Aufklärung

Diözese sucht Ehrenamtliche für Betroffenenbeirat

05.01.2021 08:34

Augsburg (pba). Die Diözese Augsburg verstärkt ihre Bemühungen um die Prävention, Aufklärung und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch durch Mitarbeiter der Kirche. Ein neuer diözesaner Betroffenenbeirat soll die diesbezüglichen Aktivitäten der Diözese Augsburg konstruktiv und kritisch begleiten. 

Für die Mitarbeit in diesem Betroffenenbeirat werden nun Menschen gesucht, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und selbst von sexueller Gewalt betroffen waren.

Der Betroffenenbeirat soll aus fünf Mitgliedern bestehen, die in ihrer Aufgabenstellung unabhängig arbeiten werden, und zwei Personen in die diözesane Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs delegieren. Die Diözese Augsburg gewährt den Mitgliedern für die Mitarbeit in diesem Gremium eine Aufwandsentschädigung und eine Sitzungspauschale. Ähnliche Gremien sind auch in anderen deutschen Diözesen geplant oder bereits im Aufbau.

Bischof Dr. Bertram Meier: „Die Mitarbeit von Betroffenen ist uns für den Umgang mit dem Thema Missbrauch sehr wichtig – die Sicht der Opfer auf diese unerträglichen Geschehen mag für alle schmerzhaft sein, doch nur so können wir der Verantwortung gerecht werden, den Menschen, denen schweres Leid zugefügt wurde, eine Stimme zu geben. Und nur so können wir die Vergangenheit wirklich aufarbeiten und präventiv für die Zukunft wirken.“

Die Diözese Augsburg hat sich in der Vergangenheit bereits nachhaltig mit dem Missbrauchs-Thema beschäftigt. Aktuell befasst sich eine externe Projektgruppe mit den Hinweisen zu einem Kinderheim im Landkreis Augsburg. Auch hier wurden die Betroffenen zur Mitarbeit aufgerufen und eingehend zu dem Leid, das ihnen im kirchlichen Bereich zuteil wurde, angehört.

Die Bewerbung um die Mitgliedschaft im Betroffenenbeirat kann bis zum 22. Januar 2021 per E-Mail an die Adresse GV-besondere-Aufgaben@bistum-augsburg.de gerichtet werden. Die Auswahl unter den eingegangenen Bewerbungen erfolgt durch ein diözesanes Auswahlgremium, dem mehrheitlich nichtkirchliche Vertreterinnen und Vertreter angehören.