Aus den Pfarreien

Oberstdorf hat jetzt auch eine Mariensäule

26.03.2021 13:54

Oberstdorf (pdsf). Ein Pontifikalamt mit Weihbischof Florian Wörner beendete am Donnerstagabend symbolisch die rund vier Jahre dauernde Sanierung und Renovierung der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Oberstdorf. Der Weihbischof segnete im Beisein von Pfarrer Maurus Bernhard Mayer während der Messe das in neuem Glanz erstrahlende Gotteshaus sowie die Marienstatue, bekannt als die „schöne Oberstdorferin“. Sie hat einen neuen Platz auf einer neu gestalteten Eichensäule rechts vor dem Altarraum gefunden. „Oberstdorf hat jetzt auch eine Mariensäule - genauso wie München oder Augsburg“, bemerkte Florian Wörner.

Weihbischof Florian Wörner segnete während des Pontifikalamtes im Beisein von Pfarrer Maurus Bernhard Mayer die Marienstatue. (Fotos: Verspohl-Nitsche)

Zum Pontifikalamt, das musikalisch von Kirchenmusiker Christof Krippendorf sowie den SolistInnen Verena Bertele, Heike Glinka, Stefan Heidweiler und Michael Dreher mit der Missa brève von Charles Gounod gestaltet wurde, waren die Vertreter des politischen und kirchlichen Lebens sowie der an den Arbeiten beteiligten Firmen erschienen. Der Leiter der Pfarreiengemeinschaft Oberstdorf, Pfarrer Mayer, sprach in seiner Begrüßung allen Spendern, auch „Paten“ genannt, einen besonderen Dank aus. Das Bistum bezuschusste die Renovierung mit 700.000 Euro, es beteiligten sich zahlreiche Geldgeber, wie der Markt Oberstdorf, der für die Kirchturmsanierung aufkam und an Spenden seien rund 170.000 Euro eingegangen – darunter von drei Großspendern. Insgesamt waren die Bauarbeiten mit rund 1,9 Millionen Euro Gesamtkosten beziffert worden.

Er freue sich aufrichtig, heute am Fest „Mariä Verkündigung“ zum Abschluss der Renovierung und zur Segnung hier sein zu dürfen, bemerkte der Weihbischof eingangs. Schon als Kaplan (1997-1999) habe es ihn vor rund 20 Jahren fasziniert, dass die Kirche Zentrum und Seele des Marktes sei - ein Ort der Begegnung mit Jesus, so Wörner. Das neue Raumkonzept der Kirche sei nicht nur nach ästhetischen Gesichtspunkten erstellt worden, betonte der Weihbischof weiter. So empfinde er die Anordnung der Heiligenfiguren und –bilder vom Westportal als eine Art „Empfangskomittee“ beim Eintritt in die Kirche, lobte der Würdenträger. Gemeinsam mit der sich anschließenden neugestalteten Kapelle im Turm und dem Bild des gegeißelten Jesu sei hier eine Art Wallfahrtszenario entstanden. „Ich möchte allen herzlich danken, dass das Werk so gelungen ist“, richtete er sich an die Versammelten.

Weihbischof Wörner bei der Predigt.

In seiner Predigt widmete sich der Weihbischof dem Thema Maria. Gott habe sich eine würdige Wohnung in ihr gesucht, als er sie für die Geburt des Herrn auserwählte. Maria habe gesagt: „Ich bin die Magd des Herrn.“ Nun, da die spätgotische Figur der „schönen Oberstdorferin“ in neuem Glanz erstrahle und auf einem Eichensockel auf Traufberger Marmor stehe, könnten die Gläubigen Maria neu ansehen. Maria, die „Königin des Himmels“, sei durch ihre neue Anordnung nun nah bei den Menschen.  „Maria ist die Autobahn, der ICE auf dem Weg zu Gott. Sie nimmt uns an die Hand, um uns zu Gott zu führen“, betonte Wörner. Er hoffe, dass die Gläubigen und auch die Urlaubsgäste bald wieder vor Ort die Nähe Gottes erfahren könnten, schloss der Weihbischof seine Ansprache.

Der Archtitekt und Bauleiter Klaus Noichl beleuchtete die Geschichte und Renovierung von St. Johannes Baptist aus der ungewöhnlichen Sicht der Kirche. Das Gotteshaus sprach zu den Anwesenden und erinnerte an seine lange, bewegte Vergangenheit seit ihrer ersten Erwähnung und ihres hohen Turms um das Jahr 991. Auch der große Brand von 1865, sowie die grundlegende Neugestaltung des Innenraums mit dem heutigen, hellen Charakter im Jahr 1939 zu Zeiten von Pfarrer Joseph Rupp wurde dabei erwähnt. Die Kirchenverwaltung mit Pfarrer Maurus Mayer und Kirchenpfleger Hannes Kirschner hatte sich für die Beibehaltung dieses Erscheinungsbildes entschieden. „Ich bin froh, dass alles so hell ist“, ließ Noichl die Kirche sprechen. Renoviert worden seien in den vergangenen vier Jahren das Dach, der Dachstuhl, Lichter, Heizung, der Turm sei nun in eine Kapelle umgestaltet, die vielen Heiligenfiguren und –Bilder wurden restauriert und gereinigt. „Ich spüre, dass die Menschen mich mögen“, stellte der Architekt mit Blick auf den gelungenen Abschluss der Arbeiten für das Gotteshaus fest. Am Ende dankte Klaus Noichl namentlich allen am Bau beteiligten Vertretern der Kirche, sowie den Firmen samt MitarbeiterInnen.