Abendveranstaltung im Akademischen Forum am 3. Dezember 2013
Wie entstand die christliche Zeitrechnung? Warum feiern Christen Weihnachten an unterschiedlichen Terminen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Abendveranstaltung im Akademischen Forum mit dem Kirchenhistoriker Prof. Franz Mali von der Universität Fribourg.
Ausgehend am Beispiel von Märtyrerakten des 2. und 3. Jahrhunderts erläuterte Mali das Problem, dass alleine mit der Nennung von Kaisern und Prokonsulen keine ausreichende Zeitrechnung vorlag. Auch führte die Berechnung christlicher Festtage durch den römischen Sonnenkalender und dem jüdischen Mondkalender zu unterschiedlichen Terminen.
Erst im 6. Jahrhundert erhielt der Mönch Dionysius Exiguus einen päpstlichen Auftrag, eine christliche Zeitrechnung zu erstellen. Es war ein langer Prozess, bis diese sich gegenüber anderen Zeitorientierungen durchsetzen konnte.
Ein entscheidender Einschnitt fand dieser Prozess mit der Kalenderreform durch Papst Gregor XIII. im Jahr 1582. Doch sie verursachte ein neues Problem: Nicht alle Christen haben diese Kalenderreform übernommen. Die Folge: die eine Christenheit feiert Weihnachten an unterschiedlichen Terminen – am 25. Dezember und 7. Januar.