"THEOLOGIE DES HERZENS" – eine Würdigung Romano Guardinis zum 50. Todesjahr
Vortrag am 30. November 2018 mit Prof. DDr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz in Kempten
Es kann nicht abgründiger gehen, als in die Klarheit Gottes
Vor 50 Jahren starb Romano Guardini. Er war eine prägende Gestalt des geistigen Lebens und einer der bedeutendsten Denker des europäischen Geisteslebens im 20. Jahrhundert. Bei einem Vortragsabend „Theologie des Herzens. Eine Würdigung Romano Guardinis“ mit Professorin DDr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz am Freitag, 30. November 2018 im kirchlich-sozialen Zentrum Christi Himmelfahrt in Kempten, erinnerte das Akademische Forum der Diözese Augsburg in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung Kempten-Oberallgäu und der Pfarrei St. Lorenz/Cityseelsorge an diesen großen Religionsphilosophen und Theologen.
Mit seiner „Theologie des Herzens“ beeindruckte Romano Guardini ganze Generationen. „Herz“ ist dabei mehr als nur das „Organ“. „Herz“ meint die Verfasstheit des Menschen, mit welchem er auf die Anstöße Gottes, auch auf die erschütternden und unverstandenen, antwortet. „Herz“ ist zudem die Stelle der Kämpfe und Leiden (auch an Gott); es ist vor allem auch die Stelle, wo Gottes Barmherzigkeit in ihrem ganzen Ernst greift.
Anhand der alttestamentlichen Geschichte vom Kampf Jakobs mit dem Engel, die Romano Guardini eindrucksvoll deutete, zeigte Gerl-Falkovitz auf, wie Gott mit dem Menschen ringt, wie sich „Gottes Schicksal am Menschen“ gestaltet. Mit den Worten Romano Guardinis ausgedrückt: Gott hängt sein Herz in das Dornengestrüpp der Welt.