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BLASPHEMIE - Kann man Gott eigentlich beleidigen?

27.09.2017 16:59

Brennpunktthema im Akademischen Forum am Dienstag, 26. September 2017 mit Professor Thomas Weißer

Prof. Dr. Thomas Weißer, Universität Bamberg

 

 

 

Karikaturen über Jesus oder Mohammed, ein gekreuzigter Frosch, ein besudelter Papst – da ist schnell von „Blasphemie“ die Rede, von Gotteslästerung. Doch häufig ist unklar, was damit gemeint ist. Sind religiöse Gefühle verletzt? Liegt ein Straftatbestand vor? Das Thema „Blasphemie“ polarisiert auch die Gesellschaft und so entsteht zwischen Meinungsfreiheit und verletzten religiösen Gefühlen oft eine gewisse Ratlosigkeit. Dahinter verbirgt sich ungeschminkt oder auch verborgen die zentrale Frage, welche Rolle der Glaube in einer pluralen und zunehmenden säkularen Gesellschaft spielt.

In seinem Vortrag ging Professor Thomas Weißer von der Universität Bamberg auf diese Fragen näher ein. Anhand von exemplarischen künstlerischen Darstellungen zeigte er die verschiedenen Facetten auf, wie diese interpretiert werden können. Letztlich ist der Tatbestand einer Gotteslästerung rechtlich nicht zu beurteilen – vielmehr kann der Staat lediglich nur dann einschreiten, wenn der öffentliche Friede in Gefahr ist. In einer zunehmend pluralen Gesellschaft wird es auch in Zukunft immer schwieriger werden, auf kleinere Gruppen Rücksicht zu nehmen. Auch wird man von Mitgliedern der verschiedenen Religionen eine gewisse Toleranzbereitschaft erwarten dürfen, die das hohe Gut der Meinungsfreiheit gewährleistet.