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29.02.2016 18:27

Kooperationsveranstaltung von Akademischen Forum, Caritas, KJF und agke am Freitag, 26. Februar 2016 im Haus Sankt Ulrich mit Prof. Dr. Dr. Michael Ebertz

Prof. Dr. Dr. Michael N. Ebertz, Katholische Hochsuchule Freiburg

DAS CHRISTENTUM IST EINE CARITASRELIGION

Oft wissen Christen selbst nicht mehr, was sie glauben, glauben sollen und können. Resignation und Gleichgültigkeit greifen um sich, Tatenlosigkeit und Kritiksucht machen sich breit. Doch das Handeln Jesu und seine Botschaft faszinieren und provozieren – zeitlos. Auch die Kirche selbst sowie Politik und Gesellschaft sind immer wieder neu herausgefordert, daran Maß zu nehmen.

Professor Ebertz verstand es mit seinem Vortrag „Was ist das Christliche?“ die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Bann zu ziehen und Kernpunkte des christlichen Glaubens aufzuzeigen. So ist ein Wesensmerkmal des Christlichen immer die Bewegung von oben nach unten: Gott wird Mensch und stellt sich mit den Niedrigsten gleich. In dieser Selbststigmatisierung identifiziert sich Gott selbst mit den Erniedrigten, Ausgestoßenen, Ausgebeuteten und Kranken.

Das barmherzige Handeln am Nächsten wird so zum Kriterium und zur Herausforderung für jeden Christen, an dem er sich messen lassen muss. In diesem Sinne ist auch beim Endgericht nicht die Rede von der Frömmigkeit und dem persönlichen Glaubenseifer des einzelnen, sondern von dem, was er dem Nächsten getan hat. Das Endgericht ist ein Caritasgericht: „... das habt ihr mir getan“. Gottes Menschenfreundlichkeit und Menschwerdung macht jeden Menschen zu einem Ort der Gottesbegegnung.