Nachruf

Pfarrer i.R. Alwin Holdenrieder verstorben

06.09.2021 10:54

Der Ruhestandspfarrer Bischöflich Geistlicher Rat Alwin Holdenrieder ist in der Nacht von 3. auf 4. September im Alter von 99 Jahren verstorben. Er wurde am 18. Oktober 1921 in Jedesheim geboren und am 21. Mai 1950 zum Priester geweiht. Er war der älteste noch lebende Priester des Bistums Augsburg.

Pfarrer Holdenrieder sei von ganzem Herzen Seelsorger gewesen, betont Bischof Bertram in seiner Würdigung. „Besonders geprägt hat er die Stadtpfarrei St. Martin in Marktoberdorf, wo er zunächst als Benefiziat und später zwei Jahrzehnte lang als Stadtpfarrer wirkte. Auch im Ruhestand hatte er ein offenes Ohr für die Sorgen der Menschen und ein aufmerksames Herz, um deren Freuden und Leiden teilen und ihnen das Evangelium anbieten zu können.“ Im Oktober hätte er nun seinen 100. Geburtstag gefeiert: „Möge er nach diesem langen und erfüllten Weg auf Erden nun eingehen in die ewige Gemeinschaft mit seinem Herrn, dem er so fleißig und treu gedient hat.“

Der in Jedesheim bei Illertissen geborene Alwin Holdenrieder verspürte schon früh die Berufung zum Priestertum, wurde jedoch kurz vor dem Abitur 1941 zum Kriegsdienst an die Ostfront eingezogen. Nach einer schweren Verletzung, bei der er ein Auge verlor, arbeitete er als Heeresschreiber weiter und erlebte nach einer weiteren Verwundung im Harzer Bergland das Kriegsende im Lazarett.

Nach kurzer Kriegsgefangenschaft in der Lüneburger Heide kehrte Holdenrieder in das Bistumsgebiet zurück und schrieb sich im Oktober 1945 in das erste Nachkriegsseminar des Priesterseminars in Dillingen ein. Nach seiner Priesterweihe 1950 durch Bischof Joseph Freundorfer arbeitete er zunächst zwei Jahre lang als Kaplan in Augsburg-Lechhausen (St. Pankratius), bevor er 1952 das Amt des Benefiziumsvikars in Marktoberdorf antrat.

1958 wurde er zum Pfarrer von Ruderatshofen ernannt. Dort war er rund 14 Jahre lang tätig, bis er 1972 als Pfarrer von St. Martin nach Marktoberdorf zurückwechselte. Nach fast zwanzig Jahren in dem Ostallgäuer Ort ging er 1991 in den Ruhestand, blieb Marktoberdorf jedoch weiterhin als Seelsorger erhalten. So betreute er weiterhin die Kapelle St. Joseph in Rieder und wirkte als Klinikseelsorger im Krankenhaus Marktoberdorf bis zu dessen Schließung 2013. Im Mai 2020 feierte er sein 70. Priesterjubiläum. Er verstarb wenige Wochen vor seinem 100. Geburtstag in Marktoberdorf, wo er rund 55 Jahre seines langen Lebens verbracht und gewirkt hatte.

Die Pfarreiengemeinschaft Marktoberdorf wird seiner am Freitag, 10. September, um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin im Requiem gedenken.

Der Herr vergelte ihm seine treuen Dienste. Wir bitten um das Gebet für den Verstorbenen.