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Studientag zum Thema Pastoralinnovation: „Dem heiligen Geist einen Landeplatz bereiten“
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Bischöfliches Seelsorgeamt

Studientag zum Thema Pastoralinnovation: „Dem heiligen Geist einen Landeplatz bereiten“

Dr. Georg Plank aus Graz referierte beim Studientag des Seelsorgeamts zum Thema Pastoralinnovation. (Foto: Simone Zwikirsch / pba)
Dr. Georg Plank aus Graz referierte beim Studientag des Seelsorgeamts zum Thema Pastoralinnovation. (Foto: Simone Zwikirsch / pba)
29.11.2018

Seit zehn Jahren folgt das Bischöfliche Seelsorgeamt einem Leitbild, das die Begriffe „gottverwurzelt“ und „menschennah“ ins Zentrum der seelsorgerischen Tätigkeit stellt. Anlässlich dieses Jubiläums haben sich heute rund 90 Seelsorgerinnen und Seelsorger aus dem ganzen Bistum zu einem Studientag im Haus Sankt Ulrich getroffen. Gemeinsam mit Referent Dr. Georg Plank vom Institut für Pastoralinnovation in Graz erarbeiteten sie wirkungsvolle Methoden für innovative Ansätze in der pastoralen Arbeit. Eine Musikgruppe um Komponist Robert Haas und Dr. Peter Frasch, Referent für Neue Geistliche Musik im Amt für Kirchenmusik, umrahmte den Studientag mit musikalischen Impulsen und Liedern zum gemeinsamen Singen.

„Zehn Jahre Leitbild - Wir wollen heute kein Jubiläum feiern, sondern eine Standortbestimmung vornehmen, um uns als Kirche weiterzuentwickeln“, richtete sich Prälat Dr. Bertram Meier, Leiter des Seelsorgeamtes, an seine Mitarbeiter. Da die Kirche immer erneuerungsbedürftig sei, dürfe auch die seelsorgerische Arbeit nicht stehenbleiben. „Würden wir das tun, ließen wir den heiligen Geist außen vor“, sagte der Prälat und ermutigte die Teilnehmer, keine Angst vor „geistlichen Experimenten“ zu haben. „Genauso wichtig sei es aber auch, sich miteinander, „gottverwurzelt und menschennah“ auf diesen Weg der Erneuerung zu machen.  

Impulse dazu erhielten die Seelsorgerinnen und Seelsorger von Georg Plank. Der promovierte Theologe gründete 2013 das Institut für Pastoralinnovation in Graz. Dieses bietet für Pfarreien, die sich fachlich, theologisch und geistig „innovieren“ möchten, eine Art Unternehmensberatung. „Dem heiligen Geist dort einen Landeplatz bereiten, wo wir wirken und arbeiten“ – so beschreibt Plank das Ziel von Pastoralinnovation. Schließlich seien wir Menschen der Weg der Kirche und über uns könne Gott in die Welt kommen.

Ein großes Vorbild für innovatives Handeln sei Jesus, erklärte Plank. „Jesus war nicht mit der Umsetzung zahlloser Ideen beschäftigt, sondern in seinem Handeln fokussiert“. Genau darin liege auch das Geheimnis der Pastoralinnovation. „Innovation bedeutet nämlich nicht nur, gute Ideen zu haben. Viel wichtiger ist es, diese Ideen auch erfolgreich umzusetzen“, betonte er. Gleichzeitig gehe es bei Innovation nicht darum, einfach nur mehr zu tun, sondern um gezielte Verbesserung. Deshalb müsse zu Beginn jeder pastoralen Innovation die Frage stehen, was überhaupt erreicht und bewirkt werden möchte.

Als weiteren Aspekt hob Dr. Plank hervor, dass der Großteil aller Innovationen auf bereits Bestehendem aufbaut. Vor allem im kirchlichen Bereich hänge Tradition und Innovation immer zusammen, was auch häufig zu Spannungen führe. Trotzdem ermutigte er die Teilnehmer, dieses Spannungsfeld zu betreten und die Chancen für eine Neuerung zu nutzen, die sich daraus ergeben: „In der Kirche kann Erneuerung auf zwei verschiedene Arten stattfinden. Entweder darin, was wir tun oder darin, wo und mit wem wir etwas tun“ erklärte Plank. So werde es vermutlich nicht funktionieren, beide Arten miteinander zu verbinden, indem etwas komplett Neues geschaffen wird. Fruchtbarer sei es, bei der Tradition anzusetzen und Gutes, das bereits besteht, zu verbessern. „Wenn wir beispielsweise eine Maiandacht, die bisher immer in der Kirche stattfand, an einen attraktiveren Ort verlegen oder aber die klassische Maiandacht in der Kirche mit Texten und Musik neu gestalten, können wir mit wenig Aufwand pastorale Innovation erzielen.“

Dieser Ansatz werde auch bei der Weiterentwicklung des Leitbildes eine wichtige Rolle spielen, so Prälat Meier. „Die Seelsorge von heute und morgen wird sich darum mühen müssen, Gott auch in Bereiche zu tragen, die scheinbar gottlos sind. Dazu braucht es neue Ideen sowie Räume, in denen sie sich entwickeln können.“