Mastodon

VOM ANFANG UND ENDE DES LEBENS

10.10.2022 16:33

Philosophisches Seminar im Akademischen Forum vom Freitag, 7. Oktober bis Samstag, 8. Oktober 2022

Prof. Dr. Manfred Negele

Geburt und Tod gehören wie selbstverständlich zu unserem Leben. Doch nehmen wir sie selten in den Blick, wenn wir nicht unmittelbar damit konfrontiert werden. Sehen wir genauer hin, so zeigen sie sich als Grenzen, die wir – so wichtig sie für uns sind – nicht einfach begreifen können. Unsere eigene Geburt verliert sich im Nebel unserer Erinnerungen. Wir sind auf eine Außenperspektive angewiesen. Analog hüllt sich unser eigener Tod in Dunkel.

Wie gehen wir damit um? Ist die Geburt in der Regel von Freude überdeckt, so schieben wir das Thema „Tod“ oft aus Angst weg, verdrängen, ignorieren es.

Im Philosophischen Seminar mit Prof. Dr. Manfred Negele, Universität Regensburg, wurde versucht, sich diesen beiden Phänomenen anzunähern.

In einer ersten Einheit wurde das Thema Geburt in den Mittelpunkt gestellt. Ausgehend von den Ansätzen von Martin Heidegger („Geworfenheit“) und Hannah Arendt („Geburtlichkeit“) wurde die Bedeutung der Geburt und deren Bedeutung für das Leben reflektiert.

Ein zweiter Eckpunkt war der Tod. Im Zentrum die Fragen: Wie können bzw. sollen wir diese Grenze verstehen? Wie können wir uns dem Unfassbaren annähern?

Leben als Zugehen auf das Ende: Wir müssen lernen, mit unserer Sterblichkeit umzugehen. Was können wir für das Leben gewinnen, indem wir uns auf unseren letzten Abschied vorbereiten? Mit dieser Frage beschäftigte sich die dritte Einheit des Seminars. Hierzu wurden philosophische Antworten von der Antike bis zur Gegenwart vorgestellt und lebendig diskutiert.

Die letzte Einheit des Seminars griff schließlich die Frage „Und was kommt danach?“ auf. Die Antworten auf diese Frage fallen sehr unterschiedlich aus. Sie sind oft geprägt von Verdrängung, Unsicherheit und Angst, können aber auch getragen sein von einer Glaubensgewissheit. Hierzu wurden die Sterbephasen von Elisabeth Kübler-Ross vorgestellt und kurz besprochen wie auch die Zusammenstellung von Nahtoderfahrungen, wie sie z. B. Raymond Moody in seinem Buch „Leben nach dem Tod“ zusammenfasste.