DAS KIND IM LICHT
Die Vision der Heiligen Birgitta und die Geburt eines neuen Weihnachtsbildes
vorweihnachtlicher Vortragsabend im Haus Sankt Ulrich, Augsburg
Das Licht der Weihnacht
Wenn wir heute an die Geburt Christi denken, könnte uns folgende Szene in den Sinn kommen: Maria kniet vor dem neugeborenen Kind und betet es an, während von ihm ein übernatürliches Licht ausgeht. Dieses Bild kommt uns wie selbstverständlich vor. Es entstand aber erst im späten Mittelalter und verdankt seine Verbreitung einer außergewöhnlichen Frau: der heiligen Birgitta von Schweden (1303–1373).
Während einer Pilgerreise ins Heilige Land schilderte Birgitta eine Vision der Heiligen Nacht. Ihre Beschreibung verbreitete sich rasch in ganz Europa und beeinflusste nicht nur Frömmigkeit und Spiritualität, sondern auch die Kunst. Maler, Buchillustratoren und Bildschnitzer griffen ihre Vorstellungen auf und entwickelten daraus einen neuen Typus des Weihnachtsbildes, der das europäische Bildgedächtnis bis heute prägt.
Der Vortrag folgt den Spuren dieser Vision von Bethlehem über Rom, Florenz, Prag und Konstanz bis nach Augsburg. Zugleich eröffnet er einen faszinierenden Einblick in die Wechselwirkungen von Mystik, Imagination und Bildkunst im Spätmittelalter. Wie entstehen innere Bilder? Wie werden sie zu Kunst? Und warum können Vorstellungen einer einzelnen Person die Bildwelt ganzer Generationen verändern?
Programm
18.30 Uhr Begrüßung und Einführung
18.40 Uhr Die Vision der heiligen Birgitta und die Geburt eines neuen Weihnachtsbildes
Dr. Fabian Wolf
20.15 Uhr Rückfragen und Diskussion
20.30 Uhr Ende der Veranstaltung
Der Referent
Dr. Fabian Wolf
Foto: Alexander Paul Englert, 2020
Studium der Kunstgeschichte, Biblische und Historische Theologie sowie Kognitionswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Università Roma Tre. Promotion an der Goethe-Universität Frankfurt mit einer ausgezeichneten Dissertation über die Weihnachtsvision der heiligen Birgitta von Schweden und deren Einfluss auf die europäische Bildkunst des Spätmittelalters.
Wissenschaftliches Volontariat und Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Städel Museum Frankfurt, dort Mitwirkung an Ausstellungen, Forschungsprojekten und wissenschaftlichen Publikationen zur Kunst des Mittelalters und der Frühen Neuzeit mit, darüber hinaus Lehraufträge an den Universitäten Frankfurt und Marburg. Forschungs- und Lehrtätigkeit an den Universitäten in Erlangen und Düsseldorf.
Seit 2019 Leitung des Sachgebiets „Digitale Strategie & IT“ bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Hessen. Zahlreiche Publikationen zu Themen der mittelalterlichen Kunst-, Frömmigkeits- und Kulturgeschichte.
Kosten
6.- EUR
Schüler und Studenten frei
Anmeldung erbeten
per mail an akademisches-forum@bistum-augsburg.de