Amazonas-Synode

„Geistliche Früchte brauchen Zeit zum Wachsen“: Diözesanadministrator würdigt nachsynodales Schreiben

12.02.2020 12:30

Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier hat sich bei Papst Franziskus für das heute im Vatikan vorgestellte nachsynodale Schreiben „Querida Amazonia“ (Zusammenfassung und im Wortlaut) bedankt und es als „wegweisendes Dokument“ bezeichnet. Dieses greife das Schlussdokument der Amazonas-Synode auf und formuliere konkrete Konsequenzen für neue Wege für das Leben der Kirche und eine ganzheitliche Ökologie, so Prälat Meier. Da es eine bestimmte Region im Blick hat, aber auch in die Ortskirche ausstrahlt, empfahl er: „Wir sollten es differenziert und intensiv studieren, im Herzen bewegen und im Hirn bedenken.“

Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier, ernannter Bischof von Augsburg. (Foto: Nicolas Schnall / pba)

Mit dem Dokument bringe der Papst einmal mehr seine Nähe zu den Ärmsten der Armen zum Ausdruck – seien es Boots- und Bürgerkriegsflüchtlinge oder eben die indigene Bevölkerung Amazoniens als Hauptadressat des Schreibens. Grundlage des Textes sei vor allem seine „Regierungserklärung“ Evangelii gaudium aus dem Jahr 2013. Prälat Meier bedauert es, dass in der deutschen Übersetzung oft von der „kirchlichen Neuausrichtung“ die Rede sei. Das sei ihm zu oberflächlich. Eigentlich gehe es - wie im Originaltext steht - um die „Conversione della Chiesa“, die „Umkehr der Kirche“. Das ist ein spiritueller Anspruch und weniger eine strukturelle Frage. „Ehe wir Strukturen ändern, braucht es eine neue Ausrichtung auf Jesus Christus hin. Die Kompassnadel der Kirche muss primär auf Jesus und sein Evangelium ausgerichtet sein. Dann ergeben sich daraus auch die richtigen Konsequenzen“, betont der ernannte Bischof von Augsburg.

Indem Papst Franziskus mit dem nachsynodalen Schreiben erneut die große Bedeutung der Evangelisierung unterstreicht, schließt sich für Prälat Meier damit der Kreis. Noch im vergangenen Jahr habe der Papst in seinem Brief an das „pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ die glaubwürdige Vermittlung und Verkündigung des Evangeliums in unsere Gesellschaft hinein als oberste Priorität pastoralen Handelns der Kirche ins Stammbuch geschrieben, so der Diözesanadministrator. Er sei nun wiederum gespannt, wie der Austausch darüber in der Deutschen Bischofskonferenz ausfallen werde, ohne daraus vorschnelle Schlüsse oder gar Konsequenzen für die Kirche hier in Europa oder Deutschland zu ziehen. „Denn geistliche Früchte brauchen Zeit zum Wachsen.“