Mastodon

PHILOSOPHIEREN. Meister Eckhart und Heinrich Seuse

13.10.2025 16:02

Philosophisches Seminar im Akademischen Forum befasst sich von Freitag, 10. bis Samstag, 11. Oktober 2025 mit Mittelalterlicher Mystik

Prof. Dr. Manfred Negele, Universität Augsburg

Ein Hören ohne Ohren, ein Sehen ohne Augen –

das forderte der Mystiker Meister Eckhart an der Wende zum 14. Jahrhundert. Die Schriften – Traktate und Predigten - des Dominikanermönchs faszinieren durch die Jahrhunderte hindurch bis heute Philosophen und Theologen. Wer aber war dieser Mönch Eckhart, der nach dem Urteil vieler seiner Zeitgenossen der wohl fähigste theologische und philosophische Kopf seiner Epoche war? Wer war dieser Mönch Eckhart, der Dinge predigte und verkündigte, die Menschen seiner Zeit begeisterte aber auch für Verwirrung sorgten? Wer war dieser Mönch Eckhart, der mehr wissen wollte als nötig war, der Tieferes sehen und verstehen konnte als andere? Der denunziert wird und am Ende wegen Häresie vor Gericht steht?

Professor Dr. Manfred Negele führte in einer ersten Einheit in den Grundgedanken von Meister Eckhart ein: Der Weg nach innen. Im Traktat „Vom edlen Menschen“ und im Traktat „Von Abgeschiedenheit“ betont Meister Eckhart (in einer langen Tradition stehend, zu der auch Augustinus gehörte), wie wichtig es ist, nach innen zu gehen, um Gott zu finden.

Die zweite Einheit zeigte die Stufen geistiger Vollendung nach Meister Eckharts Predigt über Maria und Martha (Lk 10,38-42) auf: Meister Eckhart interpretiert diese auf eine überraschende Weise. Er sieht hier zwei hohe Stufen geistiger Entwicklung beschrieben.

Die dritte Einheit widmete sich der geistigen Armut, die allein zu einer wahren Gottbegegnung führen kann.

In einer vierten Einheit wurde schließlich sein Schüler Heinrich Seuse vorgestellt, der aus seinem Leben erzählt und beschreibt, auf welchen Wegen er versucht hat, Gott zu finden.

Professor Negele verstand es ausgezeichnet seine Hörer in das Denken dieser großen Mystiker einzuführen und ihre Schriften verständlich zu machen. Auch wenn ihre Wege für uns als Überforderung erscheinen, so können wir trotzdem von ihnen lernen und versuchen, auf ihren Spuren zu gehen.