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Ulrichswallfahrt der Einrichtungen in der Behindertenhilfe

Wer anderen eine Freude bereitet, macht den Geist Gottes sichtbar

Augsburg (pca). Thomas aus der Stiftung Sankt Johannes in Marxheim ist gerne nach Augsburg gekommen. Er nimmt an der Wallfahrt für Menschen mit Behinderungen an das Grab des heiligen Ulrich teil. Sie ist fester Bestandteil der Ulrichswoche. Thomas wird im Wallfahrtsgottesdienst in der Basilika St. Ulrich und Afra zusammen mit der Gemeindereferentin und Seelsorgerin der Stiftung Ursula Miller die Fürbitten vorlesen. „Ich helfe seit meiner Ministrantenzeit mit, wo ich kann“, sagt er selbstbewusst.

Stefan Schneid und Manuela von Regens Wagner in Dillingen machen in einem "Anspiel" das Wirken des Heiligen Geistes deutlich. (Fotos: Bernhard Gattner / Caritas Augsburg)

Thomas – er verzichtet darauf, seinen Familiennamen zu nennen – freute sich, an diesem großen Fest teilnehmen zu können. Rund 450 Frauen und Männer feierten mit ihm. Sie kamen vom Dominikus-Ringeisen-Werk in Günzburg, Holzen, Herrsching und Ursberg, von den Einrichtungen der Regens-Wagner-Stiftungen in Lautrach, Holzhausen und Dillingen, von der Behindertenhilfe der CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH in Aichach und Augsburg, von der Elisabethenstiftung in Lauingen sowie von der Arche in Landsberg. „Für sie ist ein großes Erlebnis, hierher kommen zu dürfen“, sagte die Gemeindereferentin Miller. Dem Direktor des diözesanen Caritasverbandes, Diakon Markus Müller, sind sie besonders wichtig. Er begrüßte sie eigens zu Beginn des Gottesdienstes und nennt die Orte, von wo aus sie sich mit ihren Betreuerinnen, Betreuern, Gruppenleitungen und Seelsorgern in Bussen nach Augsburg aufgemacht hatten.

Bischof Dr. Bertram Meier hatte die Ulrichswoche 2026 unter das Leitwort „Lösch den Geist nicht aus“ gestellt. Manuela und Christina von den Regens-Wagner-Stiftungen in Dillingen machten unter Mithilfe von Seelsorger Stefan Schneid in einem „Anspiel“ allen verständlich, was der Heilige Geist bewirken könne. Gegen alle Undankbarkeit, Unzufriedenheit, allen Unfrieden und Kriegen brauche es den Geist Gottes für die Kraft, auf den anderen wieder zuzugehen, ihn um Verzeihung zu bitten, aber auch dafür diese Bitte anzunehmen.

Der Geistliche Direktor des Dominikus-Ringeisen-Werks Martin Riß griff in seiner Predigt diesen Gedanken auf. Es brauche nicht nur die Kraft zur Entschuldigung und die Bereitschaft, friedlich zusammenzuleben. Er lenkte im Gottesdienst die Blicke der Zuhörer auf die Gebärdenchöre der Regens-Wagner-Stiftungen in Dillingen und des Dominikus-Ringeisen-Werkes in Ursberg sowie den Chor der Stiftung Sankt Johannes. „Sie haben die Begabung zu singen und Musik lebendig zu machen und damit auch die Fähigkeit, anderen Menschen und auch Gott Freude zu bereiten.“ Wer das tue, „der macht auch Gottes Heiligen Geist sichtbar“, so der Geistliche. „Denken wir deshalb immer wieder darüber nach, welche Begabung und Fähigkeiten wir selbst haben, anderen Freude zu schenken.“

Nach dem Gottesdienst zogen die Wallfahrerinnen und Wallfahrer als große Pilgergruppe um die Ulrichsbasilika zum Garten des Seelsorgezentrums St. Ulrich. Hier wartete eine reichliche Brotzeit auf sie.