wir sind aufeinander angewiesen“, betonte der Diözesanadministrator.  Und er ging sogar noch einen Schritt weiter: „Wir sind füreinander Hirtinnen und Hirten. Ist diese Zeit der Kirche vielleicht die Stunde, das Hirtenamt aller getauften und gefirmten Christinnen und Christen neu und tiefer zu erfassen, ohne das besondere, geweihte Priesteramt zu relativieren?“

Ein guter Hirt dürfe sich niemals von seiner Gemeinde abheben, sondern müsse an den Rändern arbeiten. Konkret bedeute das für die Frauen und Männer im pastoralen Dienst, dass es in unserer heutigen Situation nicht mehr reiche, allein die Gemeinde zu organisieren, die Gremien zu koordinieren und dabei die Diakonie außen vor zu lassen. Prälat Meier träume von einer Kirche, „die wie ein großes Hoffnungsnetz ist, möglichst engmaschig geknüpft“, in das heute drei neue Knotenpunkte geknüpft würden.

Für die drei neuen Mitarbeiterinnen gelte es nun, sich von Jesus in seinen Hirtendienst einspannen zu lassen. Dies sei keine leichte Aufgabe, denn das christliche Verständnis eines guten Hirten sei „keine harmlose Schäferidylle“, sondern es gehe „um Leben und Tod“. Ein guter Hirt kenne die Seinen und rufe sie beim Namen. „Wir dürften die Augen nicht vor der Wirklichkeit verschließen“, mahnte er Ehrlichkeit an. Der Mangel an geweihten Hirten ebenso wie an hauptberuflichen Frauen und Männern sowie die damit verbundenen großen Seelsorgeeinheiten brächten es mit sich, dass die in der Seelsorge Tätigen ihre „Schafe“ kaum mehr kennen, sondern sie in vielen Fällen nur mehr als Eintrag in der Datenbank wahrnehmen könnten. „Dieser Befund ruft die Verantwortung wach, die wir alle füreinander tragen. Unabhängig ob wir eine Weihe oder kirchliche Beauftragung empfangen haben oder nicht“, so Prälat Meier.

Ein positives Beispiel für einen solchen Hirten, wie sie heute vermehrt gebraucht würden, sei für ihn Papst Franziskus: Er habe sich den Ärmsten und Schwächsten der Gesellschaft zugewandt und ihr Schicksal zur Hauptaufgabe seines Hirtenamtes erhoben. Alle Menschen seien für Franziskus aufeinander angewiesen. So sei es wichtig, dass besonders die Menschen am Rand wieder Stimme und Mitsprache verliehen bekämen.

Den Text der Predigt des Diözesanadministrators im Wortlaut finden Sie hier.

 

In unseren Kurzportraits können Sie mehr über die neuen Mitarbeiterinnen im pastoralen Dienst erfahren.

Zu den Berufen:

Gemeindereferenten/-innen arbeiten in der Regel selbstständig in einer Seelsorgeeinheit unter der Leitung eines Pfarrers und im Religionsunterricht an Grund-, Mittel- und Förderschulen. Im pastoralen Bereich sind sie zum Beispiel eingesetzt in der Kinder- und Jugendarbeit, der Sakramentenkatechese, der Erwachsenenbildung sowie in der Schulung und Begleitung von Ehrenamtlichen. Sie leiten und begleiten Glaubenskurse, moderieren Arbeits- und Gesprächskreise und vernetzen und koordinieren Anliegen von Gruppen und Einzelpersonen. Für die Ausbildung zum Gemeindereferenten sind ein religionspädagogisches Studium und die Teilnahme am Bewerberkreis für Gemeindereferenten/-innen der Diözese Augsburg Voraussetzung. Nach dem Studium und dem berufspraktischen (Halb-)Jahr schließt sich eine zweijährige Assistenzzeit in einer Seelsorgeeinheit und im Religionsunterricht an, die mit der zweiten Dienstprüfung abgeschlossen wird.

Pfarrhelfer/-innen tragen in vielfältigen Aufgabenfeldern in Pfarrgemeinden bzw. Pfarreiengemeinschaften zu einer lebendigen Seelsorge bei.

Zu den pastoralen Aufgabengebieten gehören:

  • Im Bereich der Verkündigung: Tauf-, Erstkommunion-, Firmvorbereitung, Erwachsenenbildung, Glaubensseminare, Bibelarbeit
  • Im Bereich der Diakonie: Aufbau und Begleitung von Besuchsdiensten, Seniorenarbeit
  • Im Bereich Liturgie: Mitarbeit bzw. Leitung von Vorbereitungskreisen für Familien-, Kinder-, Jugendgottesdiensten, Wort-Gottes-Feiern

 

Wenn Sie sich für einen pastoralen Beruf interessieren, wenden Sie sich an den Fachbereich Personalgewinnung und Ausbildung:

Haus Katharina von Siena, Thommstr. 24a, 86153 Augsburg
E-Mail: ausbildung.pa-ga-ph@bistum-augsburg.de
Tel. 0821 3166-1211 oder -1213
Internet: https://bistum-augsburg.de/Hauptabteilung-I/Personalabteilung-Diakone-und-pastorale-Mitarbeiter-innen/Ausbildung/Kontakt