Bischöfliches Seelsorgeamt

Jahresbericht der Telefonseelsorge

09.01.2020 08:33

Augsburg (pba). Die Ökumenische Telefonseelsorge Augsburg unter der Leitung von Diakon Franz Schütz hat ihren Jahresbericht für 2019 veröffentlicht. Die darin vermerkten Zahlen verdeutlichen die wichtige Arbeit, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Seelsorgestelle jeden Tag verrichten.

Für ihr wertvolles Engagement gerade im Rahmen des Ehrenamtlichen Krisentelefons Augsburg-Schwaben wurde die Ökumenische Telefonseelsorge Augsburg auch ausgezeichnet: Am 22. Oktober vergangenen Jahres stellte der schwäbische Bezirkspräsident Martin Sailer eine dementsprechende Dankesurkunde aus.

Besonders augenfällig ist die stete Zunahme der Anrufe und Beratungsgespräche. 2019 nahmen die 75 ehrenamtlichen Telefonseelsorgerinnen und –seelsorger rund 13.300 Anrufe entgegen, 2.800 mehr als noch im Vorjahr. Davon mündeten 10.100 in längeren Beratungsgesprächen. Das bedeutete rund 28 Gespräche pro Tag, von denen die überwiegende Mehrzahl mindestens 20 Minuten in Anspruch nahm. Insgesamt summierte sich die Gesprächszeit somit im Schnitt auf täglich 10,5 Stunden. Auch abseits des Telefons war die Seelsorge aktiv; so wurden 311 E-Mails von Hilfesuchenden durch elf Ehrenamtliche bearbeitet.

Eine verbesserte Erreichbarkeit und Verteilung der Telefonseelsorge konnte durch die erweiterte Vernetzung mit benachbarten Hilfsstellen erreicht werden. Die Abstimmung mit den Telefonseelsorgestellen in München, Ingolstadt und Südostbayern funktioniert auch im Fall der gegenseitigen Aushilfe. So sprangen die benachbarten Stellen auch in den seltenen Fällen ein, wenn eine der insgesamt 1.825 Schichten in Augsburg aufgrund technischer Probleme oder Gruppenfortbildungen nicht besetzt werden konnte.

Psychische Probleme der unterschiedlichsten Art lagen insgesamt 48,6 Prozent der Beratungsgespräche zugrunde. Dabei handelte es sich wiederum vor allem um depressive Verstimmungen, seelische Nöte, Einsamkeit und Ängste. Mit rund 40 Prozent waren Beziehungsfragen das zweithäufigste Thema der Beratungen. Suizidalität war das Thema von insgesamt 607 Anrufenden, deren Zahl damit im Vergleich zum Vorjahr (478) deutlich anstieg. 419 Menschen teilten Suizidgedanken mit, 75 trugen sogar feste Absichten mit sich, 63 erzählten von früheren Suizidversuchen und 50 rangen mit dem Suizid einer ihnen nahestehenden Person.

Mit 69 Prozent ist der Anteil an alleinlebenden Menschen unter den Anruferinnen und Anrufern überproportional hoch. Auch sind es vor allem Frauen, die das Gespräch suchten: 72 Prozent aller Anrufenden war weiblich. Die größte Altersgruppe war die der 50-59-Jährigen. 29 Prozent aller Anrufe kamen aus dieser Gruppe. Die überwiegende Mehrheit der Anrufenden (86 Prozent) hatte bereits zuvor Kontakt mit der Telefonseelsorge gehabt. Gerade für diese regelmäßig Anrufenden ist die Einrichtung ein wichtiges Auffangnetz.

Die Personal- und Betriebskosten der Ökumenischen Telefonseelsorge werden zu 75 Prozent von der Diözese Augsburg und zu 25 Prozent vom Diakonischen Werk Augsburg getragen. Die Aus- und Weiterbildungskosten der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden durch Zuschüsse des Bezirks Schwaben, der Stadt Augsburg, der Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg sowie durch Spenden gedeckt.

Die Ökumenische Telefonseelsorge Augsburg kann über die gebührenfreien Telefonnummern 0800 - 111 0 111 und 0800 - 111 0 222 sowie die 116123 (ohne Vorwahl wählen) erreicht werden. Das Ehrenamtliche Krisentelefon ist in Akutkrisen und Notfällen für alle Anrufenden unter 0821 – 349 7 349 zu erreichen. Die Mail- und Chatberatung wird über www.telefonseelsorge-augsburg.de angeboten.