DIE WUNDERBARE GÖTTLICHE NATUR
Inspiration für die Architektur Antoni Gaudís (1852-1926)
reichbebilderter Vortrag anlässlich des Gaudí-Jubiläums im Haus Sankt Ulrich, Augsburg
Eine Brücke vom Menschen zur göttlichen Natur
Auch ein Laie erkennt sehr schnell die Einzigartigkeit der organischen Architektur Antoni Gaudís, die anlässlich seines 100. Todestags weltweit große Beachtung findet. Gaudís Neue Mediterrane Gotik in seinem Hauptwerk, der Sagrada Familia in Barcelona, zu einem respekteinflößend grandiosem Ausdruck. In diesem Jahr, nach 144 Jahre langer Bauzeit, gilt die Kathedrale als vollendet. Damit bricht der Sakralbau einen Weltrekord, denn seit 1890 hatte das Ulmer Münster den höchsten Kirchturm der Welt. Als letztes Element wird der Christusturm mit einem begehbaren Kreuz gekrönt, konstruiert durch einen Dillinger Firma.
Den gläubigen Katholiken Gaudí drängte es, seinem Staunen über das Wunder der Schöpfung Gestalt zu geben. In Entsprechung der neu aufgekommenen kirchlichen Soziallehre und der Liturgischen Bewegung – insbesondere zur Rolle der „Laien“ – fand er zu einer Synthese dieser Vorstellungen in seiner holistisch-organischen Sakralarchitektur. Die Soziallehre lebte der engagierte Katholik konsequent; 2025 wurde Gaudí der „heroische Tugendgrad“ zuerkannt; ein entscheidender Schritt hin zur Seligsprechung.
Der Referent Prof. Dr.-Ing. Jos Tomlow ist Gründungsmitglied der Gaudí Forschungsgruppe Delft (1976) und befasste sich bereits in seiner Dissertation mit Gaudís Hängemodell für den Entwurf sakraler Gewölbearchitektur. Tomlow hat 1999 die Fertigstellung der Wallfahrtskirche von Montferri nach dem Entwurf des Gaudíschülers J. M. Jujol Gilbert mitverantwortet.
Er erläutert am Abend Leben und Zeitumstände Gaudís und führt zu einer holistischen Auffassung von dessen Architektur, in Einklang mit den Naturgesetzen, die ohne die Perspektive des engagierten Glaubenden, der Antoni Gaudí war, sich nicht erschließt.
Passionsfassade der Sagrada Familia, Foto: Jos Tomlow
Interpretation von der Kirche der Colonia Güell, die durch Gaudí entworfen wurde mit einem Hängemodell, welches die Stützlinien der druckbeanspruchte Konstruktion als mit Gewichten belastetes Fadennetz auf-dem-Kopf abbildet.
credits: Jos Tomlow
Blick ins Leichtbaugewölbe der Sagrada Familia; credits: Jos Tomlow
PROGRAMM
18.30 Uhr Begrüßung und Einführung
18.40 Uhr
Die wunderbare göttliche Natur
Würdigung von Leben und Werk von Antoni Gaudí zum 100. Todestag und zur bevorstehenden Vollendung der Basilica minor Sagrada Familia
Prof. Dr.-Ing. Jos Tomlow,
ca. 20.20 Uhr Nachfragen und Diskussion
ca. 20.30 Uhr Ende der Veranstaltung
Moderation: Frederic-Joachim Kaminski
Der Referent
credits: Hochschule Zittau/Görlitz
Prof. Dr.-Ing. Joseph Jules Henri Marie Tomlow
geboren am 5. Oktober 1951 in Roermond (NL)
Architekturstudium Technische Universität Delft NL. 1976 Mitbegründung der Gaudí-Forschungs-Gruppe der TU Delft (Leitung Dr. Jan Molema). Dissertation ‘Rekonstruktion von Gaudís Hängemodell’, 1986 Universität Stuttgart, Berichter: Frei Otto und Jürgen Joedicke.
Forschung zur Geschichte des Konstruierens am Institut für leichte Flächentragwerke (IL) Uni Stuttgart, (SFB 230 Natürliche Konstruktionen - Leichtbau in Architektur und Natur).
1995-2017 Professur Grundlagen der Gestaltung und Denkmalpflege an der Hochschule Zittau/Görlitz. Forschung u.a. zu Leichtbau, Bauphysik, Nachhaltigkeit, regionalem Städtebau. Im Rahmen vom Rotary Club Dreiländereck-Oberlausitz Engagement für Roma in Rumburk CZ (2015) und Hilfe für Ukraine in Kriegszeiten.
homepage https://web1.hszg.de/tomlow/
Kosten
6.- EUR
Schüler und Studenten frei
Anmeldung erbeten
per E-mail an akademisches-forum@bistum-augsburg.de