Corona-Pandemie

Gemeinsamer Appell von Staatssekretär Holetschek und Bischof Bertram: „Jedes Leben ist gleich viel wert!“

12.11.2020 08:05

Klaus Holetschek, Staatssekretär im bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium, und Augsburgs Bischof Dr. Bertram Meier rufen vor der Adventszeit alle Bürgerinnen und Bürger zu einer gemeinsamen, solidarischen Kraftanstrengung auf: „Weihnachten ist ein Fest der Zuversicht, der Freude und des Zusammenseins. Die Vorstellung, dieses Fest nicht wie gewohnt feiern zu können, sondern vielleicht sogar alleine verbringen zu müssen, macht vielen von uns Angst. Damit es nicht so weit kommt, muss jede und jeder jetzt Verantwortung übernehmen. Das heißt: Kontakte reduzieren und sich an die Regeln halten“, appellierten Holetschek und Bischof Meier am Mittwoch in Augsburg.

Bischof Bertram und Klaus Holetschek beim gemeinsamen Treffen gestern im Bischofshaus. (Foto: Bistum Augsburg)

„Die Corona-Pandemie ist eine enorme Belastungsprobe für die Menschen – nicht nur körperlich, sondern zunehmend auch psychisch“, so Holetschek. „Viele leiden unter den geltenden Beschränkungen, fühlen sich einsam und haben Angst. Bilder wie von der ‚Querdenken‘-Demo am Wochenende in Leipzig schüren diese Angst noch. Sie zeigen, wie rücksichtslos sich manche verhalten und damit Mitmenschen gefährden. Das können wir nicht tolerieren!“

Für den nötigen gesellschaftlichen Zusammenhalt könne die Kirche gerade jetzt eine entscheidende Rolle spielen, so Holetschek: „Die christliche Botschaft der Hoffnung kann Halt bieten, Trost spenden und Zuversicht verbreiten. Das brauchen wir in der aktuellen Situation ganz besonders.“ Der enge Austausch mit der Kirche sei ihm daher sehr wichtig. Als Schwabe und Vertreter des bayerischen Kabinetts dankte Holetschek Bischof Meier für die vielfältigen Unterstützungsangebote der Kirche und betonte: „Unser Handeln basiert auf einem gemeinsamen Wertefundament. Auch in der Politik orientieren wir uns an der Maxime: ‚Jedes Leben ist gleich viel wert!‘“ In Zeiten von Corona bedeute das: Die Corona-Pandemie müsse durch eine gemeinsame Anstrengung aller so weit eingedämmt werden, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werde und die Gefahr einer „Triage“-Situation, in der Menschenleben gegeneinander abgewogen werden müssen, gebannt werde.

„Das Gesicht eines Gemeinwesens zeigt sich im Umgang mit seinen schwächsten Gliedern“, ergänzte Bischof Bertram. „Gerne leisten wir als Kirche unseren Beitrag zur Menschlichkeit und einem solidarischen Miteinander in unserer Gesellschaft, gerade in diesen Zeiten, in denen sich die Menschen nach Nähe sehnen und Zuversicht brauchen.“