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29.04.2015 19:51

Gesprächsabend im Akademischen Forum am Dienstag, 28. April 2015 mit Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff und Prof. Dr. Heinrich Leonhardt

Prof. Dr. Heinrich Leonhardt, Prof. Dr. Adalbert Keller, Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff (v. li. n. re.)

BIOMEDIZINISCHE FORSCHUNG UND GRENZEN ETHISCHER TOLERANZ

Die Fortschritte in der biomedizinischen Forschung sind rasant. Neue diagnostische und therapeutische Behandlungsmethoden werden möglich – beispielsweise in der Entwicklung einer personalisierten Medizin, die auf die jeweilige genetische Veranlagung abgestimmt ist. Bereits heute lässt sich in die Erbinformationen eines Patienten prinzipiell jede beliebige genetische Veränderung einfügen. Ebenso können Erbkrankheiten bereits im embryonalen Stadium festgestellt werden. Der „Gläserne Mensch“ ist längst keine Utopie mehr – mit allen Konsequenzen, die diese Möglichkeiten mit sich bringen. Professor Dr. Heinrich Leonhardt vom Biozentrum der LMU-München stellte den aktuellen Stand biomedizinischer Forschung vor.

Aber: Dürfen wir wirklich alles was geht? Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Moraltheologe an der Universität Freiburg und Mitglied im Deutschen Ethikrat, zeigte in seinem Statement bedenkenswerte ethische Grenzfragen im Bereich der biomedizinischen Forschung auf. Anhand von drei Kriterien werden diese begründet: Der ethischen Zielsetzung der Forschung, die Bewertung der Mittel und Wege und der Begutachtung der Folgen (Sicherheitswahl). Anhand dieser Kriterien wurden die personalisierte Medizin, die PID und die somatische Gentherapie sowie Eingriffe in die Keimbahn zur Reparatur genetischer Defekte ethisch reflektiert. Zum Ende seines Vortrages plädierte Schockenhoff für das Recht auf den genetischen Zufall.