Unserem gemeinsamen Haus Erde Zukunft geben
Sehr geehrte Damen und Herren, „Gehen wir singend voran! Mögen unsere Kämpfe und unsere Sorgen um diesen Planeten uns nicht die Freude und die Hoffnung nehmen.“ – Dieses Zitat aus der Enzyklika Laudato si‘ von Papst Franziskus stelle ich an den Beginn meines Grußwortes anlässlich der heutigen Eröffnung der Ausstellung „Friedensklima!“ hier auf dem Augsburger Moritzplatz.
Papst Franziskus setzt damit am Ende seiner 2015, also vor bald zehn Jahren veröffentlichten Enzyklika ganz bewusst einen positiven Schlussakzent voller christlicher Zukunftshoffnung.
Ja, lassen wir uns auch in dieser so unfriedlich gewordenen Zeit nicht die Zuversicht nehmen! Denn dass es auch anders geht, zeigt uns die Ausstellung von pax christi, die erstmals bei der Landesgartenschau 2021 in Lindau gezeigt wurde. Ich durfte sie damals besichtigen und wenige Monate später sogar mit dem Diözesanen Schöpfungspreis auszeichnen.
Es wäre ja tatsächlich so einfach, unserem Gemeinsamem Haus, unserer Erde Zukunft zu geben: Mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen haben wir dafür die entsprechenden Kriterien längst zur Hand.
Diesen Orientierungskompass greift die Ausstellung „Friedensklima!“ auf. Sie zeigt ganz konkret, wie Nachhaltigkeit im Alltag buchstabiert werden muss, damit sie mehr ist als eine bloße Worthülse: Nachhaltigkeit hat mit der Bekämpfung von Armut und Hunger zu tun, mit dem Schutz des Klimas, mit Gesundheit und Bildung für alle, der Förderung von Gerechtigkeit und Frieden, rechtsstaatlichen Prinzipien und globaler Partnerschaft. Und damit nenne ich nur einige dieser Kriterien.
Oder kurz gesagt: Es muss um das Miteinander von ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten gehen, wie die klassische Definition von Nachhaltigkeit lautet. Wobei sich hier in der Friedensstadt Augsburg mit der kulturellen Zukunftsfähigkeit noch ein weiterer, vierter Akzent etabliert hat.
Friedensstadt! Augsburg – die Stadt des Hohen Friedensfestes, jetzt die Ausstellung Friedensklima: Ist Ihnen gerade etwas aufgefallen? Dieses eine spezielle Wort – „Frieden“ –, nach dem wir uns gerade so sehr sehnen, ist nur eines der 17 Nachhaltigkeitsziele.
Aber eine wirklich nachhaltige Entwicklung der Menschheit kann es ohne Frieden genauso wenig geben wie wahrer Friede zwischen den Menschen und Nationen nicht ohne gerechte und soziale Lebensverhältnisse für alle denkbar wäre. Beides gehört zusammen und die Klammer für all das sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung.
Darauf hinzuweisen ist das zentrale Anliegen dieser Ausstellung. Setzt sie doch ganz bewusst auf das soziale Miteinander – hier in unserer Stadt, aber auch darüber hinaus. Und so freue ich mich ganz besonders über die vielen Akteure aus Kirche und Gesellschaft, die in den kommenden Wochen mit verschiedensten Angeboten zum Gelingen der Ausstellung beitragen werden.
Ihnen allen gilt mein herzlichster Dank! Aber ganz besonders gilt er Ihnen, Frau Elisabeth Schedler, und dem gesamten Vorstand und dem Team von pax christi Augsburg: Sie haben diese Ausstellung erst möglich gemacht.
Das städtische Nachhaltigkeitsbüro hat sie zusätzlich mit spezifischen Augsburger Akzenten ergänzt. Hierfür danke ich dem gesamten Team und bitte Sie, lieber Herr Reiner Erben, als Umweltreferent der Stadt Augsburg diesen Dank an die betreffenden Personen weiterzugeben.
Nur im Miteinander können wir den Traum vom Gemeinsamen Haus verwirklichen. Die Lokale Agenda, bei der immer auch kirchlich Engagierte mitgemacht haben, zeigt das hier in Augsburg seit bald dreißig Jahren.
Möge die Ausstellung „Friedensklima!“ in den kommenden Wochen ein wichtiger Baustein dazu sein. Möge sie viele Besucherinnen und Besucher zum Nachdenken anregen. Möge sie von Gott gesegnet sein und uns alle dazu ermuntern, hoffnungsvoll in die Zukunft zu gehen.
In diesem Sinne: Auf eine Ausstellung voller Freude und Zuversicht!