Nachruf

Früherer Abt Vitalis Altthaler OSB verstorben

20.01.2022 14:30

Der emeritierte Abt der Benediktinerabtei Ottobeuren Vitalis Altthaler OSB ist an diesem Mittwochabend, 19. Januar, im Alter von 89 Jahren verstorben. Bischof Bertram brachte in einem Kondolenzschreiben an Abt Johannes Schaber OSB seine tiefe Dankbarkeit für einen "glaubwürdigen Gottesmann" zum Ausdruck, dem als 64. Abt seiner Gemeinschaft stets der "Dienst an der Einheit" am Herzen lag.

+ Abt em. Vitalis Altthaler (1932-2022) stand der Benediktinerabtei Ottobeuren 16 Jahre vor. (Foto: Markt Ottobeuren)

Hier das Schreiben des Bischofs im Wortlaut:

Lieber Abt Johannes!

Die Nachricht vom Tod des emeritierten Abtes Vitalis stimmt mich traurig. Ich drücke Dir, Deinem Vorgänger Abt Paulus Weigele und dem ganzen Konvent mein Mitgefühl aus und versichere Euch mein Gebet. Gleichzeitig erfüllt mich tiefe Dankbarkeit dafür, dass sowohl dem Kloster Ottobeuren als auch dem Bistum Augsburg ein solch glaubwürdiger Gottesmann geschenkt wurde. Als geistlicher Sohn des hl. Benedikt wirkte Pater Vitalis viele Jahre als Gymnasiallehrer für naturwissenschaftliche Fächer. Dabei gelang es ihm, das Wissen mit dem Glauben zu verbinden und diese Synthese der jungen Generation zu vermitteln. Nachdem 1986  der legendäre Abt Vitalis Maier nach 38-jähriger Amtszeit verstorben war, wurde Pater Vitalis Altthaler zum Abt gewählt und stand dem Kloster 16 Jahre lang vor. Er verstand dieses hohe Amt vor allem als Dienst an der Einheit, die er durch sein ruhiges, ausgleichendes Wesen ebenso wie durch klare und eindeutige Weisungen zu fördern vermochte. Mir persönlich werden seine funkelnden blauen Augen in Erinnerung bleiben, die selbst im hohen Alter etwas von jugendlicher Frische und hintergründigem Humor ausstrahlten. Obwohl er sich als Abt primär in seinem Kloster verortet sah und dieser Aufgabe in Treue nachkam, übernahm er immer wieder pastorale Aufträge und war im Bistum auch als Firmspender unterwegs. Anlässlich seines diamantenen Priesterjubiläums 2020 bat er um den Segen Gottes, „damit alles gut zu Ende geht – wie jedes menschliche Leben“. Der irdische Lebensweg von Abt Vitalis ist nunmehr zu Ende, möge daraus ein neuer Anfang erwachsen für die ewige Gemeinschaft beim Herrn, dem er als Benediktiner sein Leben geweiht hat. Mit meinem Versprechen der Gebetsverbundenheit und besten Segenswünschen für Kloster und Pfarrei gehen herzliche Grüße von Augsburg nach Ottobeuren.

Euer

+ Bertram

Bischof von Augsburg     

 

Der verstorbene Abt Vitalis ist als Erwin Altthaler am 3. September 1932 in Irpisdorf (Lkr. Ostallgäu) geboren. Seine ewige Profess legte er am 10. Mai 1959 ab, die Priesterweihe empfing er am 17. Juli 1960. Seine Gemeinschaft wählte ihn am 21. Mai 1986 zum 64. Abt von Ottobeuren. Die Abtsweihe erfolgte am 3. August 1986. Abt Vitalis stand der Abtei 16 Jahre vor.

Das Pontifikalrequiem für den verstorbenen Altabt wird am Samstag, 22. Januar, um 10.00 Uhr in der Basilika St. Alexander und Theodor gefeiert. Bereits an diesem Freitag (21. Januar) wird um 19.30 Uhr in der Basilika der Sterberosenkranz gebetet. Wegen der Corona-Pandemie findet die Beisetzung in der Gruft im Anschluss an das Requiem nur mit der Hausgemeinschaft des Konvents statt. Äbte und Priester zur Konzelebration bitte Albe und Stola schwarz/violett mitbringen. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln für den Landkreis Unterallgäu.

 

Die Abtei Ottobeuren gehört zur Bayerischen Benediktinerkongregation. Sie ist eine Vereinigung selbstständiger bayerischer Benediktinerklöster. Am 5. Februar 1858 wurde die Benediktinerkongregation von Papst Pius IX. aus den nach der Säkularisation durch König Ludwig I. von Bayern wiederhergestellten Klöstern Metten, St. Bonifaz mit Andechs und Weltenburg wiedererrichtet. Die übrigen Klöster kamen teils durch späteren Anschluss, teils bei ihrer Wiedererrichtung dazu: Scheyern 1861, Schäftlarn 1866, St. Stephan und Ottobeuren 1893, Ettal 1900, Plankstetten 1904, Niederaltaich 1918, Rohr 1984. Das Amt des Obersten der Kongregation, des Abtpräses, bekleidet derzeit der Abt des Klosters Scheyern, Markus Eller OSB.