Monat der Weltmission

Missio-Gast berichtet über interreligiösen Dialog im Senegal

Marie Noëlle Mendy aus Dakar ist derzeit im Bistum Augsburg zu Gast und berichtet aus ihrem Heimatland. Heute vor Pressevertretern in Augsburg (v.links): Anton Stegmair, Bischöflicher Beauftragter für weltkirchliche Aufgaben, Bischof Dr. Bertram Meier, Marie Noëlle Mendy und Dr. Peter Frasch, Referent für weltkirchliche Aufgaben. (Fotos: Maria Steber / pba)
07.10.2021 13:39

Augsburg (pba). Das westafrikanische Land Senegal steht heuer im Mittelpunkt der Aktionen rund um den Weltmissionssonntag am 24. Oktober. Es gilt als Vorbild für das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen. Marie Noëlle Mendy aus Dakar ist derzeit im Bistum Augsburg zu Gast und hat am heutigen Donnerstag vor Medienvertretern über ihr Engagement im interreligiösen Dialog und der kirchlichen Jugendarbeit in ihrer Heimatgemeinde berichtet. Bischof Dr. Bertram Meier bezeichnete die engagierte Christin als „Handwerkerin des Friedens“. 

„Der Senegal gilt als Land der gelebten Gastfreundschaft. Die Nächstenliebe und der Respekt für den anderen nehmen eine wichtige Rolle ein“, wies Marie Noëlle Mendy auf die wichtige Bedeutung des interreligiösen Dialogs zwischen Christen und Muslimen in ihrem Heimatland hin, das zu 95 Prozent muslimisch gesprägt ist. Die Begegnung zwischen den Religionen werde dort im Alltag sowohl von katholischer als auch islamischer Seite ganz selbstverständlich gelebt: „In unserer Gemeinde gibt es zum Beispiel einen christlich-muslimischen Gospelchor und viele Muslime arbeiten in katholischen Bildungseinrichtungen. Diese werden sehr geschätzt, so dass viele Muslime ihre Kinder auch auf kirchliche Schulen schicken.“

Als „Gesicht einer jungen, dynamischen Kirche im Senegal“, bezeichnete Bischof Dr. Bertram Meier den diesjährigen Missio-Gast im Rahmen des Gesprächs. Die Kirche im westafrikanischen Land zeichne sich neben einer lebendigen Glaubensgemeinschaft durch Offenheit und ein starkes soziales Engagement aus. „Die gegenseitigen Besuche von Christen und Muslimen sind für sie ebenso selbstverständlich wie der Einsatz für die Menschen am Rande. Interreligiöser Dialog ist deshalb für sie etwas Alltägliches, beschränkt sich aber nicht nur auf freundschaftlichen Umgang“, nannte Bischof Bertram als Schlüssel für gelingende Begegnungen zwischen Angehörigen verschiedener Religionsgemeinschaften. Dieser liege vor allem darin, „die Gegenwart des Göttlichen auch im Anderen zu entdecken und in einem Geist der Liebe gemeinsam nach der Wahrheit zu suchen.“ Viel Leid könne gemindert werden, „wenn Christen und Muslime sich als Geschwister verstehen, aufeinander zugehen, voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen.“

Um als Minderheit den Glauben leben zu können, sei es für die Christen vor allem wichtig, sich der Zugehörigkeit zur Kirche bewusst zu sein und den Zusammenhalt untereinander aktiv zu leben, berichtete Marie Noëlle Mendy weiter aus ihrem Alltag in Dakar. „Wenn dieses Bewusstsein nicht da ist, ist es schwierig in einem muslimischen Land zu leben“, betonte die junge Studentin, die in ihrer Pfarrei in verschiedenen Gruppen engagiert ist und vor allem jungen Menschen die Kirche als Anlaufstelle bei Problemen vorstellen möchte. „Viele Jugendliche sind auf der Suche oder haben mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen. Ich möchte durch mein Engagement zeigen, dass man Antworten und eine Heimat im Glauben finden kann.“

Marie Noëlle Mendy wird in den kommenden Tagen auch in einigen Pfarreien des Bistums Station machen und von ihren Erfahrungen berichen. Auf der Seite der Abteilung Weltkirche gibt es eine Liste mit allen Besuchsterminen.