Dekanat Dillingen

Neuer Dekan eingeführt: Pfarrer Johannes Schaufler

10.11.2020 08:20

Augsburg (pba). Generalvikar Harald Heinrich hat gestern Pfarrer Johannes Schaufler, Leiter der Pfarreiengemeinschaft Gundelfingen, in sein Amt als Dekan von Dillingen eingeführt. Die Ernennung war im Juni durch Bischof Dr. Bertram Meier erfolgt.

Generalvikar Harald Heinrich hat Pfarrer Johannes Schaufler gestern in sein Amt als Dekan von Dillingen eingeführt. (Foto: Maria Steber / pba)

Die Amtseinführung fand im Rahmen des Kapiteljahrtags im Dekanat Dillingen statt. Priester und Mitarbeiter aus dem diakonalen wie seelsorglichen Dienst des Dekanats feierten den Gottesdienst mit. Coronabedingt konnte er nur im kleinen Rahmen stattfinden. Nach Verlesen der Ernennungsurkunde und Abnahme des Treueeids richtete Generalvikar Heinrich seine Glückwünsche an den neuen Dekan.

In seiner Predigt ging der Generalvikar auf das gestrige Datum, den 9. November ein, seine geschichtliche Bedeutung und die enge Verbindung zwischen Gutem und Bösem: So erinnerte er an den Tag des Mauerfalls 1989, die Reichsprogromnacht 1938 sowie das Kirchweihfest der Lateranbasilika im Hinblick auf den liturgischen Kalender. „An diesem 9. November mit all seinen ‚Vorzeichen‘ wirst Du, lieber Johannes, in das Amt des Dekans eingeführt.“ Er wies dabei gleichzeitig auf die Corona-Pandemie hin, die eine Leitungsaufgabe in unübersichtlicher Zeit bedeute. „Corona beeinflusst viel, nicht zuletzt auch die großen kirchlichen Veränderungsprozesse“, sagte Generalvikar Heinrich und verwies auf die gegensätzlichen Strömungen, die ein Festhalten am „Volkskirchlichen“ einerseits forderten, ein offenes und weites Denken andererseits. „Da hinein, in vielfältige Unübersichtlichkeiten, hast Du, lieber Mitbruder, Dein ‚Ja‘ gesagt. Ich sage Dir persönlich, im Namen von Bischof Bertram und des Bistums: Wir sind Dir herzlich dankbar dafür!“

Für seinen Dienst als Dekan und das Miteinander im Dekanat nannte er drei Wegmarken. So erinnerte im Hinblick auf die Kirchweihe der Lateranbasilika erstens an das notwendige Zusammenspiel von Christsein in den privaten Häusern einerseits und im Haus des Herrn anderseits: „Zum Christsein gehört die Weite, die über den noch so schönen eigenen Kirchturm und das noch so gute Miteinander am Ort hinausgeht.“ Zu jedem Gläubigen gehöre „die dankbare Gewissheit weltweiter Vielfalt“ und der gleichzeitige Anspruch, diese Buntheit des kirchlichen Lebens verwurzelt zu wissen in der großen Gemeinschaft der Kirche. „Auch dafür steht ein Dekan“, zu dessen wesentlicher Aufgabe die Arbeit an der Einheit gehöre.

In seiner zweiten Wegmarke ging Generalvikar Heinrich auf die in unsicheren Zeiten oft gehörte Forderung ein, die Kirche solle sich ihrem „Kerngeschäft“ zuwenden. Er knüpfte dabei an die Tageslesung aus dem Buch Ezechiel an: „Der Kern ist – das lehrt die Vision des Ezechiel – nicht der Rückzug auf das Heiligtum; und eben so wenig das sich Verausgaben im Dienst für die Vielen. Das göttliche Kerngeschehen bindet es zusammen.“ Diese Bewegung sprenge oft kleinlich vorgenommene Einteilungen, es binde das „nach innen“ und „nach außen“ zusammen. „Wenn viele im Dekanat und der Bischof Dir, lieber Johannes, das Leitungsamt hier zutrauen, dann auch deshalb: Weil Du nicht der Mann der großen Gesten, vorschneller Urteile oder gar großspuriger Konzepte bist.“ Vielmehr binde der neue Dekan „Gottesdienst“ und „Menschendienst“ zusammen, er wisse um das „jetzt Mögliche“ und habe gleichzeitig den wachen Blick auf neue Erfordernisse und Chancen.

Das „Plus“ Gottes nannte Generalvikar Heinrich als dritte Wegmarke und „Kompassnadel für Glauben und Dienst“. Dieses Vorzeichen habe Gott selbst gesetzt: „Er ist das ‚Plus‘, Leben in Fülle“ das er allen gönne und für alle wolle. „Unsere Kompassnadeln für Glauben und Dienst immer an diesem ‚Plus‘ Gottes eichen zu lassen, darum geht es“, betonte Heinrich. „Als Mann mit dem Gespür des untrüglichen Vertrauens auf das ‚Plus‘ Gottes in allem Beginnen, Schaffen und Beschließen brauchen wir Dich, lieber Dekan Johannes Schaufler.“       

 

Zum neuen Dekan:

Johannes Schaufler, geboren 1961 in Augsburg, wurde am 28. Juni 1987 zum Priester geweiht. Zunächst war er Kaplan in Weilheim-Mariä Himmelfahrt und Augsburg-Hl. Geist, bevor er 1990 Pfarradministrator in Oberreute und dann 1996 Pfarrer in Mering wurde. Seit 1. September 2010 ist er Pfarrer und Leiter der Pfarreiengemeinschaft Gundelfingen.