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Vierzigstündiges Gebet während der Faschingstage
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Hoher Dom

Vierzigstündiges Gebet während der Faschingstage

09.02.2018

Von Faschingssonntag bis Faschingsdienstag wird in der Marienkapelle des Augsburger Doms vierzig Stunden lang das Allerheiligste ausgesetzt. Die Gläubigen haben während der Öffnungszeiten des Doms die Möglichkeit, sich durch stille Anbetung auf die kommende Fastenzeit vorzubereiten. Domdekan Prälat Dr. Bertram Meier eröffnet das vierzigstündige Gebet am Sonntag um 17.00 Uhr mit einer feierlichen Andacht im Hohen Dom. Die Andacht wird vom Domchor und dem Domorchester musikalisch gestaltet. Am Dienstag um 16 Uhr wird Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger das vierzigstündige Gebet mit einer eucharistischen Anbetung beschließen. Die Domsingknaben und der Domchor umrahmen die Feier musikalisch.

Das vierzigstündige Gebet geht auf eine alte Tradition zurück. Dessen Ursprünge sind bereits in der Urkirche zu suchen. Man ehrte die vierzig Stunden der Grabesruhe Jesu durch Fasten, Wachen und Beten am Heiligen Grab. Dieser Brauch lebt in der Christenheit bis in die Neuzeit fort.

Unabhängig vom Gebet am Heiligen Grab ist im 16. Jahrhundert eine weitere Form der vierzigstündigen Anbetung entstanden. Erstmals bezeugt für das Jahr 1527 in Mailand wurden Gläubige in Fastenpredigten dazu aufgefordert, vierzig Stunden vor dem Heiligsten Sakrament zu verharren, um Gottes Hilfe in Kriegsnot zu erbeten. Diese Gebetsform fand schnelle Verbreitung und erhielt  bereits im Jahr 1539 die römische Anerkennung. Ein neuer Gedanke kam im Jahr 1556 mit den Jesuiten und später auch den Kapuzinern dazu: Die beiden Ordensgemeinschaften initiierten und verbreiteten eine eucharistische Sühneandacht an den letzten drei Tagen des Karneval. Nicht mehr öffentliche Anliegen wie das Gebet um Frieden, sondern der Sühnegedanke im Zusammenhang mit der Sittenlosigkeit standen bei dieser Form im Mittelpunkt.