Caritas / Soziale Dienste

Diözesane Eröffnung der Herbstsammlung in Friedberg: "Sie geben der Caritas ein Gesicht"

Die Sammlerinnen und Sammler geben der Caritas ein Gesicht und helfen ihren Pfarrgemeinden, dem Caritasverband für den Landkreis Aichach-Friedberg e. V. sowie dem Diözesan-Caritasverband verschiedenste Hilfen leisten zu können. (Foto: Caritas Augsburg / Bernhard Gattner)
30.09.2019 09:28

Friedberg/Augsburg (pca). Eine alte verwitwete Frau ist in finanziellen Schwierigkeiten und kann ihre Stromrechnung nicht bezahlen. Ein Hartz-IV-Empfänger muss das Geld für eine Waschmaschine aufbringen. Eine alleinerziehende Mutter, die wegen ihrer Kinder nicht arbeiten gehen kann, weiß nicht mehr weiter. „Es gibt viele Hürden, die unser ausgeklügeltes Sozialsystem in den Gesetzen nicht ausreichend berücksichtigt, wo wir dann mit unseren vielen Hilfen helfen können", sagte Andreas Reimann, der Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Landkreis Aichach-Friedberg e. V. bei der diözesanen Eröffnungsfeier der Caritas-Herbstsammlung in Friedberg.

Für diese Menschen in ihren unterschiedlichen Notlagen ziehen nun für eine Wochen Frauen und Männer im Bistum Augsburg von Haus zu Haus und bitten um Spenden für die Caritas. In Friedberg fand gestern unter dem Motto „Gemeinsam stärker“ die diözesane Eröffnung statt. 53 langjährige Sammlerinnen und Sammler wurden dabei geehrt und anschließend zu einem gemeinsamen Mitttagessen als Zeichen des Dankes eingeladen.
 
Caritas-Sammlerinnen und –Sammler legen ein Zeugnis dafür ab, was den christlichen Glauben ausmache, sagte Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg in der Stadtpfarrkirche St. Jakob während der Begrüßung. „Wir sind eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig trägt und für eine starke Gesellschaft mit einem christlichen Gesicht einsetzt.“ In seiner Predigt unterstrich er, wie wichtig es für den Menschen und Christen sei, sich für andere einzubringen. „Wo ich Not abwende, kranken und armen Menschen beistehe und ich mich dafür einsetze, dass die Welt um mich heiler wird, kann mein Leben gelingen.“ Es komme also darauf an, sich auf das Leben einzulassen und dabei den anderen in den Blick zu nehmen. Dadurch werde das eigene Leben zwar manchmal umgekrempelt, aber es werde dabei auch sichtbar, was zuvor nicht sichtbar ist, nämlich „dass das Reich Gottes her mitten uns aufbricht und erfahrbar wird.“ „Machen wir uns also auf, unser Leben mit Mut zu leben, daraus etwas zu machen und es zu gestalten und wenn nötig auch andere Wege zu gehen“, rief der Diözesan-Caritasdirektor in seiner Predigt auf.
 
Rund 1,4 Millionen Euro kommen im Jahr bei den beiden Caritas-Sammlungsaktionen an Spenden zusammen. Je ein Drittel verbleibt in den Pfarrgemeinden zur Gewährleistungen ihrer Unterstützung von Menschen in Not bzw. kommt dem jeweiligen Caritasverband in den Landkreisen und kreisfreien Städten zugute. „Der Bedarf an Hilfen ist heute sehr differenziert. Dazu gehören die Tafeln, die Schuldnerberatung, die Allgemeine Soziale Beratung, die Betreuungen, der Sozialpsychiatrische Dienst bis zum Hospiz- und Palliativ-Dienst“, so Reimann. Der Gesetzgeber finanziere leider nicht alle Hilfen. „Wir sind auf Spenden angewiesen“, betonte der Caritas-Geschäftsführer.
 
Die Sammlerinnen und Sammler sollten sich bei ihrem Dienst, auch wenn er nicht immer angenehm sei, bewusst sein, „dass Sie alle ein Gesicht der Caritas sind, wenn Sie in Ihren Pfarrgemeinden um Spenden bitten“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Caritasverbandes für den Landkreis Aichach-Friedberg e. V.. Wenn sie an der Haustür klingeln und um eine Spende bitten, dann könnten sie es mit großem Selbstbewusstsein tun. „Denn fast jeder in den Pfarrgemeinden hat in seinem Leben mit der Caritas zu tun, entweder durch den Kindergarten, durch eine Beratungsstelle oder eine Caritas-Sozialstation, ein Caritas-Seniorenzentrum oder durch den Hospizverein.“