Abendveranstaltung mit Professor Stefan Schreiber am 3. Dezember 2015
Die Friedensherrschaft des Augustus und das Kind in der Krippe
Im Rückblick betrachtet war es ein zweigeteiltes Leben: auf den grausamen Kriegstreiber Augustus folgt die Regierung des „Friedensfürsten“. Vom römischen Senat in die Reihe der Götter erhoben, vom Volk wie ein „Heiland“ verehrt. In dieser Zeit, „als der gesamte Erdkreis im Frieden lebte“, wird Jesus Christus in Bethlehem geboren.
Professor Dr. Stefan Schreiber von der Universität Augsburg zeigte in seinem Vortrag auf, welche verschiedenen Ansätze von Kaiser Augustus und Jesus Christus ausgehen: Weltliche Macht und heilsgeschichtlicher Neuanfang treffen aufeinander ‒ zwei Ansagen, die je eigene politische Akzente setzen: Ein Mensch lässt sich als „Heiland“ und Gott feiern und andererseits wird Gott Mensch. Der eine erhöht sich maßlos, der andere offenbart einen Gott, der auf Seiten der Armen und Unterdrückten steht, der Macht und Besitzverhältnisse aufhebt.